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Elekotromobilität: Volkswagen startet Produktion neuer Batteriesysteme

Elektromobilität  

Volkswagen fährt Produktion neuer Batteriesysteme hoch

08.11.2019, 17:17 Uhr | dpa

Elekotromobilität: Volkswagen startet Produktion neuer Batteriesysteme. Neuer Volkswagen iD.3 auf der IAA 2019: Die neuen Batteriesysteme von Volkswagen kommen unter anderem im gerade gestarteten Elektroauto ID.3 zum Einsatz. (Quelle: imago images/ wolterfoto)

Neuer Volkswagen iD.3 auf der IAA 2019: Die neuen Batteriesysteme von Volkswagen kommen unter anderem im gerade gestarteten Elektroauto ID.3 zum Einsatz. (Quelle: wolterfoto/imago images)

Der VW-Konzern ist in die Produktion der Batteriesysteme für seine neue Elektroauto-Serie eingestiegen. In Braunschweig eröffnete das Unternehmen am Freitag die erste von zwei Fertigungslinien. Das 300-Millionen-Euro-Projekt sei ein wichtiger Schritt im Umbruch von Verbrennungsmotor zur Elektromobilität.

Die Batterie-Komponenten kommen in Modellen zum Einsatz, die auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren – unter anderem im gerade gestarteten ID.3 aus dem Werk Zwickau, der eine Familie reiner E-Fahrzeuge begründet. Über 300 Millionen Euro flossen in den Braunschweiger Neubau. Für die dort angesiedelten zusätzlichen 300 Jobs wurden die Beschäftigten intern qualifiziert.

Investition von 300 Millionen Euro keine leichte Entscheidung

Volkswagen will nach dem vollständigen Hochlauf der Anlagen bis zu 500.000 Batteriesysteme pro Jahr für verschiedene Marken herstellen. Bisher werden in Braunschweig vor allem Fahrwerke, Lenkungen und Achsen produziert. Systeme für Batterien entwickelt und fertigt der Standort schon seit 2013, nun kommt jedoch die Umstellung und Ausweitung auf den MEB. Die Entwicklung der Batteriesysteme insgesamt sowie der zugehörigen Soft- und Hardware findet ebenfalls dort statt.


Wandel in der Automobilindustrie: In den anderen Fahrzeugwerken baut VW die E-Fertigung ebenfalls stark aus. Nach Zwickau werden Fabriken in Emden und Hannover umgerüstet, teilweise auch in den USA. In China baute der Konzern zusammen mit dem Joint-Venture-Partner SAIC ein reines E-Auto-Werk in Anting. Dort begann am Freitag die Vorproduktion, eine Serienfertigung von MEB-Modellen soll im Oktober 2020 starten. Laut Konzernchef Diess dürften bis zum Jahr 2028 mehr als die Hälfte aller E-Autos in China unterwegs sein.


Fahrwerk-Chef Otto Joos sagte, das Werk sei "wichtiger Bestandteil unserer E-Offensive". Die Entscheidungen für die Investition seien aber nicht einfach gewesen. "Wir haben lange gekämpft", meinte er zur Abwägung zwischen konzerninterner und externer Zulieferung. VW-Komponenten-Chef Thomas Schmall sprach von einem "großen Schritt" für den Standort: "300 Millionen – das ist schon mal ein Pfund."

Eigene Batterien könnten bald aus Deutschland kommen

Konzernchef Herbert Diess strebt einen Systemwechsel zur E-Mobilität an. Im Rahmen seiner Elektrostrategie baut der weltgrößte Autohersteller ab 2020 mit dem schwedischen Partner Northvolt auch eine Fertigung eigener Batteriezellen in Salzgitter auf, eine Pilotanlage läuft dort bereits. Die Zellmodule, die in Braunschweig zusammen mit der Steuereinheit ins Batteriegehäuse gesetzt und verschraubt werden, stammen bisher noch vom südkoreanischen Zulieferer LG. Künftig könnten sie auch aus Salzgitter kommen. Das Werk Kassel verantwortet große Teile der Elektroantriebe.

Roboter und Handarbeit: Batteriefertigung in Braunschweig

Die eng getaktete Batteriesystem-Fertigung in Braunschweig ist nach Angaben des Unternehmens zu 95 Prozent automatisiert. Es gibt neben zahlreichen Robotern aber auch noch "Handarbeitsplätze". Die Schulung aller Mitarbeiter soll Ende 2020 abgeschlossen sein. "Menschen, die viele Jahre lang Antriebsteile gemacht haben, bauen jetzt Batterien", sagte Joos. Das Management habe viel gefordert, die Belegschaft beim Wandel aber auch unterstützt. Es gebe "ein Stück Zukunftssicherung", meinte Joos zum Umbruch vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität.



Der Braunschweiger VW-Betriebsratschef Uwe Fritsch sagte, die "Transformation" sei herausfordernd, angesichts des Wandels in der Autoindustrie aber notwendig gewesen. "Auch wenn es vielleicht mal an der einen oder anderen Stelle hart war in der Diskussion."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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