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Staatsanleihen: Definition, Chancen und Risiken | EZB und Staatsanleihen


Sicherheit fürs Depot  

Was bringen mir Staatsanleihen?

19.04.2021, 12:21 Uhr
Staatsanleihen: Definition, Chancen und Risiken | EZB und Staatsanleihen. Blick auf die EZB in Frankfurt (Symbolbild): Die Zentralbank kauft massiv Staatsanleihen auf. (Quelle: imago images/Marcel Lorenz)

Blick auf die EZB in Frankfurt (Symbolbild): Die Zentralbank kauft massiv Staatsanleihen auf. (Quelle: Marcel Lorenz/imago images)

Mit Staatsanleihen borgen sich Länder Geld von Banken und Privatpersonen. Auch Sie können einem Staat einen solchen Kredit gewähren – mit Vorteilen für Ihr Wertpapierdepot. Was Sie zu Staatsanleihen wissen sollten.

Wenn Sie Geld für eine Anschaffung, zum Beispiel ein neues Auto, brauchen, können Sie sich einen Kredit bei der Bank besorgen und später zurückzahlen. Auch Staaten können ihre Ausgaben mit fremdem Geld finanzieren. Dafür geben sie sogenannte Staatsanleihen heraus, die wiederum Banken oder auch Sie als Privatanleger kaufen können.

Doch wie funktioniert das genau? Und warum sollte ich als Anleger überhaupt in Staatsanleihen investieren? t-online erklärt es Ihnen.

Was sind Staatsanleihen überhaupt?

Staatsanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von Staaten ausgegeben werden. Das heißt: Durch Staatsanleihen leiht sich der jeweilige Staat von Banken aber auch Privatpersonen gegen einen Zins Geld.

Die in dem Papier festgelegten Zinsen werden jährlich ausgeschüttet. Die Laufzeit von Staatsanleihen beträgt oft zehn Jahre. Es gibt jedoch auch kürzere und längere Laufzeiten.

Neben Staatsanleihen gibt es auch Unternehmensanleihen. Sie funktionieren ähnlich wie Staatsanleihen, nur dass sich hier Firmen von Privatpersonen Geld leihen. Wie Anleihen genau funktionieren, lesen Sie hier.

Welche Typen von Staatsanleihen gibt es?

Bei Staatsanleihen geht es vor allem um das Land, das die Anleihe herausgibt. Denn davon hängt das Risiko und der Zins ab: Je geringer die Bonität eines Landes, also seine Kreditwürdigkeit, desto höher das Risiko, aber auch der zu zahlende Zins.

Daneben spielen aber auch die verschiedenen Typen von Anleihen eine Rolle, die ein Staat herausgibt. Auch unterscheiden sich die Laufzeiten. In Deutschland gibt es beispielsweise Bundesanleihen, Bundesschatzanweisungen oder Bundesobligationen. Eine Übersicht:

  • Bundesanleihen sind die Standardform der deutschen Staatsanleihen, ihre Laufzeit beträgt entweder zehn oder 30 Jahre.
  • Bundesobligationen laufen dagegen nur fünf Jahre lang – eignen sich also für die mittelfristige Anlage.
  • Die Laufzeit von Bundesschatzanweisungen ist noch kürzer, nur zwei Jahre. Es gibt auch noch Untertypen mit noch kürzeren Laufzeiten.
  • Bundesschatzbriefe hingegen werden seit Ende 2012 nicht mehr vom Staat ausgegeben, der letzte Bundesschatzbrief lief im September 2019 aus.

Welche Rolle spielt die EZB bei Staatsanleihen?

Ein zentrales Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die sogenannte Preisstabilität. Das heißt: Die EZB versucht, die Inflation, also die Teuerung, auf stabilem Niveau zu halten. Sie strebt in der Eurozone mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an.

Der Grund für das Ziel der Preisstabilität: Stagnierende oder fallende Preise können Verbraucher und Unternehmen verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Konjunktur bremsen.

Um ihr Ziel zu erreichen, hat die EZB maßgeblich zwei Instrumente: die Senkung des Leitzinses und den Kauf von Staatsanleihen. Der Leitzins ist seit Jahren bei null Prozent, hier sind die Möglichkeiten also eingeschränkt. Deshalb versucht sie die Teuerungsrate auch durch den Ankauf von Anleihen zu regulieren.

Denn: Das Geld, das die EZB über die Anleihenkäufe an die Staaten überweist, kommt, so die Theorie, früher oder später auch in den Umlauf – und sorgt für eine steigende Inflation. Gleichzeitig sinken durch die größere Anleihenachfrage der EZB die Zinsen, die die Finanzminister zahlen müssen, ihre Schulden werden also billiger.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, hat die EZB ihre Anleihenkäufe noch einmal deutlich ausgeweitet. Kritiker werfen der EZB daher vor, durch den Ankauf von Staatsanleihen Staaten indirekt zu finanzieren, was ihr ausdrücklich nicht erlaubt ist.

Wie kann ich Staatsanleihen kaufen?

Sie haben mehrere Möglichkeiten, in Anleihen zu investieren. Sie können beispielsweise direkt Anleihen – oder vielmehr Teile von Staatsanleihen – erwerben.

Eine andere Variante ist: Sie investieren über sogenannte Rentenfonds in Staatsanleihen. Das ist im Grunde ein Korb mit Anlagegeldern, mit denen verschiedene Anleihen zum Kurswert gekauft und verkauft werden.

Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Anleihen-ETFs. Bei diesen bildet ein Computeralgorithmus einen Anleihen-Index nach, welcher die Wertentwicklung der Anleihen des Index anzeigt. Mit einem Anleihen-ETF legen Sie in all diese Wertpapiere an. Wie das geht, lesen Sie hier.

Lohnt es sich, in Staatsanleihen zu investieren?

Ja, das kann sich trotz niedriger Zinserträge rentieren. Experten raten, dass Sie neben Aktien oder Aktienfonds auch Staatsanleihen – sowie Unternehmensanleihen – in Ihrem Wertpapierdepot haben sollten, als Sicherheit. Denn: Staatsanleihen gelten als sehr sichere, aber renditearme Anlage.

Wichtig: Nicht alle Staatsanleihen sind gleich risikoarm. Kaufen Sie Anleihen von hoch verschuldeten Ländern ist das Risiko höher, Ihr Geld zu verlieren. Andererseits ist auch die Rendite höher. Bundesanleihen werfen dagegen kaum Rendite ab, im Gegenteil: Investoren bezahlen bisweilen sogar dafür, dem deutschen Staat Geld zu leihen.

Staatsanleihen können Schwankungen im Depot ausgleichen, also Verluste durch Aktien. Abhängig von Ihrer Risikoneigung sollten Sie deshalb einen gewissen Prozentsatz in Anleihen investieren.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Deutsche Finanzagentur
  • Finanztip
  • exporo.de
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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