Sie sind hier: Home > Auto > Recht & Verkehr >

Aktuelle Studie: Mann oder Frau – Wer ist gefährlicher am Steuer?

Aktuelle Studie  

Mann oder Frau: Wer ist gefährlicher auf der Straße?

07.04.2020, 09:28 Uhr | dpa

Aktuelle Studie: Mann oder Frau – Wer ist gefährlicher am Steuer?. Autofahren: Allgemein wird vermutet, dass Männer riskanter auf den Straßen unterwegs sind. (Quelle: imago images/Westend61)

Autofahren: Allgemein wird vermutet, dass Männer riskanter auf den Straßen unterwegs sind. (Quelle: Westend61/imago images)

Heikle Überholmanöver, geschnittene Kurven und zu hohes Tempo: Fahren Männer oder Frauen gefährlicher Auto und Motorrad? Die Debatte ist uralt – nun gibt es neue Studienergebnisse dazu.

Männliche Fahrer sind britischen Forschern zufolge im Straßenverkehr eine deutlich größere Gefahr für andere als Frauen. Die Wissenschaftler hatten britische Daten zu tödlichen Unfällen aus den Jahren 2005 bis 2015 analysiert. Besonders groß war der Geschlechterunterschied bei Motorradfahrern: Männliche Fahrer waren an zehnmal so vielen Todesfällen durch Unfälle beteiligt wie weibliche Fahrer – auf die gefahrenen Kilometer bezogen.

Die Forscher hatten sich getrennt nach Geschlecht und Fahrzeugart angeschaut, wie viele Tote pro einer Milliarde Kilometer zu beklagen waren. Ein Unfalltoter wurde in der Regel dem Fahrer des anderen beteiligten Fahrzeugs zugerechnet – unabhängig von der Schuldfrage. Ein deutscher Experte hält die Ergebnisse für im Kern richtig, hat aber auch Kritikpunkte.

Auch auf vier Rädern fahren Männer gefährlicher

Bei Autos und Transportern war das Risiko durch Männer doppelt so hoch, wie die Forscher um Rachel Aldred von der University of Westminster in London (Großbritannien) im Fachmagazin "Injury Prevention" schreiben. Am geringsten waren die Unterschiede bei Busfahrerinnen und -fahrern. Die Forscher nutzten Verletzungsstatistiken der Polizei, Straßenverkehrsstatistiken, nationale Reiseerhebungen sowie Bevölkerungs- und Geschlechterzahlen des Amtes für nationale Statistik.

"Häufig hat die Fachliteratur die relativ hohe Unfallbeteiligung von Männern mit geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Risikobereitschaft in Verbindung gebracht, obwohl die Art dieser Beziehung immer noch diskutiert wird", schreiben die Forscher.

Versicherungsexperte kritisiert die Studie

Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin hält das Ergebnis der Studie für im Kern richtig. Dass Männer ein aggressiveres und risikoreicheres Verhalten als Frauen zeigen, äußere sich beispielsweise auch in der höheren Zahl der Gewaltdelikte.

Allerdings weist die Studie Brockmann zufolge mehrere Schwächen auf: So beziehe sich die Untersuchung nur auf Unfallbeteiligte, nicht auf die Verursacher. Auch seien nur die Verkehrstoten einbezogen worden, nicht die Verletzten. Und schließlich seien die Unfallbeteiligten nicht nach dem Alter unterschieden worden. "Eine 20-jährige Fahranfängerin stellt wahrscheinlich ein größeres Risiko für andere Verkehrsteilnehmer dar als ein 55-jähriger Mann", sagt Brockmann.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Gebrauchtwagensuche

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Auto > Recht & Verkehr

shopping-portal