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Lego Mindstorms: Spielend Robos programmieren lernen

Lego Mindstorms  

Spielend Robos programmieren lernen

05.01.2021, 04:32 Uhr | dpa

Lego Mindstorms: Spielend Robos programmieren lernen. Dieser Mindstorms-Robo eignet sich besonders gut als erstes Projekt.

Dieser Mindstorms-Robo eignet sich besonders gut als erstes Projekt. Foto: Lego/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Billund (dpa/tmn) - Mit Computern im Kinderzimmer ist das so eine Sache. Notebooks oder Tablets, die nur zum Daddeln oder Youtube-Gucken dienen, gehören nach Ansicht vieler Eltern dort gar nicht hin oder dürfen nur unter strengen Auflagen genutzt werden.

Die Neuauflage des Roboterspielzeugs Lego Mindstorms kommt aber ohne Computer nicht aus, denn dort werden die Roboter zum Leben erweckt. Das neue Kit namens Roboter-Erfinder besteht aus 949 Teilen, darunter ein sogenannter Hub, das Gehirn der Roboter, sowie vier Motoren.

Eine Bauanleitung sucht man in dem großen Karton vergebens. Sie steht zum einen als PDF-Dokument im Netz. Man kommt aber besser voran, wenn man zum Bau der Roboter gleich die App verwendet, weil man damit Schritt für Schritt geführt wird und Videos zwischendurch Erläuterungen geben.

Die Anwendung funktioniert auf Windows-10-Rechnern, Macs, iPads und iPhones, auf Android-Tablets und -Smartphones sowie auf Tablets mit dem Amazon-Betriebssystem Fire OS. Der Roboterbau mit Tablet, egal von welchem Hersteller, erweist sich in der Praxis als besonders empfehlenswert.

Fünf Robo-Freunde

Man kann fünf Roboter-Typen mit dem neuen Mindstorms bauen. Charlie, Tricky, Blast, M.V.P. und Gelo. Charlie ist ein kleiner, niedlicher Assistenzroboter, der mit vielen Animationen und Geräuschen zum Leben erweckt wird. Als kleine Finger- und Programmierübung kann man ihn einen Einkaufswagen schieben lassen.

Welche Aufgaben Charlie und seine Kollegen bewältigen können, hängt nicht alleine von der Kreativität und dem Geschick beim Zusammenstecken der Bauklötze ab. Die Animationen werden programmiert. Dabei bietet Lego zwei Lösungen an.

Für alle, die noch keine Programmier-Erfahrung haben, verwendet Lego eine auf Scratch basierende Sprache, die eigens für Kinder und Jugendliche entwickelt wurde. Fortgeschrittenere können auch die mächtige und komplexere Programmiersprache Python verwenden. Daher gehören zu den Lego-Kunden auch Fachhochschulen und Universitäten.

Zu den Robotern, die man mit dem Set bauen kann, gehört Blast, eine Art stoischer Action-Held, der durch Hindernisse schießen oder hämmern und Gegenstände greifen kann. Er kann auch so programmiert werden, dass er seine Umgebung scannt und Darts abfeuert, wenn er Gefahr wittert.

Vom Kran zum Buggy

M.V.P. steht für Multiple Vehicle Plattform, das heißt, mit ein paar Umbauten lassen sich daraus unterschiedlichste Fahrzeuge bauen. Dazu gehören ein Kran oder ein flotter Buggy. Um M.V.P. fernzusteuern, kann man mit dem Remote Control Builder in der App eine Fernbedienung modular einrichten. Damit lässt sich sogar ein kleines Fahrzeug konstruieren und programmieren, das durchs Zimmer düst, um dabei Lego-Steine am Boden einzusammeln.

Tricky ist als sportlicher Roboter konzipiert worden. Er begann sein Leben als Maze-Runner-Roboter. Später brachten ihm die Lego-Entwickler auch Basketball und Fußball bei. Bei den Spielen können auch Elemente und Bausteine aus anderen Lego-Serien integriert werden.

Den stärksten Eindruck im Test hinterließ Gelo, der auf vier Beinen läuft. Das Spielzeug erinnert stark an einen Roboter-Hund, ist einfach nur niedlich. Er benutzt alle vier Motoren des Sets. Und zwar, um die Beine zu bewegen, alle unabhängig voneinander.

Um die Programme auf den Robotern zum Laufen zu bringen, muss man nicht ständig via Bluetooth mit dem Tablet oder Smartphone verbunden sein. Man kann die Programme auch auf den Hub des Roboters herunterladen und lokal ablaufen lassen. Leider lassen sich im Gegensatz zum Vorgängersystem Lego Mindstorms EV3 keine externen Geräte wie etwa eine Webcam mehr über USB anschließen. Die USB-Buchse im Hub dient nur zum Laden des Akkus.

Mit einem empfohlenen Preis von rund 360 Euro gehört Mindstorms Roboter-Erfinder zu den teuersten Lego-Produkten. Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten, die dieses für ab Zehnjährige gedachte Lernspielzeug bietet, scheint das aber nicht unangemessen viel, zumal der Marktpreis um bis zu 100 Euro günstiger ausfällt.

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