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Trading: Was ist das? | Chancen & Risiken


Chancen und Risiken  

Kann ich beim Traden an der Börse reich werden?

Von Judith Henke

06.07.2021, 13:32 Uhr
Trading: Was ist das? | Chancen & Risiken. Ein Trader im Homeoffice (Symbolbild): Der schnelle Handel mit Aktien kann lukrativ sein – birgt aber auch Risiken. (Quelle: Getty Images)

Ein Trader im Homeoffice (Symbolbild): Der schnelle Handel mit Aktien kann lukrativ sein – birgt aber auch Risiken. (Quelle: Getty Images)

Trader wollen mit kurzfristigem Handel hohe Rendite einfahren. Wer beim Trading aber das schnelle Geld wittert, kann sich leicht verspekulieren. t-online erklärt Ihnen die Hintergründe und Risiken.

Schnelles Internet, ein Smartphone oder PC und ein wenig Startkapital – anders als in den 1990er-Jahren sind die Hürden zum schnellen Handel mit Aktien oder anderen Finanzinstrumenten gering. Gerade der Boom von Neobrokern wie Trade Republic oder Scalabe, bei denen Sie Ihr Depot im Smartphone verwalten, bringen immer mehr Menschen dazu, ihr Glück an der Börse zu versuchen. Niedrigere Gebühren beim Handel motivieren, mit schnellen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren Geld zu verdienen.

Doch das klingt leichter, als es ist. Beim Trading lauern nicht nur Chancen, sondern auch viele Risiken. t-online erklärt, was sich hinter dem Wort Trading verbirgt, mit welchen Finanzinstrumenten Sie traden können und ob Trading wirklich zum schnellen Geld führt.

Was ist Trading – und wie funktioniert es?

Trading beschreibt den kurzfristigen Handel mit Aktien, Rohstoffzertifikaten, Währungen oder anderen Finanzinstrumenten. Ein Trader, zu Deutsch Händler, zielt in der Regel nicht darauf ab, einen Anteil an einem Unternehmen zu kaufen und damit langfristig Gewinne einzufahren. Vielmehr geht es beim Trading darum, von den Schwankungen auf den Finanzmärkten – auch Volatilität genannt – zu profitieren.

Der Trader kauft beispielsweise eine Aktie, wartet auf einen Kursanstieg und veräußert sie oft noch innerhalb desselben Tages wieder. Deshalb spricht man bei Tradern oft auch von "Daytradern". Sein Gewinn ist die Differenz von Verkaufs- und Kaufpreis, abzüglich der Transaktionskosten, etwa den Ordergebühren des Brokers.

Trading lernen: Auf welchen Märkten kann man traden?

Der wichtigste Markt für Trader ist der Handel mit Aktien an der Börse. Allerdings erscheint es vielen Tradern zu wenig lukrativ, allein darauf zu setzen, dass der Kurs einer Aktie nach ihrem Kauf steigt.
Daher setzen fortgeschrittene und professionelle Trader gern auf Derivate, spezielle Finanzinstrumente, deren Preise sich von den Kursen oder Preiserwartungen ausgewählter Finanzprodukte wie Aktien ableiten.

Ein bei Daytradern beliebtes Derivat sind Differenzkontrakte (Contracts for Difference, kurz CFD), mit denen auf künftige Kursverläufe von Aktien oder Wertveränderungen von Währungen oder Rohstoffen spekuliert werden kann. Der Trader erwirbt dabei von einem CFD-Anbieter beispielsweise eine virtuelle Aktie und hinterlegt eine Geldsicherheit. Wenn die Laufzeit des CFDs endet, verkauft der Anleger die Aktie zurück an den Anbieter. Ist die Aktie während der Laufzeit gestiegen, erzielt der Anleger einen Gewinn, ist sie gesunken, einen Verlust.

Was einfach klingt, birgt jedoch auch Risiken. Laut der Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) machen mehr als drei Viertel der Anleger beim CFD-Trading Verluste. Denn bei CFDs wird ein sogenannter Hebel angewendet. Dieser Hebel kann zwar den Gewinn vervielfachen, wirkt aber genauso in die andere Richtung – und kann somit die Verluste stark erhöhen.

Ebenso beliebt bei Tradern ist das Forex Trading, also der Handel mit ausländischen Währungen (Devisen), der großen Schwankungen unterliegt. Auch hier kommen gerne Hebel zum Einsatz. Auch mit Kryptowährungen wie Bitcoin traden viele Menschen gern.

Neben Aktien zählen auch Anleihen, also verzinsliche Schuldverschreibungen mit einer bestimmten Laufzeit bis zur Tilgung, zu den beliebtesten Finanzinstrumenten. Auch Anleihen handeln Trader meist in Form von Derivaten, zum Beispiel Futures, Call-Optionen oder Put-Optionen.

Wie sicher ist der Handel mit Trading-Apps?

