Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service > Ratgeber >

Gebrauchtwagenkauf: Die sechs besten Tipps – darauf sollten Sie achten!

Schwächen aufdecken  

Die sechs besten Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

10.05.2020, 16:15 Uhr | mab, t-online.de, dpa

Gebrauchtwagenkauf: Die sechs besten Tipps – darauf sollten Sie achten!. Geprüfte Gebrauchtwagen: Besser ist es, vor dem Kauf selbst das Modell der Wahl genau zu prüfen – oder einen Experten heranzuziehen. (Quelle: imago images/Chromorange)

Geprüfte Gebrauchtwagen: Besser ist es, vor dem Kauf selbst das Modell der Wahl genau zu prüfen – oder einen Experten heranzuziehen. (Quelle: Chromorange/imago images)

Jeder dritte Tacho ist manipuliert, schätzt die Polizei – und auch sonst sind viele Gebrauchtwagen nicht das, was der Verkäufer verspricht. Wie Sie die versteckten Hinweise darauf finden und worauf Sie vor dem Kauf besonders achten sollten.

Wer sich beim Gebrauchtwagenkauf unsicher ist, kann eine Werkstatt oder seinen Automobilclub aufsuchen. Dort prüft ein Experte, ob der Gebrauchte etwas taugt. Aber erstens ist das nicht in jedem Fall möglich. Und zweitens auch nicht immer nötig. Denn viele Schwächen können Sie selbst entlarven – wenn Sie wissen, worauf zu achten ist.

Nicht allein zum Kauf

Wer sich einen Gebrauchtwagen kaufen will, nimmt zur Besichtigung einen möglichst kundigen Begleiter mit. Dadurch sinkt das Risiko, sich blenden zu lassen.

Aber selbst Laien können einige Schwachpunkte eines Gebrauchtwagens erkennen. Zum Beispiel im Innenraum: Hinweise auf ein Qualitätsmanko können ein übermäßig abgegriffenes Lenkrad, stark verkratzte Oberflächen oder eine defekte Sitzverstellung geben. Wenn bereits der Innenraum ungepflegt ist, sollten Sie beim Rest des Autos umso genauer hinsehen.

Interessenten sollten auch im Serviceheft nachsehen, ob es Hinweise auf regelmäßige Wartung gibt. Noch besser allerdings sind dafür konkrete Rechnungen geeignet, weil die Arbeiten dort detailliert aufgelistet sind.

Die Probefahrt

Zum Gebrauchtwagenkauf gehört eine gründliche Probefahrt. Sie sollte mit kaltem Motor beginnen und über ruhige Straßen, aber auch über Land führen. Denn manche Mängel verraten sich erst bei höheren Drehzahlen oder Geschwindigkeiten.

Der Motor sollte rund laufen und auf Befehle des Gaspedals gut ansprechen. Ein Knacken beim Abbiegen mit vollem Lenkeinschlag könnte auf fehlerhafte Antriebswellen oder Radlager hinweisen. Kann das Auto die Spur nicht halten, dürfte etwas mit der Fahrwerksgeometrie nicht in Ordnung sein.

Wie lässt sich der Wagen schalten? Ohne Geräusche und leichtgängig? Gut. Eine schwache Leistung und ein Zur-Seite-Ziehen beim Bremsen wiederum machen auf Probleme aufmerksam.

Unterboden und Motorraum prüfen

Auch der Unterboden gibt wichtige Hinweise auf den Zustand des Autos. Hier können Beulen, Schleifspuren und Kratzer auf Aufsetzer hinweisen. Schweißspuren sind eventuell Folge reparierter Unfallschäden.

Auf einer Hebebühne lassen sich das Fahrwerk und die Auspuffanlage genauer ansehen. Die Abgasanlage sollte unter anderem weder Rost noch Risse aufweisen, intakt befestigt sein und nicht klappern. Prüfen Sie auch die Reifen auf Risse und auf ein genügend sowie gleichmäßig abgefahrenes Profil.

