Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone > Apps >

Telegram schließt rechtsextreme Online-Hetzgruppen in den USA

Nach Sturm aufs Kapitol  

WhatsApp-Alternative Telegram schließt rechtsextreme Hetzgruppen

14.01.2021, 10:40 Uhr | str, t-online

Telegram schließt rechtsextreme Online-Hetzgruppen in den USA. Trump-Unterstützer protestieren gegen den Wechsel im Weißen Haus: Nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Washington geht auch Telegram verstärkt gegen rechtsextreme Hassgruppen vor.  (Quelle: dpa/Ted S. Warren)

Trump-Unterstützer protestieren gegen den Wechsel im Weißen Haus: Nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Washington geht auch Telegram verstärkt gegen rechtsextreme Hassgruppen vor. (Quelle: Ted S. Warren/dpa)

Der Messenger gilt als recht liberal im Umgang mit Verschwörungstheorien und Online-Hetze. Doch nach den Ereignissen in Washington greift auch Telegram verstärkt in die Debatte ein. 

Seitdem Facebook, YouTube und Twitter verschärft gegen Hassbotschaften und Falschinformationen vorgehen, flüchten viele Rechtsextreme und Verschwörungsideologen zu alternativen Plattformen. Eine davon ist der Messenger Telegram, wo Nutzer auch in öffentlichen Kanälen posten können. Mehr zur App erfahren Sie hier

In Deutschland organisieren sich unter anderem viele Corona-Leugner über die Plattform. Telegram gilt als recht liberal im Umgang mit problematischen Inhalten. Doch laut einem Bericht aus den USA könnte damit bald Schluss sein. Demnach hat die App nach dem Sturm aufs Kapitol am vergangenen Mittwoch ebenfalls damit begonnen, organisierte Neonazi-Netzwerke zu zerschlagen.

Gesperrte Kanäle sind weiterhin sichtbar

Dabei wurden an einem einzigen Tag dutzende Kanäle gesperrt, wie die Plattform dem Magazin "TechCrunch" bestätigte. Es habe "Aufrufe zur Gewalt" gegeben, was laut den Nutzungsbedingungen ausdrücklich verboten sei, teilte Telegram mit. Einen direkten Zusammenhang zu den Ausschreitungen in Washington wollte der Sprecher nicht herstellen. Die gemeldeten Inhalte würden noch geprüft. 

Telegram will nach eigenen Angaben unter anderem verstärkt gegen Konten vorgehen, über die Nazi-Symbole und andere rechtsextreme Inhalte verbreitet werden. Allerdings konnten einige der angeblich blockierten Kanäle weiterhin über den Browser aufgerufen werden, schreibt "TechCrunch".  

Es beginnt ein Katz- und Mausspiel

Als Beispiel nennt der Bericht eine Gruppe mit mehr als 10.000 Mitgliedern, die nun ebenfalls gesperrt wurde. In dem Kanal wurde zuletzt eine Nazi-Flagge gepostet mit der Beschreibung "Ihr könnt eine Idee nicht töten". Offenbar sorgen die Sperrmaßnahmen für einige Unruhe unter den Betroffenen: Um sich auf etwaige Kontosperren vorzubereiten, wurden zahlreiche Zweitkanäle und Alternativ-Gruppen eröffnet und mit den Followern geteilt.

Für Telegram dürfte es schwer werden, in diesem Katz- und Mausspiel die Oberhand zu gewinnen. Hilfestellung bekommen die Plattformbetreiber von zahlreichen linken Aktivisten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, extremistische Inhalte und Gewaltaufrufe systematisch zu melden und Täter zu enttarnen. Auch in Deutschland steht Telegram regelmäßig in der Kritik, zu wenig gegen rechtsextreme Propaganda zu unternehmen. Den US-Aktivisten ist es aber offenbar nach Jahren gelungen, den Druck auf die Plattform deutlich zu erhöhen. 

25 Millionen neue Nutzer in 72 Stunden

Telegram erfährt regen Zulauf, nachdem das bei Rechtsextremen beliebte Netzwerk Parler zuvor von Google, Apple und Amazon fallen gelassen wurde und derzeit nicht verfügbar ist. Doch nicht nur deshalb gewann die Plattform zuletzt innerhalb von nur 72 Stunden 25 Millionen neue Nutzer dazu. Der Zustrom dürfte zu großen Teilen auch auf die neuen Nutzungsbedingungen beim Messengerdienst WhatsApp zurückzuführen sein, die am 8. Februar in Kraft treten.

Viele Nutzer wollen nun aufgrund von Datenschutzbedenken zu einer anderen Chat-App wechseln. Ob Telegram allerdings eine geeignete Alternativ bietet, ist umstritten. Zuletzt hatte das Unternehmen seine Pläne enthüllt, wie es mit neuen Bezahlmodellen in der App Geld verdienen will. Zudem gibt es Zweifel an der Sicherheit der Verschlüsselung und Datenübertragung. 

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone > Apps

shopping-portal