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Polizei warnt vor Identitätsdiebstahl mit falschen Jobangeboten im Netz

Bewerberdaten missbraucht  

Polizei warnt vor Identitätsdiebstahl mit falschen Jobangeboten im Internet

24.07.2018, 16:24 Uhr | dpa, avr

Polizei warnt vor Identitätsdiebstahl mit falschen Jobangeboten im Netz. Das Video-Ident-Verfahren wird oft über eine Smartphone-App realisiert. Alternativ läuft die Prüfung der Identität an einem Rechner mit Webcam.  (Quelle: dpa/Andrea Warnecke.)

Das Video-Ident-Verfahren wird oft über eine Smartphone-App realisiert. Alternativ läuft die Prüfung der Identität an einem Rechner mit Webcam. (Quelle: Andrea Warnecke./dpa)

Die Polizei warnt vor falschen Stellenausschreibungen im Netz, die für Identitätsdiebstahl missbraucht werden. Wer sich bewirbt und persönliche Daten preisgibt, könnte in illegale Geschäfte verwickelt werden.

Das sogenannte Video-Ident-Verfahren zur Identifizierung des Antragstellers bei Eröffnung eines Bankkontos oder bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags ist inzwischen gängige Praxis. Deshalb haben auch längst Kriminelle das Verfahren als Werkzeug entdeckt, um etwa mit Hilfe ahnungsloser Jobsuchender Bankkonten zur Geldwäsche einzurichten. Davor warnt das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen.


Falscher Job, echter Betrug

Um Opfer zu finden, schalten die Kriminellen falsche Stellenanzeigen ins Internet. Dabei bedienen sie sich auch Namen bekannter Unternehmen oder Personen. Unter Umständen erstellen die Betrüger Fake-Seiten, die denen des Konzerns ähneln. Das LKA-Niedersachsen nennt beispielsweise einen Nachbau des Bewerbungsportal der Bahn. Die Bewerbung erfolgt dabei ausschließlich online, laut Anzeige wird es kein persönliches Gespräch geben.

Von allen Bewerben fordern die Kriminellen persönliche Daten: Einen beidseitigen Scan des Personalausweises, einen Lebenslauf mit Foto, weitere Bewerbungsunterlagen, ein Selfie mit dem Personalausweis in der Hand sowie gegebenenfalls Bankdaten

Nächster Schritt: Video-Ident-Verfahren

Die Täter missbrauchen die geschickten Daten, um bei einer Bank einen Antrag auf Eröffnung eines Kontos zu stellen. Dabei leiten sie den gesamten Mail- und Schriftverkehr über sich. Um das Konto eröffnen zu können, fehlt aber noch eine Identifikation per Video-Ident.

Aus diesem Grund melden sich die Kriminellen beim Bewerber mit der Bitte, eine vorgegebene Video-App zu installieren. Sie soll dazu dienen, den Bewerber zu identifizieren, da ein persönlicher Kontakt ja nicht stattfindet.

Wer hier nicht erkennt, dass er anschließend über die App ein Video-Ident-Verfahren zur Kontoeröffnung durchläuft, das nichts mit seiner vermeintlichen Bewerbung zu tun hat, verhilft den Hintermännern zu einem Geldwäschekonto, das auf seinen Namen läuft.

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Anzeige bei der Polizei

Das LKA Niedersachsen rät, zu Beginn eines Ident-Verfahrens, den Sinn und Zweck der Überprüfung klar zu benennen – im Beispielfall also etwa zu sagen, dass man sich auf ein Stellenangebot beworben hat und das Verfahren deshalb durchlaufen soll. Daraufhin würde der Mitarbeiter des Video-Ident-Dienstleisters die Identifizierung, bei der man unter anderem seinen Personalausweis vor die Kamera halten muss, sofort abbrechen und auf die Betrugsgefahr hinweisen.

Wer zudem seine Daten bereits an die Kriminelle geschickt hat, sollte Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten.

Verwendete Quellen:

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