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Internetfahnder: Die 377 verbotenen Wörter im Internet


Die 377 verbotenen Wörter im Internet

t-online

11.06.2012Lesedauer: 2 Min.
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Auch mit harmlosen Wörtern machen Sie Geheimdienste auf sich aufmerksam. (Quelle: imago-images-bilder)
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"Schweinefleisch", "Flughafen" und "Tornado": Internetnutzer, die diese Wörter verwenden, haben gute Chancen, ins Visier amerikanischer Fahnder zu geraten. Denn diese Begriffe stehen auf dem bisher geheimen Index des US-Ministeriums für Innere Sicherheit, wie der Internet-Blog Netzpolitik.org berichtet. Unter massiven Druck musste die Behörde nun eine Liste mit insgesamt 377 Schlüsselwörtern veröffentlichen.

Im Juni 2011 richtete das US-Ministerium für Innere Sicherheit offiziell eine eigene Abteilung zur Überwachung dutzender Internetseiten ein, die Social Networking/Media Capability (SNMC). Seitdem durchforsten die Internetfahnder Seiten wie Facebook und Twitter, Internet-Blogs und -Foren, um dem Ministerium "eine Überlegenheit an Informationen in sich rapide verändernden Situationen" zu verschaffen. Die ersten Einsätze der SNMC fanden während der Olympischen Winterspiele 2010 und dem Erdbeben in Haiti statt. Das Ministerium versuchte allerdings den Schlagwortkatalog seiner Internetfahnder geheim zu halten. Der Freedom of Information Act – ein US-Gesetz, das Bürgern Zugang zu Regierungsdokumenten verspricht – zwang das Ministerium jedoch, seinen geheimen Internet-Index zu veröffentlichen.

Die 377 Tabus der Internetfahnder

Unter den 377 Schlagwörtern finden sich wenig überraschende Begriffe wie "Terror" und "Dirty Bomb" (deutsch: "dreckige Bombe"), aber auch vermeintlich harmlos anmutende Wörter wie "Brücke", "Welle", "Hilfe", "Verzögerung" und "Schwein". Laut der US-Behörde scannen die Internetfahnder nur nach öffentlich zugänglichen Informationen und auch nur nach den Beiträgen bestimmter Personengruppen, wie zum Beispiel von Politikern, Mitgliedern terroristischer Vereinigungen und bereits auffällig gewordenen Straftätern.

Internetfahnder unter Kritik

Angeblich dient die Arbeit der Internetfahnder ausschließlich zum Schutz der US-Bevölkerung vor Naturkatastrophen, Epidemien und Terroranschlägen. Kritiker fürchten jedoch, dass die Spezialabteilung auch zunehmend zu Spionagezwecken eingesetzt wird. So gehören auch Journalisten zu den Personen, die systematisch von dem Ministerium für Innere Sicherheit überwacht werden. Zudem wird die Effektivität eines automatischen Internetfilters in Frage gestellt. Im Januar verweigerten die USA einem Briten die Einreise, weil er zuvor einen zweideutigen Scherz auf Twitter veröffentlicht hatte.

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