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Rakete bringt Esa-Teleskop Euclid in All: Für finsteren Grund


Mission dauert sechs Jahre
"Euclid" ins All gestartet – Teleskop soll Dunkle Materie erkunden

Von t-online, dom

Aktualisiert am 06.07.2023Lesedauer: 2 Min.
StartVergrößern des BildesDie Rakete SpaceX Falcon 9 mit dem Weltraumteleskop "Euclid" der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) hebt ab. (Quelle: John Raoux/AP/dpa/dpa)
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Von der "Euclid"-Teleskopmission erhoffen sich Wissenschaftler, Licht in zwei der größten Rätsel des Universums zu bringen: Dunkle Energie und Dunkle Materie.

Ein europäisches Weltraumteleskop ist auf eine viele Millionen Kilometer lange Reise geschickt worden, um das Universum zu kartografieren. Die Esa-Sonde "Euclid" zur Erforschung von Dunkler Materie und Dunkler Energie startete in der Nacht zu Sonntag erfolgreich vom US-amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Das Fluggerät wurde an Bord einer Falcon-9-Rakete des US-Unternehmens SpaceX ins All befördert. "Der Detektiv des dunklen Universums wagt sich ins Unbekannte. Wir wünschen Dir eine sichere Reise, Euclid", twitterte die Europäische Raumfahrtbehörde Esa.

"Euclid" soll sechs Jahre durchs All reisen

Mit einem hochauflösenden Teleskop soll "Euclid" einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung innerhalb der vergangenen zehn Milliarden Jahre erforschen. Ziel ist es auch, eine 3D-Karte zu erstellen, in der Zeit die dritte Dimension ist. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden von Galaxien gesammelt werden.

Die Sonde "Euclid", benannt nach dem antiken griechischen Mathematiker, wird sechs Jahre lang durch den Weltraum reisen und dabei etwa 1,5 Millionen Kilometer weit ins All fliegen. Allein der Weg zu ihrem Bestimmungsort wird nach Angaben der Esa etwa einen Monat dauern. Nach einigen Tests soll die etwa 1,4 Milliarden Euro teure Mission dann im Oktober richtig losgehen. Vorerst soll die Sonde sechs Jahre im Einsatz sein.

Mit Hilfe von "Euclid" wollen Forscherinnen und Forscher die Ausdehnung des Universums sehen und nachvollziehen, wie sich einzelne Strukturen gebildet haben. Daraus wollen sie Schlüsse auf Dunkle Materie und Dunkle Energie ziehen.

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Giuseppe Racca, der bei der Esa für die Mission zuständig ist, geht davon aus, dass "Euclid" enorm viele neue Informationen liefern wird. "Ich erwarte, dass 'Euclid' die Wissenschaftsgemeinschaft mit einer nie da gewesenen, riesigen Menge an Daten fluten wird."

Was ist Dunkle Materie?

Die Dunkle Materie verhält sich unter dem Einfluss der Gravitation ähnlich wie normale Materie. Wie der Name sagt, ist diese Form von Materie aber "dunkel". Das heißt, sie ist weder im sichtbaren noch im Radio- oder Röntgenbereich sichtbar.

Dunkle Materie wurde erstmals 1933 von dem Schweizer Astronomen Fritz Zwicky postuliert, der die kinetische Energie von Galaxien analysierte und so indirekt auf die Gesamtmasse des Systems schließen konnte. Diese war wesentlich größer als die sichtbare Masse.

Sojus-Kooperation zerbrach

Ursprünglich wollte die Esa die für sie enorm wichtige Sonde mit einer russischen Sojus-Rakete ins All schießen. Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine und den darauffolgenden Sanktionen zog Moskau seine Sojus-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana aber ab.

Die europäische Ariane 6, mit der "Euclid" ebenfalls kompatibel ist, ist noch nicht einsatzbereit. Erst Ende des Jahres soll sie ihren Erstflug absolvieren. Nun fliegt die Esa das Teleskop mit einer Falcon 9 des US-Unternehmens SpaceX in den Weltraum.

Verwendete Quellen
  • Esa.int: "Euclid - Exploring the dark Universe"
  • Esa-Instagram-Account mit Informationen zum Start der Sonde
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen afp und dpa
  • Max-Planck-Gesellschaft: "Dark Matter"
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