Sie sind hier: Home > Digital > Netzpolitik >

Behörden setzen Staatstrojaner beinahe täglich ein

Bei Drogendelikten  

Behörden setzen Staatstrojaner beinahe täglich ein

22.12.2020, 17:24 Uhr | avr, t-online

Behörden setzen Staatstrojaner beinahe täglich ein. Eine Hand an einer Tastatur (Symbolbild): Behörden führten 2019 die Quellen-TKÜ 357 Mal durch.  (Quelle: Getty Images/Jeff Wasserman ((C) Jeff Wasserman )

Eine Hand an einer Tastatur (Symbolbild): Behörden führten 2019 die Quellen-TKÜ 357 Mal durch. (Quelle: Jeff Wasserman ((C) Jeff Wasserman /Getty Images)

Der Staatstrojaner sollte ursprünglich bei der Terrorismusfahndung helfen. Eine aktuelle Statistik zeigt nun, dass die Software vor allem bei Drogendelikten eingesetzt wird – und das beinahe täglich.

Fast täglich haben die Polizeibehörden in Deutschland im vergangenen Jahr den sogenannten Staatstrojaner genutzt. Die sogenannten Quellen-Telekommunikationsüber­wachung und Online-Durchsuchung sei beinahe jeden Tag zum Einsatz gekommen, berichtet das Online-Portal "netzpoltik.org", das sich auf Statistiken des Bundesamts für Justiz beruft.

Insgesamt haben Behörden die Quellen-TKÜ 484 Mal angefordert und davon 357 Mal tatsächlich durchgeführt. "Wie in den vergangenen Jahren waren es vor allem Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz, die den Anlass für die Überwachungsmaßnahmen lieferten", wie das Bundesamt für Justiz auf seiner Website schreibt – also um Drogendelikte. Die sogenannten Online-Durchsuchung wurde 20 Mal angeordnet und zwölf Mal durchgeführt.

Unterschied zwischen Online-Durchsuchung und Quellen-TKÜ

Sowohl bei der Online-Durchsuchung und der Quellen-TKÜ als wird das Gerät des Verdächtigen mit einem sogenannten Staatstrojaner infiziert. Die Online-Durchsuchung nutzen Ermittler, um verschlüsselte Datenträger zu durchsuchen. Bei der Quellen-TKÜ können Behörden dagegen die Kommunikation auf dem infizierten Gerät mitlesen – beispielsweise bei Messengern wie WhatsApp oder Signal.

Denn anders als SMS sind viele Messenger-Dienste Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das bedeutet, dass nur die Teilnehmer des Chats die Nachricht im Klartext lesen können. Plattformen wie WhatsApp selbst haben aber keinen Zugriff auf die Kommunikation. Genau hier setzt der Staatstrojaner an: Mit ihm lässt sich die Verschlüsselung umgehen, da die Behörden praktisch direkt Zugriff auf das Gerät des Verdächtigen haben.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

baurtchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal