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Totwinkel-Assistent - Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Totwinkel-Assistent - Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

14.05.2012, 15:08 Uhr | fk (CF)/ses

Totwinkel-Assistent - Mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Der moderne Totwinkel-Assistent warnt Sie vor nahenden Fahrzeugen (Quelle: Mercedes)

Der moderne Totwinkel-Assistent warnt Sie vor nahenden Fahrzeugen (Quelle: Mercedes)

Immer mehr Pkws sind mit einem Totwinkel-Assistenten ausgestattet, der zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr verhelfen soll. Diese modernen Assistenzsysteme, bestehend aus kleinen Kameras oder Radarsensoren, zeigen an, wenn sich ein Fahrzeug im gefürchteten Toten Winkel befindet, so dass Sie dort nichts und niemanden übersehen können. Wir erklären Ihnen, wie die Technik funktioniert. In unserer Fotoshow erfahren Sie alles Wissenswerte über richtiges Verhalten auf der Autobahn.

Totwinkel-Assistent: Schwedischer Hersteller war Pionier

Unter dem Begriff des toten Winkels wird der Raum bezeichnet, der trotz technischer Hilfsmittel, beispielsweise Spiegel, von Personen, die diesen Raum beobachten wollen, nicht eingesehen werden kann. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und den toten Winkel einsehen zu können, wurde der sogenannte "Totwinkel-Assistent" für Autofahrer entwickelt, welcher für mehr Sicherheit beim Spurwechsel sorgen soll. Mithilfe elektronischer Sensoren wird der Fahrer vor herannahenden Fahrzeugen gewarnt.

Der schwedische Hersteller Volvo war zu Beginn der 2000er Jahre der Vorreiter dieses Systems und der erste Hersteller, der einen Totwinkel-Assistenten in Serie baute. Das sogenannte "Blind Spot Information System" - kurz BLIS - wurde auf dem Genfer Autosalon 2001 an einem Safety Concept Car vorgestellt und als Innovation gefeiert. Wie "Auto Motor und Sport" erklärt, sind bei BLIS zwei Digitalkameras, die mit Infrarotsensoren arbeiten, in den Gehäusen der Außenspiegel eingefasst, um mit einer Frequenz von 25 Bildern pro Sekunde eine Fläche von etwa 30 Quadratmeter zu erfassen. Dringt ein Fahrzeug in diesen Bereich ein, erscheint eine Leuchtanzeige im Außenspiegel und warnt den Fahrer vor einem Spurwechsel. Bei dichtem Nebel oder Schnee hat das System allerdings seine Probleme und schaltet sich ab.

Begrenztes Sichtfeld: Grund für zahlreiche Unfälle

Hintergrund der Entwicklung eines solchen Assistenzsystems ist die hohe Zahl an Verkehrstoten. Allein in Deutschland starben im vergangenen Jahr 3991 Menschen durch Verkehrsunfälle, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies entspricht einem Anstieg um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zahlreiche Unfälle sind darin begründet, dass Fahrzeuge im Toten Winkeln nicht oder zu spät wahrgenommen worden sind. Im Anschluss an Volvo haben zahlreiche weitere Autohersteller reagiert und weiterentwickelte Totwinkel-Assistenten auf den Markt gebracht.

Zeichen und Töne erhöhen Sicherheit

So setzen Audi, BMW und Mercedes lieber auf Radarsensoren statt auf Infrarotstrahlen, wie "Autobild" in diesem Zusammenhang berichtet. Die Frühwarnsysteme der deutschen Hersteller bestehen aus Nahbereichs-Radarsensoren in Front- und Heckstoßfänger. Sie dienen der seitlichen und hinteren Überwachung des Fahrzeugs. Falls sich ein Fahrzeug im überwachten Bereich aufhält, blinkt ein rotes Warndreieck im jeweiligen Außenspiegel auf, dass den Fahrer auf die nahende Gefahr aufmerksam macht. Übersieht oder ignoriert der Fahrer den Hinweis und beginnt den Spurwechsel einzuleiten, blinkt das rote Signal im Spiegel. Bei Mercedes ertönt überdies ein schriller Warnton. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Hersteller wie Volvo, Audi, BMW und Mercedes ihre Totwinkel-Assistenten nur in den größeren Modellen zur Verfügung stellen. Kleinwagen können (noch) nicht mit dem neuartigen Assistenzsystem ausgerüstet werden.

Mazda bietet Totwinkel-Assistenz sogar für Kompaktklasse an

Der japanische Autohersteller Mazda bietet allerdings als erster Hersteller den Totwinkel-Assistenten bereits ab der Kompaktklasse an. Hier heißt das System "Rear Vehicle Monitoring" oder kurz "RVM". Es arbeitet ähnlich wie bei den deutschen Herstellern mit Radarsensoren, die einen Bereich von bis zu 50 Metern hinter dem Fahrzeug abtasten und bei sich nähernden Fahrzeugen optische und akustische Signale aussenden.

Kosten zwischen 500 und 9500 Euro

Die Preise der jeweiligen Totwinkel-Assistenten variieren abhängig von Hersteller und Modell. Volvos Sicherheitsextra BLIS beispielsweise ist ab 620 Euro zu haben. Allerdings muss man bei den Premium-Modellen S80 und V70 mit 2000 Euro etwas tiefer in die Tasche greifen. Bei Audi kostet der Totwinkel-Assistent inklusive aller notwendigen Extras wie Fahrer-Informationssystem (400 Euro) und Multifunktionslenkrad (225 Euro) zusammen etwa 3315 Euro. Bei Mercedes ist das Assistenzsystem wiederum nur in Kombination mit anderen Assistenzsystemen zu haben, die die Radartechnik ebenfalls nutzen. Insgesamt kommt man zu einem stolzen Aufpreis von knapp 9400 Euro.

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