Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Geld & Vorsorge > Rente & Altersvorsorge > Rüruprente >

Rürup-Rente: Wie funktioniert sie? | Definition, Vor- und Nachteile


Auch Basisrente genannt  

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

07.05.2021, 10:36 Uhr
Rürup-Rente: Wie funktioniert sie? | Definition, Vor- und Nachteile. Frau arbeitet am Laptop (Symbolbild): Die Rürup-Rente richtet sich vorwiegend an Selbstständige. (Quelle: imago images/Westend61)

Frau arbeitet am Laptop (Symbolbild): Die Rürup-Rente richtet sich vorwiegend an Selbstständige. (Quelle: Westend61/imago images)

Die erste Säule der Rente besteht nicht nur aus der gesetzlichen Rente. Auch die sogenannte Basisrente spielt eine entscheidende Rolle. Wir zeigen Ihnen, für wen sie bestimmt ist – und was Sie dabei beachten sollten.

Millionen Menschen in Deutschland sind rentenversicherungspflichtig – etwa weil sie Angestellte sind. Doch Selbstständige müssen oftmals nicht in die gesetzliche Rente einzahlen. Für sie gibt es dagegen ein anderes Modell: die sogenannte Basisrente, auch Rürup-Rente genannt.

Wir erklären Ihnen, wie diese Rente funktioniert, was ihre Vorteile sind – und für wen sie sich lohnt.

Was ist die Rürup-Rente?

Die Basisrente ist ein besonderes Rentenmodell für alle, die weder gesetzlich noch in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert sind. Das heißt, die Basisrente richtet sich besonders an Selbstständige, denn sie sind meist nicht pflichtversichert (siehe unten).

Die Basisrente ist damit Teil der ersten Säule der Altersvorsorge – also dort, wo auch die gesetzliche Rentenversicherung oder Renten von berufsständischen Versorgungswerken angesiedelt sind.

Die Basisrente wird oft nach ihrem Erfinder benannt, dem Ökonomen Bert Rürup. Er hat sie Anfang der 2000er-Jahre entwickelt, ab 2005 wurde die Rürup-Rente eingeführt. Der zentrale Vorteil der Basisrente ist: Sie ist staatlich gefördert – die Beiträge zur Rürup-Rente sind zu einem großen Teil steuerlich absetzbar (siehe unten).

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie die Basisrente konkret ausgestaltet sein kann. So gibt es die Basisrente mit oder ohne Fonds – oder als Sparplan.

Wer kann die Rürup-Rente abschließen?

Grundsätzlich kann jeder die Rürup-Rente abschließen – und damit seine Basisvorsorge, etwa aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aufstocken. Allerdings gilt: Eine Rürup-Rente richtet sich an Menschen, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind. Das greift auch für die Pflichtversicherung in einem berufsständischen Versorgungswerk oder in einer landwirtschaftlichen Alterskasse.

Die Basisrente lohnt sich daher besonders für Selbstständige oder Freiberufler, die sich nicht freiwillig in der gesetzlichen Rente versichern wollen oder die viel verdienen. Doch auch für Angestellte oder Beamte kann die Basisrente etwas sein – vorausgesetzt ihr Lohn ist hoch.

Denn: Je höher der Lohn, desto höher können die monatlichen Beiträge in die Rürup-Rente sein – und desto eher profitieren Sie von steuerlichen Vorteilen (siehe unten).

Wie sieht der steuerliche Vorteil aus?

Die Beiträge zur Rürup-Rente sind steuerlich absetzbar – und zwar zu einem großen Teil. So können Sie im Jahr 2021 23.724 Euro an Beiträgen in die Rürup-Rente steuerlich geltend machen, als sogenannte Vorsorgeaufwendungen.

Das gilt jedoch nur, wenn Sie mindestens 25.787 Euro – den Maximalbetrag – eingezahlt haben. Das heißt: Der steuerliche Vorteil der Rürup-Rente lohnt sich besonders ab hohen Beiträgen. Bis 2025 steigt der Anteil an maximal absetzbaren Vorsorgeaufwendungen auf 100 Prozent.

Um die Beiträge zur Rürup-Rente abzusetzen, tragen Sie sie bei der Steuererklärung in die Anlage "Vorsorgeaufwendungen" ein.

Wichtig: Sie erhalten nicht den vollen Höchstsatz (im Jahr 2021 also 23.724 Euro) zurück. Denn: Das Finanzamt verrechnet die Beiträge zur Basisrente mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz.

Diese Vorteile hat die Rürup-Rente noch

Neben dem steuerlichen Vorteil bietet die Rürup-Rente noch weitere Vorteile. So ist die Rürup-Rente nicht pfändbarund auch bei einer Privatinsolvenz sicher.

Auch sind Sie bei der Einzahlung sehr flexibel. So können Sie die Beiträge leicht anpassen und müssen keinen Mindestbetrag einzahlen.

Welche Nachteile hat die Rürup-Rente?

Die Basisrente hat auch einige Nachteile. So ist es nicht möglich, den Vertrag zu kündigen. Sie können ihn lediglich beitragsfrei stellen (siehe unten). 

Außerdem müssen Sie auf die Renten im Alter wiederum Steuern zahlen. Wie viel, hängt von dem Jahr ab, in dem Sie in Rente gehen. Wie die Rentenbesteuerung funktioniert, lesen Sie hier.

Zudem können Sie die Basisrente nicht vererben. Wenn Sie sterben, haben Ihre Nachfahren also keinen Anspruch darauf. Allerdings können Sie eine zusätzliche Hinterbliebenenversicherung über die Basisrente abschließen.

Die Rürup-Rente kann außerdem nur als monatliche Rente ausgezahlt werden. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist nicht möglich.

Kann ich die Rürup-Rente kündigen?

Nein, das ist nicht möglich. Ebenso wie bei Verträgen der betrieblichen Altersvorsorge ist es nicht möglich, den Vertrag über die Basisrente zu kündigen.

Sollten Sie jedoch keine Beiträge mehr zahlen wollen, können Sie die Rürup-Rente beitragsfrei stellen. In dem Fall läuft Ihr Vertrag zwar weiter, Sie sind aber nicht mehr verpflichtet einzuzahlen.

Um die Rürup-Rente beitragsfrei zu stellen, müssen Sie einen entsprechenden Antrag an die Versicherung stellen. Sollten Sie die Beiträge wieder zahlen wollen, können Sie die Beitragsfreistellung widerrufen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Finanztip
  • finanzen.de
  • weltsparen.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal