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Deutsche misstrauen US-Internetunternehmen

Fünf Jahre nach Edward Snowdens Enthüllungen  

Deutsche misstrauen US-Internetunternehmen

05.06.2018, 08:45 Uhr | AFP

. Snowden Five Years On (Quelle: AP/dpa)

Snowden Five Years On (Quelle: AP/dpa)

Die Enthüllungen von Edward Snowden sind fünf Jahre her – immer noch zweifeln Deutsche an US-Internetanbietern. Sie sorgen sich weiterhin um ihre Daten – neue Skandale wie der von Facebook geben ihnen Recht.

Fünf Jahre nach den Enthüllungen durch den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden bleiben die Deutschen einer Umfrage zufolge misstrauisch gegenüber US-Internetanbietern. Mehr als drei Viertel der Befragten haben Bedenken oder zumindest teilweise Bedenken, ihre Daten bei US-Unternehmen zu speichern. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage von Convios Consulting im Auftrag von Web.de und GMX hervor. Damit sind US-Anbieter für E-Mails und Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram gemeint.

"Die Skepsis gegenüber US-Anbietern ist seit Jahren auf einem hohen Niveau. Durch die jüngsten Datenschutzskandale hat sich die Situation in diesem Jahr weiter verschärft", erklärte der Geschäftsführer von Web.de und GMX, Jan Oetjen.

Datenschutz im Internet: 14 Prozent der Deutschen nutzen laut einer Umfrage eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um sich vor Datenklau zu schützen. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)Datenschutz im Internet: 14 Prozent der Deutschen nutzen laut einer Umfrage eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um sich vor Datenklau zu schützen. (Symbolbild) (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Nutzung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Der Umfrage zufolge steigt gleichzeitig das Unrechtsbewusstsein der deutschen Internet-Nutzer. So empfanden rund 64 Prozent der Befragten vor drei Jahren die Möglichkeit als sehr schlimm oder schlimm, dass private Nachrichten von Hackern, Geheimdiensten oder dem eigenen Provider mitgelesen werden könnten. 2018 ist die Zahl auf fast drei Viertel gestiegen (73,9 Prozent).

Dies erklärt auch das steigende Interesse an einfachen Möglichkeiten, sich zu schützen, beispielsweise durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Für rund 39 Prozent der Befragten ist diese technische Möglichkeit wichtig, 2015 waren es noch 30 Prozent. Tatsächlich genutzt wird Verschlüsselung allerdings nur von 14 Prozent. Hauptgründe sind ein zu hoher Installationsaufwand und mangelnde Kenntnisse.

Viele Nutzer haben zu wenig Kenntnisse

Durch Edward Snowden war im Juni 2013 das gigantische Ausmaß der Spähaktivitäten des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) ans Licht gekommen. "Er hat das Richtige getan", erklärte sein Anwalt Robert Tibbo Mitte März im Interview mit t-online.de.

"Die Nutzer wollen ihre Daten schützen, wissen aber nicht wie", erklärte Oetjen. Angesichts der starken Bedenken gegen die US-Unternehmen seien die europäischen Provider gefordert, "einfache und auf offenen Standards basierende Verschlüsselungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen".

Dabei sei eine der bekanntesten Verschlüsselungsmethoden, die sogenannte PGP-Technik, seit über zwanzig Jahren sicher, wenn sie richtig eingesetzt werde. Dafür muss "Pretty Good Privacy" (PGP) über den Browser des Computers mit installiertem Mailvelope-Plug-in verwendet werden, um gegen die kürzlich entdeckten Schwachstellen einiger E-Mail-Programme ("Efail") geschützt zu sein und sicher verschlüsselt kommunizieren zu können. Mailvelope ist eine Software für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mail-Verkehr im Browser.

Verwendete Quellen:
  • AFP
  • Eigene Recherche

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