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"Close to the Sun": Bildgewaltiges Grusel-Adventure mit einigen Schwächen

"Close to the Sun" im Test  

Bildgewaltiges Grusel-Adventure mit einigen Schwächen

Von Ali Vahid Roodsari

22.05.2019, 14:20 Uhr
"Close to the Sun": Bildgewaltiges Grusel-Adventure mit einigen Schwächen. "Close to the Sun": Das Grusel-Adventure kommt mit guter Grafik, aber Gameplay-technisch hat es einige Schwächen.  (Quelle: Screenshot

"Close to the Sun": Das Grusel-Adventure kommt mit guter Grafik, aber gameplay-technisch hat es einige Schwächen. (Quelle: Screenshot "Close to the Sun")

Das Horror-Adventure "Close to the Sun" will eine packende Geschichte und ein nervenaufreibendes Abenteuer rund um den Erfinder Nikola Tesla bieten. Doch dabei macht das Spiel einige Fehler.

Wer überleben will, muss rennen. Jedenfalls gilt das im Spiel "Close to the Sun". In dem Horror-Adventure der Firma Storm in Teacup übernehmen Spieler die Rolle der Journalistin Rose Archer. Die begibt sich auf dringender Bitte ihrer Schwester Ada Archer auf das Schiff "Helios" des Erfinders Nikola Tesla.

Tesla gilt als Vater des Wechselstroms und hatte in der Realität unter anderem die Vision, kostenlosen Strom für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Um diese und andere Vorhaben wahr werden zu lassen, hat Tesla in "Close to the Sun" Wissenschaftler aus aller Welt auf die "Helios" geladen, um mit ihm an neuen Erfindungen zu forschen – darunter Ada Archer. Doch auf dem Schiff angekommen findet Rose nicht ihre Schwester, sondern Berge von Leichen. Für den Spieler startet damit ein bildgewaltiges Abenteuer, das sich durch einige Schwächen in Gameplay und Story enttäuscht.

Schwesternsuche unter Toten

Die kommende Spielzeit – knapp fünf bis sechs Stunden – versucht Rose aufzudecken, was auf der "Helios" passiert ist. Dabei muss der Spieler Rätselaufgaben lösen, kann sogenannte "Collectibles" sammeln (meist Nachrichten oder Skizzen) und muss vor Gegnern wegrennen. Verteidigen kann sich Rose nämlich nicht. 

"Close to the Sun" überzeugt dabei von Anfang bis Ende mit seiner Grafik und Atmosphäre. Entwicklerstudio Storm in a Teacup setzt auf Unreal Engine 4 und schafft es, eine grafisch eindrucksvolle "Helios" zu präsentieren. Die Entwickler würzen das Szenario mit Kleinigkeiten wie Propaganda-Poster von und über Nikola Tesla. Rose schlägt sich Fliegen aus dem Gesicht, während sie über Leichen steigt. Negativ fällt auf, dass menschliche Charaktere ein puppenartiges Aussehen haben, was wohl der Unreal Engine geschuldet ist.

Auch kann "Close to the Sun" durch seine musikalische Untermalung in Form von Klavierklimpern und dem Spiel mit Licht und Dunkelheit eine Gruselstimmung aufbauen – ähnlich wie der Shooter "Bioshock". Tatsächlich erinnert "Close to the Sun" grafisch stark an die ersten beiden "Bioshock"-Teile. Auch die Geschichte rund um einen Visionär ähnelt dem Unterwasserabenteuer von 2K Games.

Gameplay-technisch einige Schwächen

Gameplay-technisch finden sich einige Schwächen: Um den Gruselfaktor zu steigern, lässt "Close to the Sun" ab und an Gegenstände vor den Spieler stürzen. Die sollen sogenannte "Jump Scares" verursachen. Für Horror-Fans wirkt dieser Trick altbacken.

Dass Rose vor Gegnern zwingend weglaufen muss, verursacht bei der ersten Flucht vor einem messerschwingenden Irren noch Herzklopfen. Schnell stellt sich aber heraus, dass die Verfolgungsjagden auf wenige Szenen beschränkt sind. Das mindert das Horrorerlebnis. Wer sich zudem wegen der Dunkelheit verläuft, endet in einer Sackgasse und wird abgestochen. Das kann frustrieren. Löblich: Das Spiel startet nach dem Tod direkt vor der Verfolgungsjagd.

"Close to the Sun" führt den Spieler auf die "Helios" von Nikola Tesla.  (Quelle: Screenshot "Close to the Sun" führt den Spieler auf die "Helios" von Nikola Tesla. (Quelle: Screenshot "Close to the Sun")

Rätsel erfordern wenig Denkarbeit

Die Rätsel bestehen aus Schaltergriffen, Ausweichmanövern oder Codes, die an einem Ort gefunden werden und an einem anderen eingetippt werden müssen. Das bringt Abwechslung ins Spielgeschehen, erfordert aber wenig Denkarbeit.

Die Story weiß von Anfang an zu packen, wozu auch die gute deutsche Synchronisation beiträgt. Allerdings lässt die Geschichte an vielen Stellen Fragen offen, welche auch nicht im Spiel beantwortet werden.



Fazit

Aufgrund seiner Grafik, Atmosphäre und den vielen versteckten Details macht es Spaß, durch die menschenverlassene "Helios" auf Entdeckungstour zu gehen. Mit knapp fünf bis sechs Stunden Spielzeit ist das Abenteuer aber schnell zu Ende.

Auch der Wiederspielwert ist – trotz der "Collectibles" – gering. Rätselfans werden von den einfachen Aufgaben enttäuscht sein, Horror-Fans werden sich nach anfänglichem Schrecken vermutlich wenig gruseln. Dennoch ist "Close to the Sun" einen Blick wert. Vor allem für Menschen, die wenig Zeit haben und ein atmosphärisch gut gestaltetes Abenteuer erleben wollen. Der Preis von 12,99 US-Dollar ist für dieses Paket mehr als fair.

"Close to the Sun" gibt es als digitale Lizenz für PC im Epic Games Store. Als Kaufpreis wird im Epic Games Store 12,99 US-Dollar angegeben.

Update 24. Mai: Auf der Website des Epic Games Store wird zwar ein Preis von 29,99 Euro angezeigt, nach dem Einloggen nennt der Store aber einen Preis von 12,99 US-Dollar. Der Text wurde auf Basis dieser Information angepasst.

Hinweis: Für den Test wurde der t-online.de-Redaktion ein Spiele-Code zur Verfügung gestellt. Der Code wurde auf dem persönlichen Epic-Games-Store-Account des Redakteurs aktiviert.

Verwendete Quellen:

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