Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Geld & Vorsorge > Versicherungen >

Risikolebensversicherung: Sinnvoll oder nicht? Das sollten Sie wissen


Nicht nur für Familien  

Wann sich eine Risikolebensversicherung lohnt

26.08.2021, 23:29 Uhr
Risikolebensversicherung: Sinnvoll oder nicht? Das sollten Sie wissen. Vater mit kleiner Tochter auf dem Arm (Symbolbild): Eine Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung ist für viele Familien notwendig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ Serhii Sobolevskyi)

Vater mit kleiner Tochter auf dem Arm (Symbolbild): Eine Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung ist für viele Familien notwendig. (Quelle: Serhii Sobolevskyi/Thinkstock by Getty-Images)

Stirbt der Hauptverdiener unerwartet, kann das bittere Folgen für Hinterbliebene haben. Eine Risikolebensversicherung schützt Sie davor. Wir zeigen, für wen sie sinnvoll ist – und für wen nicht.

Wenn ein Familienmitglied unerwartet früh stirbt, ist das für sich genommen schon eine Tragödie. Noch dramatischer wird es allerdings, wenn die Hinterbliebenen finanziell auf sie oder ihn angewiesen waren.

Dann können sie womöglich Darlehen nicht mehr bedienen oder den Lebensunterhalt nicht mehr sicher bestreiten. Diesem Szenario können Sie vorbeugen, wenn Sie eine Risikolebensversicherung abschließen.

Wir erklären, für wen sie sich eignet, was Sie bei Dauer und Höhe beachten sollten und auf was für Fragen Sie sich vor Abschluss gefasst machen müssen.

Für wen ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?

Eine Risikolebensversicherung eignet sich für alle, die für andere sorgen und nach ihrem Tod die Hinterbliebenen finanziell absichern möchten. Das betrifft vor allem Familien und Alleinerziehende, aber nicht nur.

Auch für kinderlose Paare kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Das gilt umso mehr für unverheiratete Paare, da sie keinen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente haben. Auch Geschäfts­partner können sich mit einer solchen Police gegen­seitig absichern.

Sie sollten vor allem über eine Risikolebensversicherung nachdenken, wenn Sie ein Immobiliendarlehen tilgen müssen, das Ihr Partner ohne Sie nicht mehr stemmen könnte, die Familie mit nur einem Einkommen nicht mehr über die Runden käme oder Sie alleinerziehend sind. Für Singles ist eine Risikolebensversicherung in der Regel nicht notwendig.

Mit einer Risikolebensversicherung erhalten die Hinterbliebenen nach Ihrem Tod dann einen festgelegten Betrag, die sogenannte Todesfallsumme. Diese kann den Wegfall Ihres Einkommens kompensieren.

Was sollte eine Risikolebensversicherung kosten?

Risikolebensversicherungen sind in der Regel nicht teuer. Die günstigste Police im jüngsten Produkttest der Stiftung Warentest von Anfang 2020 kostet für einen 35-jährigen Modellkunden 245 Euro jährlich. Es gibt aber auch Anbieter, die fast dreimal so viel berechnen.

Der Preis einer Risiko­lebens­versicherung hängt vor allem von der Lauf­zeit und der Versicherungs­summe ab. Aber auch Ihr Alter und Gesundheitszustand bei Abschluss des Vertrags spielen eine Rolle. Mehr dazu lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Wie lange sollte ich eine Risikolebensversicherung abschließen?

Die Laufzeit einer Risikolebensversicherung legen Sie individuell fest. Grundsätzlich sollte sie so lange laufen, wie Ihre Angehörigen einen Ausgleich dafür brauchen, dass Ihr Einkommen weggebrochen ist.

Ein Kriterium können etwa die Höhe und Laufzeit eines Darlehens sein, das Sie mit der Risikolebensversicherung absichern wollen. Sobald der Immobilienkredit abbezahlt ist, kann auch die Versicherung enden.