Das kommt stark darauf an, mit welchen Finanzprodukten Sie handeln – und wie hoch die Gebühren sind, die Ihr Broker für den Handel verlangt. Viele Kleinanleger, die traden, nutzen für den Handel sogenannte Neobroker (mehr dazu lesen Sie hier).

Diese Anbieter bieten ihren Kunden eine intuitive Smartphone-App, auf der Trader zu sehr geringen Gebühren Aktien, ETFs und andere Handelsinstrumente kaufen können. Online-Broker wie Trade Republic, Just Trade oder Scalable Capital leiten dabei die Aufträge ihrer Kunden – etwa den Kauf einer Aktie – an den Handelsplatz wie die Stuttgarter oder die Frankfurter Börse weiter und verdienen an der Provision, die ihnen der Handelsplatz zahlt. In der Regel fallen für den Trader nur geringe Gebühren von wenigen Euro an – ein Pluspunkt bei kurzfristigen Käufen und Verkäufen.

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Wer neben dem kurzfristigen Handel mit Aktien auch mit CFD- oder Forex-Trading sein Glück versuchen will, greift häufig auch auf spezialisierte Broker zurück. Da es sich hierbei um eine hochspekulative Form der Geldanlage handelt, sollten Trader besonders darauf achten, dass sie es mit einem seriösen Anbieter zu tun haben. Trading-Apps, die Sie nicht in Apples App Store oder im Google Playstore, sondern nur auf einer Internetseite herunterladen können, auf denen Sie "unbekannte Quellen" aktivieren oder ungewöhnliche Berechtigungen erteilen müssen, sollten Sie vermeiden.

Wichtig: Ein Online-Broker mit Sitz in Deutschland führt die Abgeltungssteuer von 25 Prozent bei jeder Transaktion umgehend ab. Der Trader sollte dem Finanzdienstleister einen Freistellungsauftrag erteilten, sodass der Freibetrag von 801 Euro zunächst steuerfrei bleibt.

Mit wie viel Geld kann ich als Anfänger das Trading starten?

Wer langfristig in ETFs oder Aktien investiert, kann dies schon ab wenigen Euro im Monat machen. Doch je kurzfristiger der Handel, desto höher ist in der Regel der Einsatz pro Trade. Denn nur so bleibt nach Abzug der Handelsgebühren genug Gewinn übrig.

Für Hobbytrader empfiehlt sich deshalb eine Depotgröße ab 3.000 Euro. Unerfahrene Trader können auch zunächst mit kleineren Geldsummen starten oder sich zunächst auf Demokonten mit virtuellem Spielgeld ausprobieren. Wer dagegen beruflich traden möchte, sollte mit einem Depot im sechsstelligen Bereich starten.

Kann man mit dem Trading wirklich Geld verdienen?

Wenn Sie beispielsweise mit einem Kapital von 200.000 Euro mit dem Traden beginnt, würde bei einer Jahresrendite von 20 Prozent ein Gewinn von 40.000 Euro übrig bleiben – vor Steuern und Gebühren.
Allerdings ist eine derart hohe Rendite eine sehr optimistische Erwartung, viele Trader fahren auch hohe Verluste ein.

Trading-Strategien
Trading-Strategien unterscheiden sich hinsichtlich der Dauer, wie lange eine Position gehalten wird. Ein Handel, der einen Zeitraum von bis zu einigen Monaten umfasst, heißt Positionstrading. Swingtrading bezeichnet eine Strategie, bei der erwartete Kursschwankungen den Handel vorgeben. Zwischen Kauf und Verkauf verstreichen höchstens wenige Tage. Daytrading bezeichnet alle binnen eines Tages umgesetzten Trades. Beim Scalping handelt der Trader besonders schnell, hier geht es um Sekunden und Minuten.

Wer keine langjährige Börsenerfahrung und kein ausreichendes Kapitalpolster hat, um weiter die Miete zu bezahlen, sollte davon absehen, mit Trading hauptberuflich sein Einkommen zu verdienen. Zudem ist Trading kein passives Einkommen, sondern Arbeit. Wer tradet, muss das tägliche Börsengeschehen ständig im Auge behalten – und sitzt im Zweifelsfall genauso lange vor dem Bildschirm wie im alten Bürojob auch.

Geld verdienen mit dem Trading: schneller Reichtum oder nicht?

Eine Studie der University of California und der Peking University ergab, dass von 360.000 Daytradern in Taiwan nur 15 Prozent keine Jahresverluste schrieben. 85 Prozent machten also Verluste.

Eine weitere Studie, die ebenfalls von den Wissenschaftlern aus Kalifornien und Peking erhoben wurde, zeigte sogar, dass mehr als 98 Prozent der Daytrader Geld verlieren. Denn besonders der Handel mit Hebelprodukten kann mit hohen Verlusten verbunden sein, da Hebel eben nicht nur den Gewinn, sondern auch den Verlust vervielfachen können.

Verwendete Quellen:

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