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Kreuzfahrt auf einem Dreimaster


Viel Wind um viel Luxus: Kreuzfahrt auf einem Dreimaster

Katrin Schreiter

21.10.2013Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Eine Kreuzfahrt mit dem Segelschiff Sea Cloud II.
Eine Kreuzfahrt mit dem Segelschiff Sea Cloud II. (Quelle: 30.09.2013/Sea Cloud Cruises GmbH/srt)
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Auf dem "Sea Cloud II" genießt man exklusives Segelflair, allerdings muss dafür auch mal der Kurs geändert werden. An manchen Tagen ändert Evgeny Nemerzhitskiy den geplanten Kurs um 180 Grad. Der Kapitän lässt den Motor ausstellen, die Segel setzten und sein Schiff für einige Stunden in die entgegengesetzte Richtung fahren.

So wie heute, als die "Sea Cloud II" eigentlich nach Westen unterwegs war, sich nun aber gen Osten schiebt. Schuld daran ist der Wind, der von der "falschen Seite" kommt.

Kapitän Nemerzhitskiy sieht das pragmatisch: "Die Leute haben Urlaub auf einem Segelschiff gebucht, sie wollen also auch segeln. Der Kurs ist ihnen dabei weitgehend egal", sagt der 60-jährige Este, der die Verantwortung auf dem Dreimaster trägt. Also lässt er seine Crew die Takelage entern, um die Segel zu setzen, und ordentlich Fahrt aufnehmen.
Sein Kommando hat selbst die seekranken Passagiere an Deck gelockt. Alle blicken nun staunend in den blauen Himmel, beobachten das Manöver, fotografieren und filmen, wie die Matrosen auf den Fußpeerden balancieren und das schwere Tuch lösen. Bei drei Masten mit einer maximalen Höhe von 57,5 Metern haben sie immerhin eine Gesamtsegelfläche von knapp 2800 Quadratmetern zu beackern. >>


Kreuzfahrt auf einem Dreimaster

Auf der "Sea Cloud II" genießt man exklusives Segelflair, allerdings muss dafür auch mal der Kurs geändert werden.
"Die Leute haben Urlaub auf einem Segelschiff gebucht, sie wollen also auch segeln. Der Kurs ist ihnen dabei weitgehend egal", sagt der 60-jährige Este, der die Verantwortung auf dem Dreimaster trägt.
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Vom Brassen der Rahen bis zum Trimmen der Segel sitzt dann auch jeder Handgriff. "Auf einem Schiff ist kein Platz für Demokratie. Hier muss klar sein, wer was wann zu tun hat", sagt der Kapitän, der mit einer Mannschaft arbeitet, die sich aus 40 verschiedenen Nationalitäten zusammensetzt.

"Flink und geschickt wie die Katzen sind sie nach oben geklettert", staunt der 75-jährige Werner Schmidtke. Auch sein Sohn Thomas hat den Kopf weit in den Nacken gelegt: "Das Segelsetzen ist jedes Mal wieder großartig", freut sich der 48-Jährige, der schon das neunte Mal mit der "Sea Cloud II" unterwegs ist - auf den verschiedensten Gewässern. Diesmal hat er mit seinem Vater die Tour im westlichen Mittelmeer gebucht - von Neapel nach Mallorca mit Zwischenstopp in den Häfen Alghero auf Sardinien und Mahon auf Menorca. 635 Seemeilen, rund 1175 Kilometer.

"Die Ausflüge sind mir nicht so wichtig", sagt Thomas Schmidtke. "Ich habe meinen Urlaub auf diesem tollen Schiff gebucht, warum soll ich also an Land gehen?", fragt er. >>

Der Versicherungskaufmann aus Essen hat sich vor fünf Jahren den Segelvirus eingefangen, als er von Hamburg aus das erste Mal mit der "Sea Cloud II" Kurs auf Sylt nahm. "Ich kenne auch andere Großsegler - so familiär wie auf der hier geht es aber nirgends zu", schwärmt er. "Ganz zu schweigen von den seelenlosen Ozeanriesen, mit denen die meisten ihre Kreuzfahrten machen."

