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WhatsApp-Rivale Threema gegen Aufhebung der Verschlüsselung

Plan der EU-Staaten  

WhatsApp-Rivale gegen Aufhebung der Verschlüsselung

30.11.2020, 08:37 Uhr | dpa

WhatsApp-Rivale Threema gegen Aufhebung der Verschlüsselung. Die App Threema: Die EU-Staaten wollen die Verschlüsselung von Messengern aushebeln.  (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

Die App Threema: Die EU-Staaten wollen die Verschlüsselung von Messengern aushebeln. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Immer wieder verlangen Politiker, dass Geheimdienste eigentlich verschlüsselte Nachrichten mitlesen können – per Generalschlüssel für Behörden. Doch ein Messenger-Chef erklärt nun, warum das nicht möglich sei.

Der Chef des Messenger-Dienstes Threema hat Forderungen nach Zugängen für staatliche Sicherheitsbehörden zu privaten Chat-Nachrichten scharf kritisiert. "Diese Forderungen nach einem Generalschlüssel zeugen von der Unbedarftheit der Behörden", so Martin Blatter zur "Welt am Sonntag".

Technisch sei das gar nicht möglich. "Wir haben gar keinen Generalschlüssel, den wir hinterlegen könnten. Die Verschlüsselung wird von den Nutzern vorgenommen und nicht von uns", sagt Blatter.

China benutzt Hintertüren in Routern

Mitte November hatten angebliche Pläne der EU-Staaten über ein Verbot der sicheren Verschlüsselung von Nachrichten auf Kanälen wie WhatsApp für große Aufregung gesorgt. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hatte eine Resolution zu dem Thema ausgearbeitet. Das Papier war allerdings vage formuliert und ging nicht im Detail darauf ein, wie Sicherheitsbehörden verschlüsselte Mitteilungen dechiffrieren können sollen. Bürgerrechtler und Datenschützer kritisierten den Vorstoß dennoch scharf. Mehr dazu lesen Sie hier.

Blatter betonte zudem, dass bei Terroranschlägen die Täter fast immer bereits den Behörden bekannt und aktenkundig seien. "Das bedeutet, dass die Politik es nicht geschafft hat, die Bürger zu schützen." Zudem sprach er in dem Zeitungsinterview davon, dass US-Geheimdienste Hersteller von Routern gezwungen hätten, Hintertüren einzubauen, die am Ende auch von China genutzt worden seien.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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