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Apple Watch Ultra im Test: Ziemlich gut – und unverschämt teuer


Der neue Smartwatch-Standard mit Ultra-Preisschild

  • Jan Moelleken
Von Jan Mölleken

Aktualisiert am 26.12.2022Lesedauer: 7 Min.
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Apple Watch Ultra: Auch für Hobbysportler ist das Gerät ein nützliches Upgrade
Apple Watch Ultra: Auch für Hobbysportler ist das Gerät ein nützliches Upgrade (Quelle: t-online / Jan Mölleken)
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Die Apple Watch Ultra wird für Extremsportler beworben. Dabei profitieren von den meisten Änderungen alle Nutzer. Der Preis ist aber tatsächlich ultra.

Im Herbst hat Apple die Watch Ultra (ab 930 Euro) vorgestellt. Eine größere, leistungsfähigere und rundum besser geschützte Variante der äußerst erfolgreichen Apple Watch. Und irgendwie "ultra" scheint auch die Zielgruppe dafür zu sein.

Im zugehörigen Werbespot werden mit der Smartwatch am Handgelenk im Schneesturm zerklüftete Bergpässe erklommen, in gleißender Hitze die Kämme von Sanddünen entlang gerannt oder auch die Schwärze der Unterwassertiefe durchtaucht.

Zugegeben – mit dem Alltag eines sportlich einigermaßen aktiven Stadtbewohners hat das alles wenig zu tun. Wir haben das neue Topmodell dennoch in genau diesem Setting getestet und darüber mit Jay Blahnik gesprochen. Der Manager und Fitness-Guru ist bei Apple verantwortlich für alle Fitness-Technologien.

Wie sich das Gerät im Alltag von Durchschnittsnutzern schlägt, erfahren Sie in unserem Test.

Der Größenunterschied ist bald vergessen

Was auf den ersten Blick auffällt, ist die Größe. Beim ersten Anfassen im September in Cupertino hatten auch wir Zweifel, ob sich das am Handgelenk nicht zu groß anfühlen würde:

Apple Watch 8 und Apple Watch Ultra (rechts) im Vergleich
Apple Watch 8 und Apple Watch Ultra (rechts) im Vergleich (Quelle: t-online / Jan Mölleken)

Im Vergleich zur "normalen" Watch Series 8 ist die Ultra jeweils um vier Millimeter (mm) auf 49 mm Höhe und 44 mm Breite angewachsen – also jeweils grob um zehn Prozent. Deutlich auffälliger hat sie aber in der Dicke zugelegt: Statt 10,7 mm misst die Ultra nun 14,4 mm.

Auch das Gewicht der Uhr ist deutlich höher: 61,3 Gramm – gut 20 Gramm mehr als die Apple Watch 8 in der größeren Gehäuseausführung. Das hat auch mit dem Material zu tun. Die Watch 8 ist aus Aluminium gefertigt, das Gehäuse der Watch Ultra aus Titan. Das etwas teurere Watch-Modell aus Edelstahl ist hingegen nur rund 10 Gramm leichter als das Ultra-Modell.

Zu unserer Überraschung war der Größen- und Gewichtsunterschied aber schon nach wenigen Stunden Tragezeit kein Thema mehr. Typische Herrenchronografen sind ohnehin oft doppelt oder dreimal so schwer.

Viele Vorteile – längst nicht nur für Extremsportler

Auch jenseits der Abmessungen ist die Watch Ultra augenfällig anders – erstmals seit der Einführung der Smartwatch, betont Jay Bahnik im Gespräch mit t-online:

Die Bedienelemente sind besser geschützt, das Displayglas ist ins Titangehäuse eingefasst.
Die Bedienelemente sind besser geschützt, das Displayglas ist ins Titangehäuse eingefasst.

"Im Wesentlichen ist das Design der Apple Watch von Beginn an fast unverändert, weil es wirklich gut für die Menschen funktioniert." Aber "vor ein paar Jahren" habe man bei Apple entschieden, dass man eine auch äußerlich angepasste Watch Ultra auf den Markt bringen werde.

Das fertige Produkt dieser Entscheidung sieht tatsächlich deutlich anders aus: So sind etwa die Krone (der Drehknopf) und der nebenliegende Knopf jetzt so ins Gehäuse eingefasst, dass sie besser geschützt sind. Der ist für Extremkletterer sicherlich wichtig – aber auch im Großstadtalltag ist das praktisch. Beim Test geschah es erheblich seltener, dass die Bedienelemente durch starke Beugung des Handgelenks versehentlich betätigt wurden.