Unter der Motorhaube können auch Laien Mängel entdecken. Ölrückstände deuten beispielsweise auf undichte Motor- und Gehäuseteile. Achten Sie auf durchgescheuerte Kabel und gammelige Batterien. Weißlich eingetrocknete Spuren können auf undichte Kühlsysteme hinweisen.

Die Besichtigung machen Sie am besten bei Tageslicht und lassen sich nicht unter Zeitdruck setzen.

Auf ESP und Crashtest-Einstufung achten

Eine sogenannte Fahrdynamikregelung, auch bekannt als Elektonisches Stabilitäts-Programm (ESP), erhöht die Fahrsicherheit eines Autos enorm. Vor dem Jahr 2014 zugelassene Fahrzeuge hatten dieses Assistenzsystem aber zumindest in den unteren Fahrzeugklassen nicht unbedingt serienmäßig an Bord. Achten Sie darauf, ob ESP und gegebenenfalls weitere Sicherheitssysteme vom Spur- bis zum Notbremsassistenten vorhanden sind und auch funktionieren.

Laut der Dekra-Statistik sind im Schnitt bei mehr als jedem zehnten Fahrzeug im Alter von drei bis acht Jahren das ESP, die Airbags oder das Antiblockiersystem (ABS) nicht in Ordnung. Werkstätten können solche und andere Mängel bei einem Gebrauchtwagen-Check aufspüren.

Wurde der Tacho manipuliert?

Jeder dritte Tacho an Gebrauchtwagen ist manipuliert, schätzt die Polizei. Den Betrug zu erkennen, ist beinahe unmöglich. Es gibt aber Indizien. Wenn der Besitzer das Serviceheft (auch Checkheft oder Scheckheft genannt) nicht vorlegen kann, sollten Sie das Auto nicht kaufen. Aber auch hier fälschen die Betrüger. Falls beispielsweise alle Stempelabdrücke gleich aussehen, ist Skepsis geboten.

Im Idealfall sind zusätzlich Prüfberichte und Werkstattrechnungen sowie optimalerweise auch die Zettel der vorangegangenen Ölwechsel verfügbar. Denn auf letzteren sind in der Regel die Kilometerstände notiert. Hier kontrollieren die Käufer, ob die Zeit- und Kilometerangaben glaubwürdig sind. Der aktuelle Ölwechselzettel hängt meist im Motorraum. Ist der dort angegebene Stand des letzten Wechsels höher als der aktuelle Tachostand, ist der Betrug offensichtlich. Wenn der Wagen bereits in einer Vertragswerkstatt war, lassen sich dort unter Umständen die dort bereits hinterlegten Tachoangaben in Erfahrung bringen.

Ein stark verschlissener Innenraum, eine zu weiche Schaltung, sehr viele Kratzer auf Scheinwerfern und Frontscheibe – auch das sind Indizien für eine hohe Laufleistung des Autos.

Vorsicht bei zu verlockendem Angebot

Extrem günstige Angebote sollten generell skeptisch machen. Denn im Internet kann sich eigentlich jeder Verkäufer über das realistische Preisgefüge informieren. Gibt der Verkäufer einen guten Grund dafür an, warum er sein Auto etwa nach einer sehr kurzen Haltezeit schon wieder verkaufen will? Macht er generell einen seriösen Eindruck oder preist er das Auto überschwänglich an? Beantwortet er Fragen vernünftig oder hat er Ausreden?

Bestehen Sie darauf, dass der Verkäufer den Kilometerstand verbindlich im Vertrag festschreibt. Formulierungen wie "soweit bekannt", "laut Vorbesitzer" und "wie abgelesen" streicht man besser. Empfohlen dagegen: "Der Tachostand entspricht der tatsächlichen Laufleistung des gesamten Fahrzeugs". Dann können Sie das Auto unter Umständen zurückgeben oder den Preis mindern, wenn es sich als manipuliert erweist – aber eben nur dann.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal