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Ostern mit Familie: Skype, Zoom & Co. – welche Videochat-Software ist die beste?

Ostern mit der Familie  

Welche Videochat-Software ist die beste für mich?

09.04.2020, 15:02 Uhr | jnm, t-online.de

Darum feiern wir Ostern

Zu Ostern gehören für viele Menschen vor allem bunte Eier und kleine Häschen. Aber warum feiern wir dieses Fest eigentlich? (Quelle: t-online.de)

Eier und Hasen: Darum feiern wir Ostern – und das bedeuten die feierlichen Tage. (Quelle: t-online.de)


Um während der Corona-Krise mit Freunden und Familie, aber auch Kollegen und Geschäftspartnern in Kontakt zu bleiben, helfen Videochats. Doch welches Programm sollte man wählen? Ein Überblick.

Ganz Deutschland ist dazu angehalten, möglichst in der eigenen Wohnung zu bleiben, viele Menschen verlassen nicht einmal mehr für ihren Job das Haus und arbeiten aus dem Homeoffice. Gerade jetzt, zu Ostern, sehnen sich Viele nach Kontakt zu Freunden und Familie, manche fragen sich aber auch, wie sich berufliche Termine oder Vereinssitzungen mit Hilfe von technischen Mitteln wie Videochat realisieren lassen.

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von kostenlos nutzbaren Programmen, die sich hier anbieten. Doch nicht jede Anwendung ist für jeden Zweck gleichermaßen geeignet. Ein Überblick über die Stärken und Schwächen der bekanntesten Videochat- und Konferenzprogramme.

Nicht jede App oder jedes Programm eignet sich für alle Anwendungsfälle und alle Anwender. Vermutlich lohnt es, für das virtuelle Treffen mit dem Fußballclub ein anderes Programm zu verwenden als für die Video-Familienzusammenkunft oder den Anruf bei den Großeltern. Am besten richtet man sich also gleich zwei oder sogar drei der hier genannten Anwendungen ein.

WhatsApp: Fürs schnelle Gespräch mit fast jedem

Was: Vermutlich haben viele Menschen mit WhatsApp (whatsapp.com) bislang meist nur gechattet oder mit einzelnen Personen ein Videotelefonat geführt. Doch die App verbindet bis zu vier Nutzer gleichzeitig zu einem Videogespräch.

Vorteile/Nachteile: WhatsApp bietet bei Videochats nur einen begrenzten Funktionsumfang und maximal vier Teilnehmer ist für viele Gruppen deutlich zu wenig. Außerdem klappen Video-Gespräche nur mit der Smartphone-App. In der Desktop-App funktioniert es nicht. Der wichtigste Vorteil ist aber die weite Verbreitung der App.

Für wen: Für den schnellen Anruf zwischendurch. Weltweit nutzen über zwei Milliarden Menschen die App, vermutlich tun das auch die allermeisten im eigenen Bekanntenkreis. Damit eignet es sich auch gut, um Eltern und Großeltern zu erreichen, denen die Installation und Bedienung neuer Software zu kompliziert wäre, die WhatsApp aber bereits nutzen.

Skype: Der Quasi-Standard in der Videotelefonie

Was: Skype (skype.com) ist einer der ältesten Internet-Videotelefoniedienste und gehört seit 2011 zu Microsoft. Die Anwendung ist für alle wichtigen Plattformen wie iOS/Android sowie PC/Mac/Linux erhältlich, lässt sich im Browser nutzen und über eine Xbox und eine USB-Webcam kann sogar über den Fernseher per Video telefoniert werden. Bei Skype sind Videotelefonate mit bis zu 50 Teilnehmern möglich.

Vorteile/Nachteile: Auch Skype ist bereits ziemlich weit verbreitet, wenn auch nicht so weit wie WhatsApp. Dafür lässt es sich auch sehr gut ohne Smartphone am Computer oder Tablet nutzen – zumal die Software unter Windows 10 bei Privatnutzern bereits vorinstalliert ist. Prinzipiell braucht nur der Anrufer einen Microsoft-Account, weitere Nutzer können ohne Account nur über einen Link teilnehmen.

Für wen: Skype bietet alle wichtigen Funktionen, ist für alle wesentlichen Plattformen verfügbar und funktioniert auch mit Teilnehmern ohne eigenen Account. Das macht die Software zu einem empfehlenswerten Allrounder, der nur in wenigen Bereichen Schwächen zeigt. Nur in Sachen Einfachheit bei der Bedienung sind andere, funktionsärmere Dienste vielleicht etwas weiter. 

Facebook-Messenger: Bequeme Lösung für Facebook-Nutzer

Was: Der Facebook-Messenger bietet schon seit geraumer Zeit die Möglichkeit, Videotelefonate zu führen. Insgesamt lassen sich so bis zu 50 Teilnehmer zu einer großen Konferenz zusammenschalten. Vor ein paar Tagen erschien nun auch eine Desktop-App für Windows und MacOS.

Vorteile/Nachteile: Grundsätzlich kostet der Dienst kein Geld, doch bei Facebook weiß man ja mittlerweile, dass man mit den eigenen Daten bezahlt. Die Bedienung ist einfach, viele Funktionen bietet er allerdings auch nicht. Wer ohnehin seine Online-Kommunikation weitgehend über den Facebook Messenger abwickelt, hat hier eine bequeme Lösung für einen Videochat.

Für wen: Die Entscheidung für den Facebook-Messenger dürfte vor allem aus Bequemlichkeit fallen: Wer hier ohnehin seine meisten Kontakte hat, muss nichts Neues einrichten und niemanden dazu einladen. Grundsätzlich gibt es aber einige Lösungen, die man eher empfehlen kann.

FaceTime: Sehr einfach – aber nur für Apple-Anwender

Was: Facetime ist der Standard-Videomessenging-Dienst von Apple. Er ist auf allen iPhones, iPads und Macs installiert und kinderleicht zu bedienen. Wirklich viele Funktionen bietet er dabei aber nicht.

Vorteile/Nachteile: Der größte Vorteil liegt klar in der einfachen Bedienung: Da das Programm auf iPhones, iPads und Macs vorinstalliert ist und nicht allzu viele Optionen bietet, lernen auch Eltern und Großeltern den Umgang mit dem Programm schnell. Zudem müssen Apple-Nutzer keinen weiteren Account anlegen. Dieser Vorteil verkehrt sich für alle Nicht-Apple-Nutzer zum Nachteil: Wer kein entsprechendes Gerät hat, kann nicht mitmachen. Das schränkt gerade bei Gruppen-Videogesprächen mit bis zu 32 Teilnehmern ein: Nutzt auch nur einer in der Gruppe ein Android-Gerät, fällt FaceTime für die Nutzung flach.

Für wen: FaceTime ist für Gruppen-Video-Gespräche nur dann sinnvoll, wenn wirklich alle über entsprechende Apple-Geräte verfügen. Ist das gegeben, kann die App gerade auch bei weniger technikerfahrenen Nutzern punkten. Wer hier einen technisch diverseren Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis hat, wird sich nach einer anderen Lösung umsehen müssen. 

Google Duo: Solide Videochat-Alternative

Was: Google Duo ist gewissermaßen das Android-Pendant zu FaceTime, mit einem wichtigen Unterschied: es funktioniert auf allen Plattformen – auch auf iPhones. Parallel dazu gibt es auch immer noch Google Hangouts. Das allerdings hat für Privat- und Geschäfts-Nutzer unterschiedliche Funktionen. Überdies gibt es noch Google Meet, das bis vor kurzem noch Hangouts Meets hieß. Das ist aber auch eher für den Businessbereich gedacht. Der Einfachheit halber schauen wir nur auf Google Duo.

Vorteile/Nachteile: Google Duo macht vieles richtig: Es ist auf allen wichtigen Plattformen vertreten, man kann aus dem Browser heraus eine Videokonferenz starten, seit kurzem sogar mit bis zu zwölf Teilnehmern. Bedingung zum Mitmachen ist lediglich ein Google-Konto, was dieser Tage ja sehr verbreitet ist. Auch Spielereien wie virtuelle Hüte oder Helme sind dabei. Einzig für größere Gruppen ist der Dienst nicht geeignet. So richtig viel genutzt wird Duo gefühlt aber trotzdem nicht.

Für wen: Duo ist an sich ein absolut solider Dienst – ein richtiges Alleinstellungsmerkmal fehlt ihm allerdings. Mit Duo macht man nichts falsch, für die meisten Anwender gibt es aber einen Dienst, der noch einen Tick besser passt.

Zoom: Die fast perfekte Lösung für große Gruppen

Was: Zoom ist der neue Superstar der Video-Konferenz-Software. Sie ist besonders beliebt bei Unternehmen, da die Videokonferenzen auch bei einer großen Zahl an Teilnehmern stabil läuft. Tatsächlich kann man das Programm auch kostenlos nutzen, allerdings mit Einschränkungen. Der volle Umfang steht nur zahlenden Kunden zur Verfügung.

Vorteile/Nachteile: Mit Zoom kann man wirklich große Meetings zusammenstellen, bis zu 1000 Teilnehmer sind möglich – aber nur in der kostenpflichtigen Version. Immerhin, in der kostenfreien Basic-Version sind dennoch Videochats mit bis zu 100 Teilnehmern gleichzeitig möglich, davon können bis zu 25 gleichzeitig auf einem Bildschirm angezeigt werden.

Eine weitere Einschränkung ist, dass die Gespräche nach 40 Minuten unterbrochen werden – alle Teilnehmer können sich danach aber wieder einwählen und wieder 40 Minuten sprechen. Ebenfalls praktisch: Gesprächspartner lassen sich per E-Mail und Einwahllink einladen, einen Account müssen sie nicht anlegen.

