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VW-Vergleich nach Diesel-Affäre: Kunden sollten das Angebot nicht annehmen

VW-Vergleich  

Rechtsanwalt rät: "Kunden sollten Angebot nicht annehmen"

29.02.2020, 09:22 Uhr
VW-Vergleich nach Diesel-Affäre: Kunden sollten das Angebot nicht annehmen. VW Golf der siebten Generation: Der Konzern kann durch den erzielten Vergleich viel Geld sparen. (Quelle: Hersteller)

VW Golf der siebten Generation: Der Konzern kann durch den erzielten Vergleich viel Geld sparen. (Quelle: Hersteller)

Nun also doch: VW und Verbraucherschützer haben eine Einigung im Dieselskandal erzielt. t-online.de erklärt, wie der Vergleich aussehen wird – und was Betroffene nun tun sollten.

Einigung im VW-Dieselskandal: Der Autobauer und der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) haben einen Vergleich erzielt, der Hunderttausende Betroffene entschädigen soll. t-online.de kennt die Details der Einigung:

  • Die berechtigten VW-Fahrer sollen im Schnitt 3.200 Euro pro Fahrzeug erhalten
  • Sie müssen ihr Auto behalten
  • Sie müssen auf weitere Rechtsansprüche verzichten

Ein guter Deal?

Ja – für VW.

  • Der Konzern sieht die Chance für ein Ende mit Schrecken. Je mehr Kunden das Angebot annehmen, umso schneller kann VW seinen Dieselbetrug zu den Akten legen.
  • Die Lösung ist für VW sehr billig: Der Vergleich kostet den Konzern höchstens 830 Millionen Euro. Die Teilnehmer der Musterfeststellungsklage könnten aber 4,6 Milliarden Euro erhalten – also beinahe das Sechsfache. Und ihre Chancen vor Gericht stehen sehr gut.
  • Außerdem will VW unbedingt eine Lösung vor dem 5. Mai 2020. Dann beginnt das erste Betrugsverfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Das Urteil schafft – vermutlich noch am selben Tag – endgültig Rechtssicherheit für die Kunden. Dann hätten sie Gewissheit, dass sie ihre Ansprüche erfolgreich durchsetzen können. Und die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch: Experten rechnen mit einer verbraucherfreundlichen Entscheidung. Wer sich aber auf den Vergleich einlässt, verliert jeden weiteren Rechtsanspruch. Deshalb hat es der Konzern jetzt so eilig.

Volkswagen wird nun mit Vollgas an die Kunden gehen: Der Hersteller setzt ihnen eine Frist zur Zustimmung bis zum 20. April – nicht ohne Zufall zwei Wochen vor dem BGH-Urteil. Aus Sicht des Herstellers sollen bis dahin natürlich möglichst viele Betroffene den Vergleich annehmen.

Für die Kunden bringt die Lösung hingegen große Nachteile:

  • Wer dem Vergleich zustimmt, bleibt auf seinem Betrugsdiesel sitzen. Diese Autos haben aber massiv an Wert verloren und lassen sich kaum mehr verkaufen.
  • Sie erhalten deutlich weniger Geld als möglich.
  • Außerdem berichten viele Betroffene von großen Problemen infolge der Software-Updates.

Was sollten Betroffene jetzt tun?

Rechtsanwalt Claus Goldenstein rät dazu, das Angebot nicht anzunehmen. Goldenstein sagt t-online.de: "Der Konzern weiß nämlich, dass die betroffenen Verbraucher eigentlich deutlich höhere Summen durchsetzen könnten." Seine Kanzlei Goldenstein & Partner vertritt im Dieselskandal mehr als 17.800 Mandanten.

Der Anwalt empfiehlt: Angebot ausschlagen, Rechte individuell durchsetzen. Goldenstein sagt: "Nahezu jedes Gericht in Deutschland bewilligt aktuell die Rückgabe von Dieselskandal-Fahrzeugen an VW. Im Gegenzug muss der Konzern seine Kunden mit einer Summe entschädigen, die weit über dem aktuellen Marktwert des jeweiligen Autos liegt." Im Schnitt setze seine Kanzlei 17.510 Euro pro Betrugsdiesel durch.

Verwendete Quellen:
  • Kanzlei Goldenstein & Partner

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