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Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen

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Neue Oldtimer  

Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen

28.12.2017, 12:26 Uhr | Stefan Weißenborn

Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen. Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Volkswagen AG/dpa-tmn)

Nummer drei nach 1973: Der neue VW Passat (B3) kam als Stufenheck und als Kombi Variant auf den Markt. (Quelle: Volkswagen AG/dpa-tmn)

Es lebe der Sport: Im Jahr 1988 kamen viele Sportwagen erstmals auf den Markt. Aber auch wichtige Kompakt- und Mittelklasseautos waren dabei, die nun – 30 Jahre später – erstmals als Oldtimer zugelassen werden dürfen.

War es Fügung oder reiner Zufall? Ausgerechnet das Jahr 1988, in dem Enzo Ferrari 90-jährig in Modena starb, hielt eine Fülle an flotten neuen Autos bereit. VW kam mit dem Corrado um die Ecke, BMW renovierte den M5, Ford ließ ein neues Cosworth-Kapitel folgen. Als hätten die Hersteller dem Sportwagenpionier ihre Ehre erweisen wollen. 30 Jahre ist das her, und wer sich für Oldtimer näher interessiert, weiß sofort: Von diesem Alter an dürfen Autos ein steuervergünstigtes H-Kennzeichen tragen, das zudem die Fahrt in städtische Umweltzonen erlaubt, wie der ADAC erläutert.

Maßgeblich für die Erteilung sind nach Angaben des Bundesverbands für Clubs klassischer Fahrzeuge (Deuvet) das Datum der Erstzulassung sowie ein unverbastelter Zustand, der dem Original entspricht. Allenfalls zeitgenössische Umbauten sind erlaubt.

Die folgenden Modelle dürfen sich 2018 zulassungsrechtlich erstmals Oldtimer nennen und können mit H-Kennzeichen fahren. Darunter ist allerdings kein Ferrari. Mit Neuheiten pausierte der Rennwagenhersteller im Todesjahr des Firmengründers. Die genannten Richtpreise hat Classic Data für Autos mit Zustand 2 ermittelt, die mängelfrei sind und leichte Gebrauchsspuren zeigen.

VW Corrado G60

Als Nachfolger des Scirocco kam 1988 das beim Karosseriebauer Karmann in Osnabrück gefertigte Coupé auf den Markt, dessen Geheimnis im Kürzel G60 lag. Es bezeichnete einen mechanischen Spirallader (G-Lader), der die aus dem Golf GTI übernommene 1,8-Liter-Maschine zur Leistungssteigerung mit viel verdichteter Luft versorgte. Ergebnis: Der Corrado übertraf in Sachen Fahrleistungen den damaligen Konkurrenten Opel Kadett GSi. Richtpreis heute: 9.500 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Volkswagen AG/dpa-tmn)Ladung aus Osnabrück: VW ließ den VW Corrado G60 bei Karmann bauen. Der Motor des Coupés verfügte über einen mechanischen Spirallader (G-Lader). (Quelle: Volkswagen AG/dpa-tmn)

Jaguar XJ-S 5.3 Cabriolet

Wurzelholz fürs Interieur, ein Zwölfzylinder unter der langen Haube und ein elektrisches Verdeck – das war 1988 die neue Offenheit beim britischen Hersteller, der mit dem Cabrio dem ab 1981 gebauten Coupé ein so schnelles wie luxuriöses Fahrzeug folgen ließ. Das Cabrio trug maßgeblich zum Erfolg der Baureihe bei – anders als der targa-artige Vorgänger mit sehr breitem Überrollbügel. Die Leistungsdaten: 217 kW/295 PS aus einem 5,3 Liter großen V-Motor. Richtpreis: 24.200 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: JDHT/dpa-tmn)Offenherzig: 1988 löste der XJ-S als Vollcabrio den targa-artigen Vorgänger ab. (Quelle: JDHT/dpa-tmn)

BMW M5

Gekürzte Federn, stärkere Stabilisatoren und gebaut bei der BMW Motorsport GmbH, so rollte der Dampfhammer auf Basis des 535i der neu eingeführten Baureihengeneration an die Startlinie. Aus 3,5 Litern Hubraum seines Reihensechszylinders bezog er 232 kW/315 PS und konnte damit in gut sechs Sekunden auf Tempo 100 rasen. Mit seiner Spitze von Tempo 250 lag er auf dem Niveau des Vorgängers. Wer die auf 340 PS aufgebohrte Version mit H-Kennzeichen möchte, muss bis 2022 warten. Richtpreis: 24.400 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: BMW/dpa-tmn)Klassischer Look mit Chromleisten und runden Scheinwerfern: So präsentierte sich der BMW M5 vor 30 Jahren mit 232 kW/315 PS. (Quelle: BMW/dpa-tmn)

