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So schlau ist Ihr neues Lenkrad

dpa, Fabian Hoberg

Aktualisiert am 21.01.2020Lesedauer: 3 Min.
Lenkrad: Immer mehr Funktionskn√∂pfe und ber√ľhrungsempfindliche Fl√§chen sind in den letzten Jahren aufs Lenkrad gewandert.
Lenkrad: Immer mehr Funktionskn√∂pfe und ber√ľhrungsempfindliche Fl√§chen sind in den letzten Jahren aufs Lenkrad gewandert. (Quelle: Daimler AG/dpa-tmn-bilder)
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Mit dem Lenkrad k√∂nnen Autofahrer l√§ngst mehr als nur lenken. Verschiedene Funktionen k√∂nnen mittlerweile per Knopfdruck bedient werden. Moderne Lenkr√§der sollen k√ľnftig aber noch mehr k√∂nnen.

Lenkr√§der k√∂nnen heutzutage mehr als nur die Richtung bestimmen. In denen aktueller Mercedes-Modelle sind heute bis zu 36 Funktionen integriert, etwa Bedienm√∂glichkeiten f√ľr Lautst√§rke, Entertainmentsystem, Fahrassistenzfunktionen und Telefonie.

Seit 2016 setzt Mercedes auch auf Touch-Control-Buttons. Damit scrollen die Finger durchs Men√ľ, das im Cockpit angezeigt wird. √úber diese zehn mal zehn Millimeter kleinen Fl√§chen l√§sst sich auf das zentrale Media-Display zugreifen. In Verbindung mit der Sprachsteuerung l√§sst sich das Auto damit fast komplett steuern, ohne die H√§nde vom Lenkrad zu nehmen.

Das Lenkrad soll nicht zu √ľberfrachtet werden

"Deshalb werden wir in Zukunft voraussichtlich nicht noch mehr Schalter oder Funktionen ins Lenkrad integrieren. Der Fahrer soll nicht vom Fahren abgelenkt werden", sagt Mercedes-Entwickler Marcus Fiege. Weitere Funktionen k√∂nnten das Lenkrad √ľberfrachten und eine Blindbedienung durch den Fahrer erschweren ‚Äď eine fehlerfreie und intuitive Bedienung w√ľrde ihm schwerfallen.

Ziel sei eine barrierefreie Bedienung, auch f√ľr Menschen, die nicht sprechen k√∂nnen oder wollen. Daf√ľr sollen k√ľnftig ber√ľhrungsempfindliche Matten ins Lenkrad integriert werden, damit Sensoren feinf√ľhlig erkennen k√∂nnen, wie H√§nde das Lenkrad umschlie√üen. Das erh√∂he die Sicherheit.

Das Lenkrad wird beleuchtet

Bei einem vor kurzem vorgestellten Konzept-Lenkrad zeigen Ingenieure vom Zulieferer ZF, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Weiterhin rundlich, gibt es hier einen breiten Bildschirm in der Mitte und eine Funktionsbeleuchtung im Lenkradkranz. "Das Lenkrad soll in automatisierten Fahrzeugen Einzug finden, vielleicht in f√ľnf Jahren", sagt ZF-Entwickler Marc Schledorn. Die Illumination in Rot, Gelb und Blau im Lenkradkranz unterst√ľtzt die Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug und fordert ihn optisch zu einer Handlung auf.

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Trotz mittig angeordnetem Display verzichtet das Lenkrad nicht auf einen Airbag ‚Äď er sitzt dahinter und entfaltet sich nach einem m√∂glichen Aufprall durch den Lenkkranz hindurch.

Bei automatisierten Fahrzeugen nach Level drei muss das Lenkrad f√ľr den Fahrer jederzeit greifbar sein, darf also nicht ganz im Armaturenbrett verschwinden. "Was aber k√ľnftig m√∂glich ist, ist, dass sich das Lenkrad etwas zur√ľckzieht und so dem Fahrer mehr Platz gibt", erl√§utert Schledorn. Mit der Steer-by-wire-Technologie w√ľrden die Lenkbefehle nicht mehr mechanisch, sondern elektrisch √ľbermittelt. "So kann die Bewegung des Lenkrads beim automatisierten Fahren von den R√§dern entkoppelt werden und das Lenkrad dreht sich nicht mehr mit."

Das Lenkrad soll erkennen, wie es dem Fahrer geht

Auch ZF plant mit mehr Sensoren in Lenkrädern. Einmal zur Handerkennung, damit das Fahrzeug weiß, ob der Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Zum anderen, um Vitalfunktionen zu erkennen. Dadurch lässt sich die Herzrate während der Fahrt messen.

Bei Volkswagen gibt k√ľnftig ein neues Bedienfeld links und rechts am Lenkrad mit einer sensitiven Bedienung dem Fahrer nach der Bet√§tigung eine haptische R√ľckmeldung. Diese Bedientechnologie kommt demn√§chst im Elektroauto ID3 und danach in weiteren Modellen zum Einsatz.

In den neuesten Modellen kontrollieren Sensoren im Lenkrad, ob der Fahrer das Lenkrad ber√ľhrt. "Mit der Hands-off-Detection-Technologie stellen wir sicher, dass der Fahrer auch im teilautonomen Modus die H√§nde am Lenkrad beh√§lt", sagt VW-Entwickler Roland Otte. Fasst der Fahrer l√§nger als rund zehn Sekunden das Lenkrad nicht an, machen ihn eine Reihe von Warnhinweisen darauf aufmerksam.

VW erteilt dem Display im Lenkrad noch eine Absage

Die VW-Ingenieure sehen derzeit keine Vorteile bei einem Monitor in der Mitte des Lenkrades. "Der Fahrer kann es nur schlecht fokussieren, da seine Augen schnell von Weitsicht auf Nahsicht umschalten m√ľssen. Das strengt ihn an", sagt Otte. Au√üerdem lasse sich ein Fahrerairbag nur mit erheblichem Aufwand integrieren.

"Der Trend bei Volkswagen geht eher dahin, die Bedienfunktionen im Lenkrad zu reduzieren, um den Fahrer mehr zu entlasten. Daf√ľr wird die Bedienung mit Gesten- und Sprachsteuerung zunehmen", sagt VW-Entwickler Pedro Almeida. Die Sprachsteuerung werde besser und intelligenter, so dass sie den Fahrer einfacher und sicherer unterst√ľtzen kann.

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Von Christopher Clausen
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