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"bndkarriere": Deutscher Geheimdienst BND ist jetzt auf Instagram

Nach zwei Jahren Planung  

BND startet Kanal bei Instagram

17.05.2021, 08:25 Uhr | dpa

"bndkarriere": Deutscher Geheimdienst BND ist jetzt auf Instagram. Fast ein Agenten-Klassiker: "Liebesgrüße aus Mitte", gesendet vom BND auf Instagram.

Fast ein Agenten-Klassiker: "Liebesgrüße aus Mitte", gesendet vom BND auf Instagram. Foto: Kay Nietfeld/dpa. (Quelle: dpa)

Zwei Jahre hat der deutsche Geheimdienst BND in die Planung eines eigenen Instagram-Kanals gesteckt. Jetzt will die verschwiegene Behörde dort Mitarbeiter suchen – und Anekdoten von BND-Mitarbeitern teilen.

Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND mit seiner Zentrale in Berlin-Mitte startete am Montag einen eigenen Kanal –"bndkarriere" – in dem vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebten sozialen Netzwerk Instagram. Der neue Auftritt soll der Nachwuchsgewinnung dienen.

"Ein moderner Arbeitgeber muss auch dort präsent sein, wo sich mögliche Bewerberinnen und Bewerber tummeln", sagte BND-Präsident Bruno Kahl der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der BND war früher für seine strikte Zurückhaltung in der Öffentlichkeit bekannt.

Neben einer modernen Website ist der BND seit November 2018 auf dem Videoportal Youtube vertreten, kommt dort aber nur auf gut 1000 Abonnenten. Im März startete der Geheimdienst unter anderem auf Twitter ("#FollowTheGlitchKarnickel") eine Aktion zur Rekrutierung von Experten der Hackerszene. Einen eigenen Twitterkanal, wie ihn etwa der Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz, mit gut 28.000 Followern betreibt, plant der BND allerdings nicht.

Instagram-Kanal sei ein "Meilenstein" für BND

Der Instagram-Auftritt soll im Jahr 65 nach der offiziellen Gründung des BND ein "Meilenstein" sein, heißt es intern. Kahl betonte: "Wir müssen zeitgemäße Wege gehen, um insbesondere Schulabgängern, Uniabsolventen und jungen Berufstätigen einen Eindruck zu geben, welche beruflichen Chancen eine international operierende Sicherheitsbehörde" biete. Der erste Post auf dem neuen Kanal zeigt ein offenbar häufig in der BND-Zentrale verwendetes Symbol und klärt auf, was es bedeutet.

US-Dienste wie das FBI (knapp 2 Millionen Abonnenten), die CIA (knapp 400.000 Abonnenten) oder der britische Inlandsgeheimdienst MI5 (gut 100.000 Abonnenten) betreiben stark beachtete Instagram-Auftritte. Beim BND hofft man auf eine Reichweite von bis zu 60.000 Instagram-Nutzern pro Monat. Das würde bedeuten, dass sich so viele Nutzer die BND-Inhalte mindestens ein Mal angeschaut haben.

"Ein Nachrichtendienst kann nicht öffentlich über seine Operationen, geheimen Erkenntnisse und Methoden plaudern", begründete Kahl die Zurückhaltung. "Wir werden auf Instagram auch keine politischen Diskussionen führen." Vielmehr wolle der BND einen Ort schaffen, "an dem sich Interessierte einen Überblick über unsere Aufgaben, einen Einblick in unseren Alltag sowie einen Eindruck von den Menschen verschaffen können, die im Bundesnachrichtendienst für die Sicherheit Deutschlands arbeiten".

Zweijährige Planungsphase ging voraus

Für den Instagram-Auftritt hat der BND nach einer gut zweijährigen Planungsphase im Januar eine eigene Redaktion mit einer Handvoll Expertinnen und Experten eingerichtet. Zum Team gehören junge Mitarbeiter, die Social-Media-Erfahrungen aus Unternehmensberatungen oder Wirtschaftsverbänden mitbringen. Via Instagram will der Dienst junge Menschen vor allem aus den MINT-Berufen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ansprechen.

Damit der früher auf Abschottung bedachte BND lebendiger erscheint, sollen auf Instagram auch persönliche Anekdoten von Mitarbeitern zu finden sein – wegen der Geheimhaltung allerdings ohne Gesicht und Namen. Dazu gehören Fotos mit Eindrücken von Arbeitsplätzen – etwa das von einer goldenen asiatischen Winkekatze. Die sei zwar "total kitschig, aber ich liebe sie", schreibt ein Mitarbeiter. "Sie erinnert mich an meine letzte große Reise vor Corona. Ich habe sie in Chinatown in Singapur gekauft."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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