• Home
  • Digital
  • Internet & Sicherheit
  • Internet
  • Ewige Breitband-Baustelle: Schon Helmut Schmidt forderte 1981 ein Glasfasernetz


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextTod mit 40: Moderatorin erliegt KrankheitSymbolbild fĂŒr einen TextSerena Williams scheitert dramatischSymbolbild fĂŒr einen Text20 Jahre Haft fĂŒr Ghislaine MaxwellSymbolbild fĂŒr einen TextBei einer Frage weicht Scholz ausSymbolbild fĂŒr einen TextMann legt abgetrennten Kopf vor GerichtSymbolbild fĂŒr einen TextEcstasy-Labor auf Nato-MilitĂ€rbasisSymbolbild fĂŒr einen TextEurojackpot: Die aktuellen GewinnzahlenSymbolbild fĂŒr einen TextGrĂŒnen-Politikerin stirbt nach RadunfallSymbolbild fĂŒr einen TextEx-Bayern-Profi will zu PSGSymbolbild fĂŒr einen TextBoateng kĂŒndigt Karriereende anSymbolbild fĂŒr ein VideoDie versteckten Botschaften bei WimbledonSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserSupermarkt: Warnung vor Abzock-MascheSymbolbild fĂŒr einen TextDieses StĂ€dteaufbauspiel wird Sie fesseln

Schon Helmut Schmidt forderte 1981 ein Glasfasernetz

t-online, Ein Interview von Johannes Bebermeier

07.03.2018Lesedauer: 4 Min.
KabelbĂŒndel aus Glasfaserkabeln: Schon 1981 hatte die Politik geplant, ganz Deutschland mit Glasfaser zu vernetzen. Doch die PlĂ€ne wurden nicht umgesetzt.
KabelbĂŒndel aus Glasfaserkabeln: Schon 1981 hatte die Politik geplant, ganz Deutschland mit Glasfaser zu vernetzen. Doch die PlĂ€ne wurden nicht umgesetzt. (Quelle: Jan Woitas/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Beim Breitbandausbau ist Deutschland weiter eine gigantische Baustelle. Dabei wollte die Politik s

So schnell ist eine Debatte wieder da: Die kĂŒnftige Digitalstaatsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) will nicht nur fĂŒr den Breitbandausbau zustĂ€ndig sein, sondern auch fĂŒr Flugtaxis. Im ZDF-"heute journal" sagte sie: "Das Thema muss doch sein: Kann ich auf dieser Infrastruktur, die wir haben, dann auch autonom fahren? Habe ich die Möglichkeit, auch zum Beispiel mit einem Flugtaxi durch die Gegend fliegen zu können?"

Im Internet erntete sie daraufhin Spott und HĂ€me. Der Tenor: Vielleicht sollte man dann doch erst einmal den Breitbandausbau voranbringen. Dabei diskutiert Deutschland schon lange ĂŒber das Thema. Die Regierung Helmut Schmidts plante bereits 1981, Deutschland komplett mit Glasfaser zu versorgen, weiß der Journalist Detlef Borchers (63) zu berichten. Er beschĂ€ftigt sich seit den 80er-Jahren mit IT-Themen.

Herr Bochers, wie viele deutsche Regierungen haben bei der Digitalisierung schon versagt?

Erstaunlich viele. Die Regierung von Helmut Schmidt hat 1981 den Ausbau eines Glasfasernetzes bis 2020 beschlossen. Konkret hieß es damals im Plenarprotokoll: "Sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen, wird die Deutsche Bundespost aufgrund eines langfristigen Investitions- und Finanzierungsplanes den zĂŒgigen Aufbau eines integrierten Breitbandglasfasernetzes vornehmen."

Wie sollte das geschehen?

Der Plan sah vor, dass jedes Jahr ein Dreißigstel der alten Bundesrepublik verkabelt werden sollte. Insgesamt rechnete man mit Kosten von drei Milliarden D-Mark. Der Plan wurde von der ersten Regierung Helmut Kohls gestoppt und als Aufgabe an die BundeslĂ€nder delegiert.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Das ist die "Mogelpackung des Monats"
Aldi: Ein Produkt ist bei den VerbraucherschĂŒtzern auf die Mogelpackungsliste gekommen.


Wann hÀtte in Deutschland das erste Glasfaserkabel eingegraben werden können?

Die Glasfasertechnik war ab 1984 verfĂŒgbar und wurde im Rahmen von BigFON und BigFERN von 1984 bis 1988 auch verlegt und von der Bundespost im Großversuch getestet. BigFERN war eine Glasfaserstrecke mit SignalverstĂ€rkern zwischen Hamburg und Hannover.

