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Aluminium: Autobauer stehen vor nächstem Engpass


Autobauer stehen vor nächstem Engpass

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 08.02.2022Lesedauer: 2 Min.
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Aluminium: In seinem natürlichen Zustand ist es für die Industrie unbrauchbar. Um es nutzbar zu machen, wird das knappe Magnesium benötigt.
Aluminium: In seinem natürlichen Zustand ist es für die Industrie unbrauchbar. Um es nutzbar zu machen, wird das knappe Magnesium benötigt. (Quelle: Dado Ruvic/Reuters-bilder)
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Chipkrise und Magnesiummangel machen Autos knapp und teuer. Nun zeichnet sich ein weiterer Engpass ab – und auch er trifft die deutsche Autoindustrie besonders hart.

Es sind laute Alarmsignale, die derzeit von den Rohstoff-Handelsplätzen zu hören sind: In China stieg der Aluminium-Preis allein am Montag um 3,2 Prozent auf mehr als 3.500 US-Dollar je Tonne – der größte Tagesgewinn seit fünf Monaten. In London lag der Preissprung bei zwei Prozent auf 3.135 US-Dollar. Der Grund: Sorge vor Lieferausfällen. Deshalb decken sich Anleger derzeit massiv mit Aluminium ein.


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Zum Vergleich: Im September 2015 lag der Tonnen-Preis bei etwa 1.470 US-Dollar.

Die Aluminiumhütten würden derzeit wegen der hohen Energiepreise ihre Produktion herunterfahren, sagt ein Börsen-Experte gegenüber der Nachrichtagentur Reuters. Denn die Produktion des Leichtmetalls ist sehr energieintensiv – und wird mit steigenden Energiepreisen ebenfalls immer teurer.

Aber das ist nur ein Teil des Problems. Der andere liegt weit entfernt, etwa 7.600 Kilometer östlich von Deutschland. Nämlich in Shaanxi.

Ohne Aluminium keine Neuwagen

Deutschland benötigt mehr als drei Millionen Tonnen Aluminium pro Jahr. Im produzierenden Gewerbe ist das Leichtmetall unverzichtbar. Ganz besonders in der Autoindustrie: Sie allein verbraucht die Hälfte des gesamten deutschen Aluminium-Bedarfs. In jedem Neuwagen stecken 150 bis 200 Kilogramm Alu, in einem E-Auto sogar 600 Kilogramm.

Im Naturzustand ist das Leichtmetall aber für die Industrie unbrauchbar – ihm fehlen die benötigten Eigenschaften: Es soll leicht sein, belastbar, beständig gegen Kälte und Hitze.

Aber was hat das mit Shaanxi zu tun?

Für die Produktion bestimmter Aluminium-Legierungen, wie sie im Auto- und Flugzeugbau gebraucht werden, ist wiederum ein weiteres Leichtmetall unersetzlich: Magnesium. 95 Prozent des europäischen Bedarfs kommen aus China – eben vor allem aus Shaanxi. Die Provinz ist das Herz von Chinas Magnesium-Produktion. Und die kam zwischenzeitlich beinahe zum Erliegen. Auch ein Mangel an Magnesium zieht eine Verknappung von Aluminium nach sich.

Magnesium-Produktion in Shaanxi: Das Metall ist reichlich vorhanden – nur eben vor allem in China.
Magnesium-Produktion in Shaanxi: Das Metall ist reichlich vorhanden – nur eben vor allem in China. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

Übrigens: Europa produzierte auch selbst Magnesium. Aber das ist lange her. "Deutschland und Europa sind deshalb besonders stark von den Lieferengpässen betroffen, da im Jahr 2001 die verbliebene Magnesiumproduktion als Folge von gedumpten chinesischen Einfuhren aufgegeben wurde", erklärt die Wirtschaftsvereinigung Metalle. Der Europäische Aluminium-Verband sieht im derzeitigen Engpass ein Beispiel für die Risiken, die eine Abhängigkeit der Ökonomie in der EU von chinesischen Exporten mit sich bringe.

Wegen ihres immensen Bedarfs ist die Autoindustrie am stärksten betroffen, wenn das Aluminium knapp wird. Aber auch an anderen Stellen, bis hin zur Lebensmittelverpackung, drohen Engpässe.

Schon der Chipmangel führte zu gewaltigen Absatzeinbrüchen für die Autoindustrie – und teils extremen Wartezeiten auf Neuwagen. "Die Marktentwicklung hängt entscheidend davon ab, in welchem Umfang es gelingt, die Lieferfähigkeit zu verbessern", warnt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller, angesichts der Lage. Und die wirkt sich auch auf die Käufer aus: "Der Markt an Neuwagen ist leergefegt“, sagt Oliver Falck vom Institut für Wirtschaftsforschung (ifo). "Deswegen können die Händler ihre Autos ohne Rabatte an die Endkunden verkaufen."

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Statista
  • Manager Magazin
  • Handelsblatt
  • tagesschau.de
  • aluinfo.de
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