Erwähnt werden sollte allerdings, dass im Rahmen der plötzlichen großen Popularität auch einige Datenschutz- und Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Software offensichtlich wurden. Erste Updates haben die Situation allerdings bereits etwas verbessert.

Für wen: Von Kitagruppen über Kegelvereine bis hin zu weit verzweigten Großfamilien kommen vor allem große Gruppen hier auf ihre Kosten. Mit der Software auskennen muss sich eigentlich nur die Person, die die Videokonferenz anlegt. Der Rest braucht nur auf einen Link klicken, alles andere ist selbsterklärend. Wer hingegen nur mit einer Handvoll von Menschen gleichzeitig sprechen möchte, ist bei anderen Diensten besser aufgehoben. 

Houseparty: Die WG-Party unter den Videochats

Was: Houseparty ist eine Video-Chat-App, die tatsächlich nach dem Prinzip einer Party funktioniert: Man trifft sich mit Bekannten und vielleicht auch deren Freunden und unterhält sich oder spielt kleine Partyspiele. Hier steht eindeutig der Spaß im Vordergrund.

Vorteile/Nachteile: Houseparty macht es seinen Nutzern vergleichsweise einfach, neue Leute kennenzulernen und sich ohne große Vorplanung die Zeit mit anderen Nutzern zu vertreiben. Wer online ist, kann jederzeit von einem Kontakt "besucht" werden. Diese Art von Video-Chat-Room ist für alle Kontakte der jeweiligen Teilnehmer sichtbar. So können ohne große Einladung weitere Kontakte der einzelnen Teilnehmer dazu stoßen. Auch die eingebauten Spiele – etwa Montagsmaler, ein Quiz oder "Wer bin ich?" machen in der Gruppe durchaus Laune. Die App ist für Android und iOS erhältlich, außerdem gibt es Versionen für MacOS sowie für den Chrome-Browser.

Es gibt allerdings auch einige Nachteile. So sind Gespräche auf maximal acht Teilnehmer beschränkt und jeder braucht einen Account. Life on Air, das Unternehmen hinter Houseparty, räumt sich außerdem etwa die Nutzungsrechte an allen geteilten Inhalten ein. Das klingt dramatisch, entspricht aber den Bestimmungen, die etwa auch bei Instagram Anwendung finden. Das macht es zwar nicht besser, ein echter Aufreger ist es allerdings nicht.

Für wen: Für alle, die Spaß haben wollen und gern neue Kontakte knüpfen. Insgesamt ist Houseparty eher beim jüngeren Publikum beliebt. Ein Ausschlusskriterium für ältere Nutzer ist das aber nicht. Der Anmeldezwang, die Nutzungsrechtefrage und die Beschränkung auf acht Nutzer gleichzeitig macht es allerdings nicht zur ersten Wahl.

Jitsi Meet: Einfache Open-Source-Alternative 

Was: Jitsi ist ein Open Source-Projekt für Videokonferenzsysteme. "Open Source" heißt, dass der Quellcode, also die Bauanleitung des Programms, offen einsehbar ist und von zahlreichen Freiwilligen mitgestaltet werden kann. Entsprechend muss sich hier niemand über versteckte Funktionen Sorgen machen, da man stets nachschauen kann, was die Software tut. Jitsi Meet (meet.jit.si) ist eines der Unterprojekte und sehr gut für Video-Chats und -Konferenzen geeignet.

Vorteile/Nachteile: Häufig sind Open-Source-Programme nicht ganz so poliert wie ihre kommerziellen Gegenparts. In diesem Fall trifft das aber nicht wirklich zu: Jitsi Meet ist – vor allem in App-Form – rund und bedienerfreundlich. Die App (für Android und iOS) macht es Nutzern leicht, einen Videochat zu starten. Anschließend werden die Teilnehmer per Link eingeladen. Darüber lässt sich auch mühelos über den Browser an einem Gespräch teilnehmen.

Ein weiterer Vorteil: Um eine Nutzung der eigenen Daten muss man sich keine Sorgen machen, versteckte Gewinnabsichten muss man hinter dem kostenlosen Projekt auch nicht vermuten.

Für wen: Jeder, der sich wohler dabei fühlt, wenn kein großes Unternehmen hinter der Videochat-App steht, ist hier richtig. Jitsi Meet mag einen Tick weniger geschliffen sein als die Konkurrenz und mit wachsender Zahl der Gesprächsteilnehmer vielleicht nicht immer ganz stabil – prinzipiell beherrscht die Software aber alles, was eine Video-Konferenz-App können muss und ist dabei wirklich kostenlos. Ganz so niederschwellig wie FaceTime mag es zwar nicht sein, für halbwegs mit einem Computer vertraute Personen ist es aber gut nutzbar. Unbedingt mal ausprobieren.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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