Warum ist Deutschland dann nicht lÀngst komplett mit Glasfaser verkabelt?

Nach dem Plan der Regierung Schmidt hĂ€tte es bis 2020 so weit sein können. Das Projekt stieß auf massiven Widerspruch von LobbyverbĂ€nden, vor allem der Verleger. Sie wollten direkt am nĂ€chsten Fernsehen und der Telezeitung oder Ă€hnlichem beteiligt sein. Die Debatte um die "neuen Medien" wurde aber auch von anderer Seite torpediert, etwa von den damals neuen GrĂŒnen, die in diesen AnsĂ€tzen einen Schritt in den Überwachungsstaat sahen.

Was war damals die entscheidende falsche Weichenstellung?

Die setzte die Politik, indem sie sich lange zuvor gegen die Empfehlungen der "Kommission fĂŒr den Ausbau des technischen Kommunikationssystems" (KtK) stellte. Die sprach sich 1977 in ihrem Abschlussbericht dafĂŒr aus, "dass neben der deutschen Bundespost auch private Unternehmen nach den Richtlinien der Post als NetztrĂ€ger auch in den Pilotprojekten zugelassen werden sollen, damit der Innovationsprozess durch die Konkurrenz verschiedener NetztrĂ€ger gefördert wird" und so die "wirtschaftlichste Ausgestaltung der NetztrĂ€ger" bestimmt werden kann. Die Politik setzte auf das Netzmonopol der staatlichen deutschen Bundespost und kassierte das Gutachten der Kommission.

Was waren die Argumente gegen Glasfaser?

Von 1983 bis 1985 war das Argument sicherlich die unbefriedigende FertigungsqualitĂ€t. Danach wurden die Kosten angefĂŒhrt – verbunden mit dem Argument, dass die ISDN-Technologie ohnehin ausreichend sei.

Gab es in der Gesellschaft das Bewusstsein, dass das ein folgenreiches Projekt sein könnte?

NatĂŒrlich gab es dafĂŒr ein Bewusstsein. Es gab viele Veröffentlichungen, die vor den neuen Medien warnten und vor allem die Jugend in höchster Gefahr sahen. Wenn man eine Galerie der "Spiegel"-Titelseiten betrachtet, gab es da ein wirklich hĂŒbsches Auf und Ab: Mal die böse Vernetzung, dann wieder die cleveren Kinder, die dank EDV tolle Unternehmer sind, dann ein Titel ĂŒber die armen Lehrer, die diese Computerkinder nicht mehr erreichen und den Unterricht digitalisieren mĂŒssen.

IT-Journalist Detlef Borchers: Deutschland hÀtte 2020 mit Glasfaserkabeln ausgestattet sein können, sagt der Experte.
IT-Journalist Detlef Borchers: Deutschland hÀtte 2020 mit Glasfaserkabeln ausgestattet sein können, sagt der Experte. (Quelle: www.berlinergazette.de)

Wie haben Menschen, die sich mit der Materie auskannten, darĂŒber diskutiert?

Unter den Informatikern gab es bekannte Kritiker, wie im Falle von ISDN den Professor Klaus Brunnstein oder den nach Deutschland Remigrierten Joseph Weizenbaum, der Vernetzung und Computertechnik schon als Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) kritisierte. Die Mehrzahl der Informatiker aber interessierten sich wenig fĂŒr neue Medien, sondern mehr dafĂŒr, schnelle Forschungsnetze zu bekommen, wie das ab 1982 aufgebaute Deutsche Forschungsnetz (DFN).

Die große Koalition will nun einen Rechtsanspruch auf „schnelles Internet“ bis 2025. Reicht das?

Nein. Aber schön, dass es wieder einmal so oder Àhnlich formuliert wird und die Erkenntnis ankommt, dass wir eben nicht das schnellste Netz haben. Das war einmal anders, ich erinnere an 2011, als Kanzlerin Angela Merkel in der T-City Friedrichshafen Deutschland als Netzbesten lobte.

Was brÀuchte es jetzt, damit Deutschland bei der Digitalisierung nicht weiter abgehÀngt wird?

Einen Konsens, dass Digitalisierung als Projekt absolut nichts mit einer Legislaturperiode und der Verteilung von Ministerposten zu tun hat. Es wird viel zu viel ĂŒber Ressortabgrenzungen und Ă€hnliches gestritten, da legt sich die Politik wie Mehltau ĂŒber ein Projekt, das ergebnisoffen ist.

WeiterfĂŒhrende Informationen:

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
CSUDeutschland

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website