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Auto – Bußgeldbescheid: Geblitzt? So kommen Sie um die Strafe herum

Finger weg vom Punktehandel  

Geblitzt? Wie Sie um die Strafe herumkommen

Von Markus Abrahamczyk

18.10.2019, 14:28 Uhr
Blitzer – überflüssig oder gerechtfertigt? (Quelle: imago/Manngold/Getty Images)
Blitzer – überflüssig oder gerechtfertigt?

Millionen Autofahrer kennen den Moment, in dem der Tritt auf die Bremse nichts mehr bringt das teures Foto längst im Kasten ist. t-online.de erklärt, wo es besonders teuer werden kann und welche Rechte Ihnen zustehen.

Achtung, Blitzer: Warum es häufig zu Fehlern kommt und wie Sie sich gegen eine Strafe wehren können. (Quelle: t-online.de)


Geldbuße, Punkte, Fahrverbot: Wer zu schnell unterwegs war, kann gegen einen Bußgeldbescheid vorgehen. Dazu gibt es einige sinnvolle Methoden – aber auch eine, die Sie unbedingt vermeiden sollten.

Manche lernen es nicht. Täglich gehen der Polizei abertausende Autofahrer in Netz, die viel zu schnell unterwegs sind. Sie werden in Kürze einen Bußgeldbescheid zugestellt bekommen – den man aber nicht einfach akzeptieren muss. Oftmals gibt es gute Gründe, um den Bescheid anzufechten. Hier erfahren Sie, was Sie gegen einen Bescheid tun können – und was Sie keinesfalls tun sollten.

Sind Sie zu schnell unterwegs gewesen? Welches Bußgeld Ihnen droht, wie es dann weitergeht – das erfahren Sie hier.

Ein wirklich guter Grund fürs Rasen

In Ausnahmefällen drückt die Behörde ein Auge zu. Das erlebte ein Autofahrer in München, der nachts um 2.14 Uhr geblitzt wurde – mitsamt seiner hochschwangeren Frau. Als ihm der Bußgeldbescheid ins Haus flatterte, antwortete er der Behörde, dass in derselben Nacht um 2.27 Uhr das gemeinsame Kind der beiden im Krankenhaus zur Welt kam – also nur 13 Minuten, nachdem der Autofahrer geblitzt wurde. Ein Schreiben der Klinik bestätigte seine Angaben. Das überzeugte die Beamten: Sie nahmen den Bescheid zurück – und gratulierten zum Baby.

Auch eine Erkrankung kann Sie unter Umständen vor Konsequenzen bewahren. So ging es einem 61-Jährigen mit diagnostizierter Blasenschwäche, der durch eine Klage ein Fahrverbot abwenden konnte. Das sei aber kein genereller Freibrief, betonten die Richter. Unter Umständen könne sich ein Argument wie Blasenschwäche demnach sogar als Bumerang erweisen.

Wichtig: Wer meint, mit guter Begründung zu schnell gewesen zu sein, sollte den Grund nachweisen können. Denn Ausreden kennen die Beamten zur Genüge. Mit einer erfundenen Begründung werden Sie deshalb dem Bußgeld nicht entgehen können.

Einspruch einlegen

Wenn das Blitzerfoto ein fremdes Auto zeigt oder Sie darauf nicht zweifelsfrei zu erkennen sind, können Sie Einspruch gegen den Bescheid einlegen und dabei den Sachverhalt erklären. Dazu haben Sie zwei Wochen Zeit. Die Frist läuft ab der Zustellung des Bescheids.

Falls die Beschilderung ein höheres Tempo als das gemessene erlaubt, sollten Sie diesen Sachverhalt anhand von Fotos darlegen. Außerdem kann es sinnvoll sein, einen Anwalt einzuschalten. Er kann Akteneinsicht beantragen und auf diesem Weg unter anderem die Messprotokolle einsehen.

Dieser Aufwand lohnt sich aber nur, wenn Sie beispielsweise als Berufskraftfahrer vor einem Fahrverbot stehen und realistische Erfolgschancen für Ihren Einspruch sehen.

Die Messung in Frage stellen

Sie können die Messung durch einen Sachverständigen überprüfen lassen, den Sie allerdings selbst beauftragen müssen. Dazu können Sie bei Ihrer Rechtsschutzversicherung nachfragen, ob sie die Kosten übernimmt. Der Experte prüft beispielsweise, ob das Messgerät korrekt aufgestellt wurde. Unter Umständen kann daraufhin die gemessene Geschwindigkeit nach unten korrigiert werden.

Die Messung lässt sich auch anfechten, wenn im entscheidenden Moment ein anderes Fahrzeug neben Ihnen fuhr oder wenn Sie gerade zum Überholen ansetzten und deshalb nicht exakt geradeaus gefahren sind. Das könnte nämlich einen falschen Messwert erzeugen.

Punktehandel unbedingt unterlassen

Viele Punktehändler bieten zum Beispiel im Internet ihre Dienste an, wodurch sich Verkehrsünder angeblich von ihrer drohenden Strafe freikaufen können.

Die Agenturen vermitteln Personen, die für Geld einen Verkehrsverstoß und die damit einhergehenden Punkte auf sich nehmen. Der eigentliche Sünder könne sich also freikaufen, werben die Anbieter.


Das ist aber illegal: Wer auffliegt, riskiert laut ADAC eine saftige Geldbuße und eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. Hier erfahren Sie mehr über die Methode der Agenturen.

Verwendete Quellen:
  • Verkehrsclub ACE
  • Verkehrsclub ADAC
  • rp-online.de
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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