Gänzlich neu ist die Aktionstaste auf der anderen Seite des Watch-Gehäuses. Sie lässt sich in den Geräteeinstellungen mit zahlreichen Funktionen belegen: So kann man etwa ein bestimmtes Training beginnen, die Stoppuhr starten, einen Kurzbefehl ausführen – oder aktiviert so die Taschenlampe. Auch Apps von Drittanbietern können festgelegte Aktionen für die neue Taste anbieten – hier wird es in Zukunft sicherlich noch etliche weitere Anwendungen geben. Im Test erwies sich das schon jetzt als sehr praktisch.

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Dass dieser Knopf überhaupt existiert, sei bemerkenswert, sagt Blahnik: "Es ist wirklich eine Seltenheit für Apple, einem unserer Geräte einen neuen Knopf zu verpassen. Aber bei der Apple Watch Ultra fühlte es sich einfach richtig an, weil der neue Knopf sie auf ein neues Level hebt."

Das ist die neue Aktionstaste auf der linken Seite der Watch Ultra.
Das ist die neue Aktionstaste auf der linken Seite der Watch Ultra. (Quelle: t-online / Jan Mölleken)

Es wäre vermutlich ohne größere Ingenieursleistung möglich, eine solche Taste auch in die kommenden Modelle der normalen Apple Watch zu integrieren. Blahnik bleibt dazu Apple-typisch vage: "Wir haben diesen Wunsch von vielen Athleten gehört – ich sag mal: Sag niemals nie."

Doppelte GPS-Frequenz und doppelte Helligkeit

Zum ersten Mal nutzt Apple bei diesem Watch-Modell übrigens neben L1 eine zweite GPS-Frequenz – L5 – für die Ortung der Uhr. Dies soll vor allem für Läufer hilfreich sein – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, sagt Blahnik: "Es gibt Umgebungen, die für die L1-GPS-Frequenz sehr herausfordernd sind. Erstmals bieten wir in der Apple Watch Ultra nun zusätzlich die L5-GPS-Frequenz. L1 erfordert eine direkte Sichtlinie zum Satelliten. Bei L5 kann das Signal auch von der Umgebung reflektiert werden – etwa von Hochhäusern in engen Straßenschluchten."

Wer also viel in Häuserschluchten joggt, könnte sich über diese Erweiterung freuen. Im Test war es zwar gar nicht so einfach, Orte zu finden, an denen das einfache GPS in der Apple Watch Series 8 überhaupt Probleme bekam. Dort klappte die GPS-Ortung der Watch Ultra dann teilweise genauer. Für die meisten Nutzer dürfte dies jedoch kein schlagendes Kaufargument sein.

Ähnlich ist es mit dem neuen Display: Das kann mit einer Spitzenhelligkeit von beeindruckenden 2.000 Nits bei direkter Sonneneinstrahlung nun doppelt so hell leuchten wie alle übrigen Modelle. Damit lässt sich die Uhr unter jeder Bedingung sehr gut ablesen – echte Probleme hat man bei der Watch 8 allerdings auch nicht, die mit 1.000 Nits schon eine gute Lesbarkeit unter freiem Himmel bietet.

Deutlich positiver fällt jedoch der vergrößerte Bildschirm auf: Ein eigenes Watchface kann nun insgesamt acht Komplikationen anzeigen – drei mehr als auf der Watch 8 möglich sind. Auch die Bildschirmtastatur lässt sich gefühlt etwas besser bedienen – zu groß wirkt das neue Display zu keiner Zeit.

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Außerdem ist sie die erste Watch, die bis zu 100 Meter wasserdicht und besonders staubfest ist. Zudem bietet sie einen Tiefenmesser. Im Zusammenspiel mit der gerade vorgestellten kostenpflichtigen App Oceanic+ (10,49 Euro pro Monat) wird die Uhr zum Tauchcomputer für Urlaubstaucher. Aber darum soll es in diesem Alltagstest nicht gehen.

Akku spielt in einer neuen Klasse

Der wichtigste Unterschied ist allerdings die Batterie. Die ist gefühlt doppelt so groß wie die in den üblichen Watch-Modellen. Reichte der Akku bei einer normalen Watch – auch beim neuesten Modell 8 – in der Regel einen Tag, so sind es bei der Watch Ultra zwei Tage.

Laut Apple-Manager Blahnik hatte man dabei vor allem Extremsportler im Sinn, die eine Apple Watch bislang nicht nutzen konnten: "Wir glauben, dass die meisten Athleten jetzt mit einer Akkuladung einen Ironman absolvieren können – und die maximal erlaubte Zeit beträgt hier 17 Stunden."

Auch für Outdoor-Aktivitäten sei dies hilfreich: "Man legt die Uhr am Freitagmorgen an, fährt nach der Arbeit direkt zum Camping, wandert am Samstag elf Stunden lang und hat am Abend immer noch etwas Akku übrig – ohne dass man die Watch Ultra zwischendurch aufladen musste", sagt Blahnik.

