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So können Sie online Geld für Geschenke einsammeln

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So können Sie online Geld für Geschenke einsammeln

24.10.2018, 18:44 Uhr | Teresa Nauber, dpa-tmn

. Geburtstagstisch: Geld für ein gemeinsames Geschenk sammeln, ohne den Scheinen und Münzen hinterher zu rennen? Das funktioniert zum Beispiel über Internetportale. (Quelle: dpa/tmn/Florian Küttler/Westend61)

Geburtstagstisch: Geld für ein gemeinsames Geschenk sammeln, ohne den Scheinen und Münzen hinterher zu rennen? Das funktioniert zum Beispiel über Internetportale. (Quelle: Florian Küttler/Westend61/dpa/tmn)

Ob für Geburtstage, den Ausstand eines Kollegen oder einen guten Zweck: Geld sammeln kann man heute auch virtuell. Aber ist die Kasse bei Online-Anbietern sicher? Und was kostet so ein Service?

Ein Freund oder Kollege feiert seinen Geburtstag und alle wollen für das Geschenk zusammenlegen. Dafür musste bisher meist irgendein armer Mensch wochenlang den Münzen und Scheinen hinterherlaufen. Oder seine Kontonummer großflächig im Freundes- oder Kollegenkreis verteilen. Mittlerweile gibt es eine dritte Option: Internetportale, mit denen man Geld einsammeln kann. In der Regel genügen dafür ein paar Klicks. Doch es lohnt sich, bei den Angeboten genauer hinzuschauen.

Leetchi, Commonbox, MoneyPool – so heißen Tools, mit denen sich Geld für Geschenke oder auch einen guten Zweck ganz einfach einsammeln lässt. Einer richtet einen virtuellen Sammeltopf ein, alle anderen zahlen ein - zum Beispiel per Kreditkarte.

"Das Ganze ist – wie man neudeutsch sagen würde – sehr convenient", sagt Joanna Schmölz, Vizedirektorin des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet: schnell gemacht und schnell befüllt. Diese einfache Handhabung sei vielen Menschen heute wichtig.

Bei Auszahlung können Gebühren anfallen

Spätestens bei der Auszahlung zeigt sich allerdings der erste Pferdefuß: Um den Betrag auf ein Konto zu überweisen, fallen meist Gebühren an – und die können saftig sein. Von Sammelbeträgen unter 2000 Euro ziehen manche Anbieter beispielsweise vier Prozent ab. Bei 1000 Euro sind das zum Beispiel satte 40 Euro Gebühren.

Gebührenfrei kann man die Summe dagegen meist in einem Partnershop des Unternehmens ausgeben – zum Beispiel bei einem Online-Versandhändler oder einer Hotelkette. "Das ist dann im Grunde ein Wertgutschein", erklärt David Riechmann, Experte für Finanzthemen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer solche Angebote nutzen will, sollte sich also als erstes überlegen, ob der Beschenkte in einem der Partnershops fündig würde.

Moneypool von Paypal

Der Online-Bezahldienst Paypal bietet ein anderes Modell an. Dort kann man in einem bestehenden Konto einen sogenannten MoneyPool einrichten. Der Kontoinhaber verschickt einen Link an Freunde, die in den Pool einzahlen können. Der gesammelte Betrag wiederum wird am Ende auf das Paypal-Konto des Sammlers umgebucht und kann kostenlos an einen anderen Paypal-Nutzer oder das eigene Bankkonto ausgezahlt werden. Einen Haken gibt es dennoch: Um in den Topf einzahlen zu können, muss man selbst ein Paypal-Konto haben.

Aber wie sicher ist das Geld eigentlich in solchen virtuellen Sammelboxen? Das hängt davon ab, wo die Anbieter sitzen und wie sie lizenziert sind, so Schmölz. Anbieter aus der EU könne man zumindest nach EU-Recht belangen, wenn etwas schief gehen sollte. Wenn also ein lizenzierter Anbieter aus der EU zum Beispiel Insolvenz anmelden muss, besteht die Chance, dass Nutzer ihr Geld zurückfordern können.

EU lizenzierte Anbieter auswählen

Julian Grigo ist beim Digitalverband Bitkom Bereichsleiter Digital Finance und Digital Banking. Er rät, vor allem für größere Beträge einen Anbieter zu wählen, der von einer Finanzaufsichtsbehörde in der EU lizenziert ist – etwa als E-Geld-Institut oder wie Paypal als Bank. "Dann darf man sich auf der sicheren Seite fühlen", sagt er.

Nutzer sollten zudem recherchieren, was andere Nutzer sagen, empfiehlt Grigo: "Gibt es Berichte über Geld, das nicht ausgezahlt wurde? Ist der Anbieter bereits lange Zeit am Markt aktiv?"

Anbieter sammeln Geld und Daten

Neben dem Geld sammelt der Anbieter noch etwas anderes: Daten. Schmölz empfiehlt deshalb, unbedingt vorher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen – auch wenn es nervt. Dabei sollten potenzielle Nutzer darauf achten, ob auch Dinge gespeichert werden, die mit der Dienstleistung gar nichts zu tun haben: Muss man etwa seine Handynummer angeben? Erhebt der Anbieter Ortungsdaten?


Das alles gilt natürlich nicht nur für jene, die einen Sammeltopf einrichten. Auch wer aufgefordert wird einzuzahlen, sollte kritisch sein. "Je mehr Anbieter auf den Markt kommen, desto größer ist die Gefahr, dass Phishing-E-Mails auftauchen", sagt Riechmann. Dass also Betrüger Zahlungsaufforderungen verschicken, die denen der Portale zum Verwechseln ähnlich sehen. Wer eine E-Mail von einem Freund bekommt mit der Aufforderung, sich an einem Geschenk zu beteiligen, sollte im Zweifel also besser doch noch mal nachfragen.

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Verwendete Quellen:
  • dpa/tmn

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