Sie sind hier: Home > Auto > Elektromobilität >

Umfrage: Batterie oder Wasserstoff – Automanager sind uneins

Batterie oder Wasserstoff?  

Umfrage: Deshalb wollen sich Automanager nicht festlegen

01.03.2020, 14:20 Uhr | Roland Losch, dpa

Umfrage: Batterie oder Wasserstoff – Automanager sind uneins. Pkw mit Brennstoffzelle: Deutsche Automanager setzen beim Wechsel zu klimafreundlichen Antrieben nicht nur auf Elektroautos mit Batterie, sondern auch auf Brennstoffzellen mit Wasserstoff. (Quelle: dpa/Michael Kappeler)

Pkw mit Brennstoffzelle: Deutsche Automanager setzen beim Wechsel zu klimafreundlichen Antrieben nicht nur auf Elektroautos mit Batterie, sondern auch auf Brennstoffzellen mit Wasserstoff. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Die deutschen Autobauer müssen jetzt rasch Elektroautos verkaufen, wenn sie die Klimavorgaben der EU erfüllen und Strafzahlungen vermeiden wollen. Aber für die Zukunft ist die Batterie nicht die einzige Option.

Deutsche Automanager setzen beim Wechsel zu klimafreundlichen Antrieben nicht nur auf Elektroautos mit Batterie, sondern auch auf die Brennstoffzelle mit Wasserstoff. Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hatte 210 Führungskräfte der Branche befragt – 83 Prozent fordern von der Politik eine technologieoffenere Unterstützung von Mobilität.

Acht von zehn befragten Managern sehen auch die Autobauer selbst in der Pflicht, technologieoffen zu forschen und zu entwickeln, um alle Möglichkeiten für klimafreundliche Mobilität auszuschöpfen. Eine Option sei die Brennstoffzelle, "vor allem wegen der umweltfreundlicheren Produktion im Gegensatz zur Batteriezelle", erklärten die Berater. PwC will die Studie an diesem Montag veröffentlichen.

Wasserstofftechnologie verbraucht viel Strom

Autoexperten von Unternehmensberatungen bewerten die Brennstoffzelle allerdings kontrovers. Sie macht aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasserdampf und Strom – der Strom treibt dann einen E-Motor an. Tankzeit und Reichweite der Autos entsprechen denen von Benzinern. Deutsche Unternehmen sind führend bei Wasserstofftechnologien. Aber zur Herstellung des Wasserstoffs braucht es erst einmal viel Strom, die Technik ist teuer.

PwC-Strategy&-Europachef Peter Gassmann sagte, mit technologieoffener Forschung und Entwicklung "kann die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe hierzulande deutlich vorangetrieben werden". Deutschland und Europa müssten sich von Produktionsstandorten in Asien emanzipieren und lokale Kompetenzen und Kapazitäten ausbauen. Das helfe, "die Konkurrenzfähigkeit der Autobranche als Schlüsselindustrie Deutschlands gegenüber amerikanischen und chinesischen Wettbewerbern zu sichern".

Wasserstofflösung – Für und Wider

Thomas Schiller, Autoexperte der Unternehmensberatung Deloitte, sagte der dpa: "Die Frage ist, ob die E-Mobilität in zehn Jahren noch in ihrer jetzigen Form Bestand hat. In China sinkt die Nachfrage nach E-Autos massiv, seit der Staat die Subventionen gestrichen hat. Beispielsweise investiert Japan in Wasserstoff."

Sein Kollege Andreas Jentzsch von der Boston Consulting Group (BCG) dagegen sagte dpa: "Langfristig ist die Batterie nicht zu schlagen, es gibt keine Alternative. Sie werden leistungsstärker und günstiger werden, Feststoffbatterien werden weniger Rohstoffe brauchen." Wasserstoff sei eine Lösung für Lastwagen im Fernverkehr.

Für das Klima rentiere sich ein E-Auto heute erst ab 80.000 Kilometer Fahrleistung, "mit Ökostrom- oder Atomstrom und Batteriefertigung in Europa jedoch schon ab 40.000 Kilometern". Seine Prognose: "E-Autos für unter 40.000 Euro mit 400 Kilometer Reichweite werden den Durchbruch bringen."

Auf dem Land macht Verbrenner auch 2040 Sinn

Allerdings werde der Aufbau von Ladesäulen der Flaschenhals sein in den nächsten Jahren. "Denn das Ladenetz wird nicht so schnell wachsen wie der Absatz der E-Autos", sagte Jentzsch. Die Autobauer müssten diese Autos jetzt unbedingt verkaufen: "Der Hochlauf muss jetzt kommen! Nächstes Jahr dürfen die neuen Autos in der EU im Durchschnitt nur noch 95 Gramm CO2 ausstoßen, sonst wird's teuer für die Hersteller."

Elmar Kades, Autoexperte der Unternehmensberatung AlixPartners, sagte: "2050 müssen wir klimaneutral sein. Das heißt neue Entwicklungen: Batterie, Wasserstoff, und auch optimierte Verbrenner, eventuell mit synthetischen Kraftstoffen." Auf dem Land mache der Verbrenner auch 2040 Sinn. "Aber 2050 werden zwei von drei Autos auf der Straße elektrisch oder mit Wasserstoff fahren. Den Wandel muss man jetzt aktiv gestalten."

Experte: Branche ist in der Zwickmühle

Deloitte-Autoexperte Schiller sieht die Branche in der Zwickmühle: "Die Autohersteller haben heute die Wahl, ob sie hohe CO2-Strafen an die EU zahlen oder E-Autos zu Preisen verkaufen, bei denen sie wenig bis nichts verdienen. E-Autos werden noch in den nächsten Jahren ein Zuschussgeschäft sein."

Das ändere sich erst, wenn sie auf hohe Stückzahlen kommen. Kades sagte: "Die Gewinne der Autohersteller geben weiter nach. Vor ihnen liegt eine Margenwüste." Investitionen stiegen, die Kosten sänken nur langsam. Aber wer es "durch die Wüste schafft, wird als Gewinner hervorgehen".

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht "grünen" Wasserstoff in einer Schlüsselrolle bei der Energiewende. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat mehr Tempo bei der Verbreitung von Antrieben mit Brennstoffzellen gefordert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Auto > Elektromobilität

shopping-portal