In unserem Test gab es weder Ironman-Durchläufe noch Campingtrips – der Vorteil eines größeren Akkus war dennoch überall merkbar. Etwa für Nutzer, die ihre Uhr auch nachts tragen und die Schlaftracking-Funktion nutzen. Denn je nachdem, wie aktiv man die Watch am Tag nutzt, konnte es über Nacht bei den übrigen Modellen schon eng mit der Laufzeit werden. Nicht selten musste eine Apple Watch dann abends noch aufgeladen werden.

Die Watch Ultra schaffte im Test bei normaler Nutzung mit etwa einer Stunde Training pro Tag volle zwei Tage und zwei Nächte, bevor sie wieder aufgeladen werden musste. Im Alltag bedeutet das deutlich mehr Flexibilität: Statt sklavisch jeden Abend oder Morgen zu laden, kann man dies auch mal ausfallen lassen.

Im mehrwöchigen Test passierte es nie, dass man unerwartet den Heimweg auf dem Fahrrad nicht mehr tracken konnte, weil die Energie nicht reichte. Das hat auch damit zu tun, dass die Warnung bei einem Akkustand von 10 Prozent dem Nutzer noch etwa doppelt so viel Laufzeit gibt wie die gleiche Warnung auf einer klassischen Watch.

Der neue Energiesparmodus hilft dabei ebenfalls: Hier werden die Aufzeichnungsintervalle von Pulsmessung und GPS-Standort etwas reduziert, dafür verlängert sich die Laufzeit auf bis zu 60 Stunden, verspricht Apple. Im Test haben wir das erreicht.

Hinzu kommt, dass mit den Jahren die Akkukapazität abnimmt und eine normale Watch kaum noch über den Tag kommt. Hier wird die Ultra auch auf lange Sicht große Reserven bieten.

All das weiß auch Apple: "Allein in den wenigen Wochen, die die Ultra jetzt auf dem Markt ist, haben wir gesehen, wie viele Kunden die Watch kauften, die einfach nur die tolle Batterielaufzeit haben wollen und nicht vorhaben, je einen Ironman zu absolvieren."

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Fazit: Noch Ultra, hoffentlich bald Standard

Die Apple Watch Ultra hat sich im Test als überraschend vielseitige und alltagsfreundliche Smartwatch gezeigt. Natürlich sind einige Sonderfunktionen gezielt auf Extremsportler und Freizeittaucher zugeschnitten. Aber vier Wochen Test in Berlin zeigen: Die Watch Ultra ist auch hier in vielen Belangen die bessere Apple Watch.

Doch für viele Nutzer dürfte der Kauf einer Watch Ultra dennoch nicht zur Debatte stehen und das liegt in erster Linie am Preis: Mit einem Listenpreis von 999 Euro ist die Smartwatch doppelt so teuer wie die Watch Series 8 mit dem größeren 45 mm Gehäuse (ab 539 Euro).

Für Freizeitsportler und insbesondere für Läufer sind mit dem aktuellen WatchOS 9 alle kompatiblen Apple-Watches zu einem ungleich besseren Fitnessbegleiter geworden – softwareseitig hat die Ultra ihnen hier nichts voraus. Dies zu erläutern, würde jedoch den Rahmen sprengen. Hardwareseitig ist die Ultra klar besser.

Die Preisdifferenz schrumpft jedoch, sobald man besser ausgestattete Modelle kauft. Soll die Series 8 ebenfalls ohne iPhone Verbindung zum Internet und Telefonnetz halten, werden für die LTE-Variante bereits 659 Euro fällig. Will man – wie bei der Ultra – zusätzlich noch kratzfestes Saphirglas auf dem Uhrdisplay, muss man bereits die Series 8 mit Edelstahlgehäuse kaufen (949 Euro). Das kann eigentlich aber niemandem empfohlen werden, denn für nur 50 Euro mehr gibt es die um Längen bessere Watch Ultra.

Innerhalb der Apple-Welt ist der Preis also durchaus angemessen – für das Gros der potenziellen Käufer sicher aber dennoch zu hoch.

Bleibt zu hoffen, dass Apple einen Teil der Vorteile künftig auch in die günstigeren Modelle einbaut – und sei es nur der neue Knopf und die bessere Batterie. Denn die Watch Ultra zeigt, wie viel besser die Apple Watch noch sein könnte – und das, obwohl sie schon jetzt allgemein als die beste Smartwatch auf dem Markt gilt.

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Verwendete Quellen
  • Eigener Test
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Von Steve Haak
AppleGPS

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