Hier ist Segelsetzen noch echte Handarbeit

So wie Thomas Schmidtke geht es vielen Passagieren: Einmal an Bord der Sea Cloud II, infizieren sie sich rasch mit einer ganz speziellen Seekrankheit, die Schmidtke augenzwinkernd "zwanghaftes Wiederholungsbuchen" nennt. "Vor allem, weil hier an Bord das Segelsetzen noch echte Handarbeit ist und nicht per Knopfdruck funktioniert", beschreibt er die Faszination.
Tradition auf einem Neubau: Die "Sea Cloud II" wurde 2001 vom Stapel gelassen. Der Segler gilt als absolutes Luxusschiff. Die Ausstattung in den Kabinen ist edel, die Bäder aus Carrara-Marmor mit vergoldeten Armaturen. Als Dreimaster ist die "Sea Cloud II" dem Schwesterschiff "Sea Cloud" nachempfunden, der in den 1930er-Jahren größten privaten Segeljacht der Welt.
Ein Windjammer sind beide allerdings nur oberhalb der Wasserlinie. So arbeitet im Rumpf der "Sea Cloud II" eine Maschine, die von zwei mächtigen Achtzylindern beherrscht wird und die hilft, bei Flaute, Sturm oder wie heute bei ungünstigem Wind, den Fahrplan einzuhalten.

Mit über 3000 PS über das Wasser

Nach zwei Stunden ist das Schaulaufen für diesen Tag vorbei, der Kapitän lässt die Segel einholen und nimmt mit mehr als 3000 PS Kurs auf Menorca. Während Nemerzhitskiy seine Befehle von der Brücke in den Maschinenraum gibt, läuft auch die Küchenarbeit unter Deck auf Hochtouren - das Captain's Dinner wird vorbereitet, ein fünfgängiges Sterne-Menü, das in gut zwei Stunden den 90 anspruchsvollen, vorwiegend älteren Gästen serviert werden soll. In festlicher Atmosphäre, die ausnahmsweise einmal um elegante Garderobe ersucht. Ansonsten darf die Kleidung an Bord zwanglos und leger sein. >>

Noch haben es sich die meisten Passagiere am Lido Deck bequem gemacht, sie lesen, sonnen sich, träumen oder reden über Gott, die Welt und das Meer. Ein älteres Paar aus Süddeutschland schreibt eifrig Segelbegriffe in ein kleines Buch. Luv und Lee, Schot und Steuerbord notieren sie in ihr privates Lexikon, während Pianist Tom "Yellow Submarine" von den Beatles klimpert.
Der Song scheint sich irgendwie dem Rhythmus anzupassen, den die "Sea Cloud II" vorgibt. Gleichmäßig schlagen die Wellen gegen den stählernen Rumpf, lassen das Schiff schaukeln. Doch nicht jeder an Bord verträgt das pausenlose Auf und Ab, das mal sanfter, mal heftiger das Gleichgewicht durcheinander bringt. Stärker, als auf herkömmlichen Kreuzfahrtschiffen ist das, denn der Großsegler fährt nicht mit Stabilisatoren, die den Seegang ausgleichen.

Exklusives Abenteuer mit Seekrankheit

Kein Wunder also, dass die meisten Reisenden, die in der kleinen Ambulanz an Bord Hilfe suchen, seekrank sind. "Bei hohen Wellen kommt schon mal die Hälfte der Gäste nicht zum Abendessen", weiß Ellen Legeland, die als Ärztin mitreist. "Man muss die Situation so nehmen, wie sie ist", rät die Internistin aus Wiesbaden. "Man ist auf einem Schiff - und das schaukelt nun mal." Aber sie beruhigt: "Man gewöhnt sich daran."
Auch an die Wellenbewegung, die es ständig auszugleichen gilt. Und so hat der eine oder andere Passagier den etwas schwankenden Gang, den er sich an Bord angewöhnt hat, so sehr verinnerlicht, dass er nach dem Segeltörn auch noch auf festem Untergrund torkelt. Vorübergehend zumindest. Was bleiben wird, sind dagegen die Erinnerungen an ein exklusives Abenteuer auf See.
Weitere Informationen:
Route: Die "Sea Cloud II" ist im Winter in der Karibik, im Sommer im westlichen und östlichen Mittelmeer unterwegs. Buchung: Die Preise variieren je nach Route. Alle Details finden sich im Internet unter www.seacloud.de.

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