Audi V8

Auch die Ingolstädter brachten ein Auto für ambitionierte Hobbysportler heraus, das sich allerdings auch als Luxuslimousine verstand. Der kurz V8 genannte Wagen trat im leicht umgeschneiderten – und selbstverständlich vollverzinkten – Gewand des Audi 200 auf. Er hatte aber einen Achtzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen und 184 kW/250 PS aus 3,6 Liter Hubraum eingebaut bekommen. Der sorgte für bis zu Tempo 244 . Allradantrieb setzte die Kraft gut um: In bestenfalls 7,9 Sekunden knackte der V8 die Tempo-100-Marke. Auch hier folgte 1992 eine stärkere Version. Richtpreis: 9.500 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Audi/dpa-tmn)Schlicht V8: So nannte Audi 1988 seine sportlich-luxuriöse Limousine. Ihr Achtzylinder leistete 184 kW/250 PS aus 3,6 Liter Hubraum. Damit wurde der V8 bis zu 244 km/h schnell. (Quelle: Audi/dpa-tmn)

Mercedes 190 E 2.5-16V

Die Krönung des Baby-Benz! Als habe es die oft verspottete kleine Baureihe W 201 des bis dahin nur mit größeren Limousinen befassten Herstellers nötig gehabt, bekam sie eine Sportverkleidung mit Schwellern und Spoilern – zunächst in einer 2,3-Liter-Version, ab 1988 dann auch mit 2,5 Litern Brennkammervolumen und 16 Ventilen. Heute ist der auf 143 kW/194 PS erstarkte 190er ein gesuchter Klassiker, dessen Wert steigt. Richtpreis: 22.700 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Daimler AG/dpa-tmn)Kraftnahrung fürs Baby: Die auch "Baby-Ben" genannten Autos der Mercedes-Baureihe W 201 erstarkten 1988 als 190 E 2.5-16 auf 143 kW/194 PS. (Quelle: Daimler AG/dpa-tmn)

Ford Sierra Cosworth

1987 wurde das Basismodell des Sierra geliftet, im Frühjahr des Folgejahres reichten die Kölner die Cosworth-Variante nach – 150 kW/204 PS stark, generiert aus einem zwei Liter großen Vierzylinder-Turbomotor. Über fünf handgeschaltete Gänge bretterte die viertürige Limousine per Heckantrieb in 6,4 Sekunden auf Tempo 100, das Maximaltempo lag bei Tempo 242. Richtpreis: 19.600 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Ford/dpa-tmn)Nachschlag: Vom Facelift des Vorjahres lieferte Ford 1988 die sportliche Cosworth-Variante mit 150 kW/204 PS nach. (Quelle: Ford/dpa-tmn)

Opel Vectra A

Als neuer VW Passat-Gegner eilte dem Nachfolger des Ascona ein guter Ruf voraus. Der Hersteller zählte 50.000 Vorbestellungen, bevor das neue Auto bei den Händlern eintraf. Als Stufen- und als Schrägheck (ab 1989) kam die Rüsselsheimer Mittelklasse zu den Kunden. Ihr Cw-Wert (Maß für den Strömungswiderstand) von 0,29 war damals eine Ansage. Es gab Vergasermotoren, Direkteinspritzer und einen ersten Diesel mit Turboaufladung. Ohne Beatmung kam der 1.7 D aber auf nur 42 kW/57 PS. Für den 2.0i als viertürige Limousine mit 85 kW/115 PS gilt ein Richtpreis von 2.500 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Opel Automobile GmbH/dpa-tmn)Ascona-Nachfolger und Passat-Gegner: Vor 30 Jahren brachten die Rüsselsheimer den besonders windschlüpfrig gezeichneten Opel Vectra auf den Markt. (Quelle: Opel Automobile GmbH/dpa-tmn)

VW Passat

15 Jahre nach dem Ur-Passat von 1973 rollte der B3 heran – als Stufenheck sowie als weitaus populärerer Kombi Variant. Im Vergleich zum Vorgänger handelte es sich um eine völlige Neuentwicklung, die als Raumwunder gepriesen wurde, was sich beim Variant in einem Kofferraumvolumen von 521 Litern bemaß. Topmodell war der Sechzehnventiler mit 100 kW/136 PS. Richtpreis für den Vierventiler 1.8 Variant mit 79 kW/107 PS: 2.900 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Volkswagen AG/dpa-tmn)Nummer drei nach 1973: Der neue VW Passat (B3) kam als Stufenheck und als Kombi Variant auf den Markt. (Quelle: Volkswagen AG/dpa-tmn)

Renault R 19

Der Golf-Konkurrent, der auch Fiat Tipo oder Toyota Corolla Marktanteile abjagen sollte, war eine Neuentwicklung – und dazu ein Designstück. Für die Karosseriegestaltung zeichnete der italienische Star-Designer Giugiaro verantwortlich. Mit fast 400 Litern Kofferraumvolumen und der umlegbaren Rückbank war der Franzose der Konkurrenz voraus. Das Stufenheck Chamade und die Cabrioletversion folgten 1989 und 1991. Die Oldie-Interessenten müssen sich bei ihnen also noch gedulden, während der Dreitürer zum Beispiel mit 54 kW/73 PS schon "H"-würdig ist. Richtpreis: 1.800 Euro.

Endlich 30 - Diese Autos dürfen 2018 das H-Kennzeichen bekommen (Quelle: Renault/dpa-tmn)Französischer Golf-Gegner: Den kompakten R 19 baute Renault ab 1988, entworfen hatte ihn der italienische Star-Designer Giugiaro. (Quelle: Renault/dpa-tmn)

Quellen und weiterführende Informationen:
- dpa
- Auto Motor Sport
- ADAC
- TÜV Nord

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