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Streamingdienst Spotify droht eine Milliardenklage

Von afp, t-online, dpa
Aktualisiert am 03.01.2018Lesedauer: 2 Min.
Ein Smartphone zeigt das Startbild der App Spotify.
Der Musik-Streamingdienst Spotify sieht in den USA eine Milliardenklage auf sich zukommen. (Quelle: Altan Gocher/imago-images-bilder)
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Die Summe erregt Aufsehen: Mindestens 1,6 Milliarden Dollar klagt ein Musikverlag beim Streaming-Anbieter Spotify ein. Die Klage kommt für das Start-up zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Mit einer Milliardenklage geht ein Musikverlag in den USA gegen den Streamingdienst Spotify vor. Der Streaminganbieter verbreite mehr als 10.000 Songs von Künstlern wie unter anderem Tom Petty, The Doors, Santana oder Neil Young, ohne die Autoren zu bezahlen, erklärte die auf Autoren- und Künstlerrechte spezialisierte US-Firma Wixen Music.

Die Klage wurde vergangene Woche bei einem Bundesgericht in Los Angeles eingereicht. "Während Spotify ein Milliardenunternehmen geworden ist, haben Songschreiber und ihre Verlage wie Wixen nicht fair und rechtmäßig vom Erfolg von Spotify profitiert", heißt es in der Klageschrift.

Der Kläger rechnet vor, wie viel ihm Spotify schuldet

Der Verlag führt fast 11.000 Songs auf, die Spotify unrechtmäßig genutzt haben soll. Für jedes Lied verlangt Wixen eine Entschädigung in Höhe von 150.000 US-Dollar (125.000 Euro) – zusammengerechnet würde das mindestens 1,6 Milliarden US-Dollar (1,3 Milliarden Euro) bedeuten.

Spotify lehnte am Mittwoch einen Kommentar unter Hinweis auf ein laufendes Verfahren ab.

Bereits im Mai hatte Spotify im Streit um Verwertungsrechte einen Fonds in Höhe von 43,45 Millionen Dollar eingerichtet, um eine Sammelklage von Musikern abzuwenden. Wixen bezeichnet diesen Deal als vollkommen unzureichend und legte Widerspruch ein.

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Spotify stellte in dem Verfahren im Gegenzug in Frage, ob Wixen überhaupt zu Klagen im Namen der vertretenen Autoren berechtigt sei.

Spotify soll beim Thema Urheberrecht geschlampt haben

Für die Verwendung von Songs müssen grundsätzlich zum einen die Plattenfirmen wie etwa Universal Music bezahlt werden, aber auch die Autoren und Verlage. Letzteres ist deutlich aufwendiger, weil Komponisten und Texter oder ihre Rechtsnachfolger ausfindig gemacht werden müssten.

In den USA verlangt das Urheberrecht von Streaminganbietern zwar nicht, mit Autoren oder Verlagen zu verhandeln, sie müssen aber über die geplante Verwendung vorher in Kenntnis gesetzt werden. Spotify habe dies in vielen Fällen versäumt, argumentiert Wixen in der Klage.

Denn der Streaminganbieter habe zwar selbst mit den Plattenfirmen verhandelt, aber die Regelung der Autorenrechte an eine andere Firma ausgelagert, die Harry Fox Agency. Spotify sei bewusst gewesen, dass diese Agentur nicht die Ressourcen dafür gehabt habe, die nötigen Lizenzen zu bekommen, behauptet Wixen.

Für Spotify kommt die Klage zur Unzeit

Der Zeitpunkt der Milliardenklage von Wixen Ende vergangener Woche ist nicht zufällig: Erwartete Gesetzesänderungen in den USA mit dem geplanten Music Modernization Act ließen keine Ansprüche mehr ab dem 1. Januar 2018 zu. Auch Apple wurde mit einem ähnlichen Vorwurf bei seinem Streamingdienst von einem Musiker verklagt.

Für Spotify kommt die Klage zur Unzeit: Der Streamingdienst plant laut vielen Medienberichten einen Börsengang, und die hohe Forderung ist ein unangenehmer Risikofaktor. Der aus Schweden stammende Dienst ist die Nummer eins im Streaminggeschäft mit über 140 Millionen Nutzern, von denen mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden sind.

Das Streaming, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden, entwickelt sich zur zentralen Einnahmequelle der Musikindustrie und lässt das Geschäft nach einer langen Durststrecke wieder wachsen.

Quelle:
- Nachrichtenagentur AFP

- Nachrichtenagentur dpa

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