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Teenager programmiert Tool für schnelle Impfterminsuche: Wollte Opa helfen

Wollte dem Opa helfen  

Teenager programmiert Tool für schnelle Impfterminsuche

16.04.2021, 16:16 Uhr | jnm, t-online

Teenager programmiert Tool für schnelle Impfterminsuche: Wollte Opa helfen. Der Schüler Julian Ambrozy vor seinem Computer: In den Ferien programmierte er ein Tool, um schnell Impftermine zu finden. (Quelle: Privat)

Der Schüler Julian Ambrozy vor seinem Computer: In den Ferien programmierte er ein Tool, um schnell Impftermine zu finden. (Quelle: Privat)

Der 17-jährige Julian Ambrozy war genervt von ewigen Klickorgien bei der Impfterminsuche für seinen Opa. In den Ferien programmierte er ein einfaches Tool, das sofort freie Termine anzeigt – und von allen genutzt werden kann.

Einen Impftermin zur Corona-Schutzimpfung online zu vereinbaren, kann – je nach Bundesland – eine echte Geduldsprobe sein. Zwar gibt es in einigen Ländern die offizielle Webseite impfterminservice.de. Doch die ist alles andere als nutzerfreundlich. Nicht selten verbringen Angehörige Tage und Nächte vor dem Rechner, um ihren Vätern und Müttern, ihren Omas und Opas einen Termin im Impfterminservice zu sichern. Denn einfach ist das System nicht, komfortabel erst recht nicht.

Diese Erfahrung musste auch der 17-jährige Julian Ambrozy aus Ostfildern, einer kleinen Stadt in der Nähe von Stuttgart, machen: Zusammen mit seiner Mutter versuchten sie tagelang vergeblich, für seinen Opa einen freien Impftermin zu finden. Sie tagsüber, er nachts, berichtet Julian.

Frustriert suchte der Schüler nach alternativen Möglichkeiten. Dabei stieß er auf den Impfterminmonitor des freien Programmierers Joshua Jung. Doch der war mittlerweile außer Betrieb, weil sich eine dafür notwendige Software-Schnittstelle nicht mehr nutzen ließ. Mehr über die Hintergründe zum Aus des Impfterminmonitors lesen Sie hier.

Der Schüler programmierte das Tool in den Ferien selbst

Doch damit wollte Julian Ambrozy sich nicht zufrieden geben. "Und da hab' ich halt probiert, es selbst zu machen", berichtet er im Telefonat mit t-online. Programmieren konnte er bereits. Mindestens 30 Arbeitsstunden habe ihn das Projekt in den Herbstferien gekostet, aber dann sei die erste Version von impfterminübersicht.de fertig gewesen. Seitdem seien noch einmal 10 bis 20 Stunden in die weitere Pflege und Verbesserung geflossen.

Da die Software-Schnittstelle, über die andere Projekte die notwendigen Informationen zuvor bezogen hatten, weiterhin nicht mehr zugänglich ist, müsse sein Programm die Informationen nun bei jedem einzelnen Portal direkt abfragen. Aber es klappt: Bürger aus Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Hamburg oder Brandenburg sehen hier auf einen Blick, in welchem Impfzentrum wann noch ein Termin frei ist. Durch einen weiteren Klick gelangt man direkt zur Reservierung des Termins im jeweiligen Impfzentrum.

Ist auf Spenden angewiesen

Geld verdient der Schüler keins mit seinem Projekt – eher im Gegenteil: Die Kosten für Server und Website trage er selbst. Allerdings gibt es auf seinem Portal eine Möglichkeit für Besucher, eine kleine Spende dazulassen. Zumindest bislang habe dies auch für die Deckung der Kosten gereicht.

Warum es ausgerechnet einen Schüler braucht, der den Impfterminservice einfach nutzbar macht, will ihm nicht so recht einleuchten: "Es wäre natürlich am einfachsten, wenn der Impfterminservice von vornherein komfortabler wäre. Aber man wird dort vermutlich seine Gründe haben, warum man das nicht tut."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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