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Wie sinnvoll sind Pop-up-Radwege?

dpa, Jordan Raza

Aktualisiert am 02.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Pop-up-Radwege: Radfahrer sind derzeit in StĂ€dten wie Berlin oder MĂŒnchen oft auf solchen temporĂ€ren Spuren unterwegs.
Pop-up-Radwege: Radfahrer sind derzeit in StĂ€dten wie Berlin oder MĂŒnchen oft auf solchen temporĂ€ren Spuren unterwegs. (Quelle: Frank Sorge/imago-images-bilder)
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Einfach einen Weg fĂŒr Radler ausschildern: Das Konzept klingt unkompliziert, aber ist es auch nĂŒtzlich? Die Meinungen darĂŒber gehen auseinander.

Man nehme gelbe Linien, Baustellenschilder und eine Fahrspur – fertig ist der Pop-up-Radweg. Radfahrer sind derzeit in StĂ€dten wie Berlin oder MĂŒnchen oft auf solchen temporĂ€ren Spuren unterwegs.


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Zumeist sind sie eine Reaktion auf die Corona-Krise, weil Menschen seltener Bus und Bahn nutzen. Viele Kommunen dĂŒrften nun im FrĂŒhling noch einmal nachlegen. Aber: Das Konzept ist umstritten. Was fĂŒr die einen ein sinnvoller Bestandteil einer MobilitĂ€tswende ist, erscheint Kritikern als eine unkontrollierte Hau-Ruck-Aktion.

Wenig Aufwand und niedrige Kosten

Wie der Name verrĂ€t, ploppen Pop-up-Radwege buchstĂ€blich auf Straßen auf. Sie sind nur temporĂ€r geplant und kommen ohne umfassende Baumaßnahmen aus. Die rechte Autospur oder der Parkstreifen wird einfach mit gelber Farbe oder Baustellenbaken markiert – das war's.

Die niedrigen Kosten sprechen fĂŒr das Konzept: Planung, Umsetzung und Instandhaltung der Radwege kosteten laut dem Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bis 2021 etwa 20.000 Euro pro Kilometer. Normalerweise wĂŒrden allein fĂŒr die Planung 40.000 Euro fĂ€llig, die Realisierung liege im sechsstelligen Bereich pro Kilometer.

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Einige Pop-up-Radwege könnten dauerhaft bleiben

Fahrradfahrer hoffen derweil aber auf bleibende Lösungen. "Nach der Testphase wird so ein Pop-up-Radweg idealerweise in eine dauerhafte Form gebracht, also in einen ordentlichen geschĂŒtzten Radfahrstreifen (...)", sagt die Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Stephanie Krone. Linken-Bundestagspolitiker Andreas Wagner meint: "Pop-up-Radwege, die sich bewĂ€hrt haben (...), beschleunigen durch ihre schnelle Realisierbarkeit die MobilitĂ€tswende."

Wie viele Kilometer Pop-up-Radwege es deutschlandweit gibt, weiß das Bundesverkehrsministerium nicht. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sind es im Vergleich zu vielen anderen LĂ€ndern wenige. Der Grund: Viele Kommunen Ă€ußerten juristische Bedenken bei der Umsetzung der Radwege, erklĂ€rt DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Resch.

FĂŒr BefĂŒrworter ist es nicht immer einfach

Ein Rechtsstreit in Berlin hat zur Unsicherheit beigetragen. Dort waren 2020 viele Wege entstanden, die fĂŒr mehr Sicherheit und Abstand zwischen Rad- und Autofahrern sorgen sollten. Ein AfD-Abgeordneter klagte jedoch dagegen und bekam vom Verwaltungsgericht Recht. Das Oberverwaltungsgericht setzte das Urteil wieder außer Kraft. Ende Februar wurde das Verfahren eingestellt. Die Radwege bleiben vorerst.

Die aktuelle Straßenverkehrsordnung (StVO) macht es den BefĂŒrwortern der Pop-up-Radwege ebenfalls nicht leicht. Die Anordnung von Schutzstreifen fĂŒr den Radverkehr ist laut Bundesverkehrsministerium sogar unter erleichterten Voraussetzungen möglich – aber: Nachweise fĂŒr eine Notwendigkeit sind dennoch nötig.

"Bisher gilt ein Radweg als Verkehrshindernis, dessen Einrichtung man aufwendig durch Gefahrensituationen begrĂŒnden muss", sagt ADFC-Sprecherin Krone. Dieser BegrĂŒndungszwang mĂŒsse weg. "Radwege sind kein Verkehrshindernis, sondern Verkehrsermöglicher."

BegrĂŒndungszwang benachteiligt Radfahrer

Immerhin bleibt den Behörden bei der BegrĂŒndung ein Spielraum, erlĂ€utert die Sprecherin des Berliner Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, Sara LĂŒhmann. Im Bezirk gibt es derzeit etwa elf Kilometer Pop-up-Radwege. "Man zĂ€hlt die VerkehrsverstĂ¶ĂŸe, Unfallzahlen oder guckt auf die AbstĂ€nde der Pkws zu den Radfahrern."

Zudem seien Radfahrer durch den BegrĂŒndungszwang benachteiligt, meinen die GrĂŒnen. Man mĂŒsse die Logik umdrehen: "Tempo 50 innerorts nur dann, wenn das als ungefĂ€hrlich eingeschĂ€tzt wird – das wĂ€re am Menschen orientiert", so GrĂŒnen-Politiker Stefan Gelbhaar.

Es gibt auch ablehnende Meinungen

Doch nicht jeder Pop-up-Radweg kommt gut an, wie ein Beispiel aus Stuttgart zeigt. Dort wurde ein solcher Radweg im Juni vergangenen Jahres errichtet – und im Oktober wieder zurĂŒckgebaut. Der Grund: Beschwerden aufgrund von LĂ€rmbelĂ€stigung und eine BeeintrĂ€chtigung fĂŒr FußgĂ€nger durch kĂŒrzere GrĂŒnphasen der Ampeln.

Der Autoclub ADAC wirft ein, dass Pop-ups nicht zu mehr Sicherheit fĂŒhrten, sondern sogar neue Konfliktsituationen schafften. "Teils enden die neuen Pop-up-Spuren unvermittelt vor den Knotenpunkten, teils gibt es Konflikte mit dem ruhenden Verkehr, was zu neuen Gefahrensituationen fĂŒhren kann", sagt Sprecher Johannes Boos. Er fordert ein nachhaltiges Konzept und nicht gelbe Linien, die die ideologischen Fronten zwischen Auto- und Fahrradfahrern verhĂ€rteten.

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Auch Union-Fraktionsvize Ulrich Lange wĂŒnscht sich mehr Planung. "Denn schnell aufgemalt und losgefahren heißt nicht, dass es auch automatisch sicherer fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer wird." Die FDP fĂŒrchtet, dass durch die engeren Autospuren Staus entstehen. Statt unkontrollierter Hau-Ruck-Aktionen brauche es langfristige Lösungen, ohne Nachteil fĂŒr den ĂŒbrigen Verkehr, so Liberaler Christian Jung. Das Thema drĂ€ngt, nehmen im FrĂŒhling doch wieder mehr Leute das Rad.

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