Geht es Ihnen darum, dass Ihre Kinder so lange finanziell unbeschwert leben können, bis sie aus dem Gröbsten raus sind, könnten Sie eine Laufzeit von 20 Jahren wählen. 

Beachten Sie dabei: Je kürzer der Vertrag läuft, desto günstiger ist er. Da es aber einfacher ist, eine Risikolebensversicherung zu kündigen als sie nachträglich zu verlängern, sollten Sie von vornherein ein paar Extra-Jahre als Puffer einplanen.

Gut zu wissen: Läuft die Police zu Lebzeiten des Versicherten aus, werden keine Leistungen fällig.

In welcher Höhe sollte ich eine Risikolebensversicherung abschließen?

Auch die Versicherungssumme bestimmen Sie bei Vertragsabschluss selbst. Als Faustregel gilt: Sie sollte das Drei- bis Fünffache Ihres Jahresbruttoeinkommens betragen. In vielen Fällen beläuft sich die Todesfallsumme daher auf 200.000 bis 300.000 Euro.

Verbraucherschützer empfehlen allerdings, die Versorgungs­lücke individuell zu berechnen, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

  • Beispiel der Verbraucherzentrale: Nehmen wir an, eine Mutter von zwei Kindern verdient 2.300 Euro netto im Monat. Ihr Mann hat einen 450-Euro-Job und das Kindergeld beträgt 408 Euro. Macht zusammen 3.158 Euro. Stirbt die Mutter nun, gibt es zwar 800 Euro Witwerrente für den Mann und 300 Euro Waisenrente für die Kinder, damit kommen sie mit dem 450-Euro-Job und dem Kindergeld aber nur auf 1.958 Euro im Monat. Weil sie im Haushalt, an Kleidung und Urlauben sparen, fallen die Ausgaben um 300 Euro geringer aus. Trotzdem bleibt eine Versorgungslücke von 900 Euro im Monat. Diese lässt sich mit 196.000 Euro 20 Jahre lang über­brücken. Unterstellt ist dabei, dass der Vater monatlich Geld entnimmt und den jeweiligen Rest­betrag zu 1 Prozent Nach­steuerzins anlegen kann. 200.000 Euro Versicherungs­summe wären also passend.

Bei der klassischen Form der Risikolebensversicherung bleibt die Versicherungssumme während der Laufzeit unverändert. Das ist durchaus zu empfehlen, weil sich zwei Effekte mehr oder weniger ausgleichen dürften: der mit der Zeit sinkende Absicherungsbedarf und die Geldentwertung durch die Inflation.

Alternativ gibt es Risikolebensversicherungen mit sogenannter annuitätisch oder linear fallender Versicherungssumme. Bei der linearen Variante sinkt die Todesfallsumme jedes Jahr um den gleichen Betrag, bei der anderen ist die Summe auf einen Kredit abgestimmt – und fällt in dem Maße, wie die Restschuld des Kredits weniger wird. Diese Varianten sind meist etwas günstiger als die klassische Variante, werden aber auch seltener angeboten.

Tipp: Achten Sie bei der klassischen Variante darauf, dass der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie enthält. Dann können Sie die Versicherungssumme später erhöhen, falls es nötig werden sollte – etwa bei der Geburt eines Kindes.

Was muss ich sonst noch beachten?

Bevor Sie eine Risikolebensversicherung abschließen können, wägt die Versicherung erst einmal Ihr Risiko ab – und stellt Ihnen viele Fragen, in erster Linie nach dem Gesundheitszustand.

Diese sollten Sie vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Eine Untersuchung vom Arzt ist meist erst ab einer Versicherungssumme von 300.000 Euro nötig. 

Mögliche Risikofaktoren sind:

  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • körperlich anstrengender Beruf
  • Übergewicht
  • riskante Hobbys wie Motorradfahren
  • Rauchen

In welchem Maß die Faktoren Einfluss auf den Preis der Risikolebensversicherung haben, hängt vom Anbieter ab. Vergleichen Sie daher am besten mehrere Policen.

Gut zu wissen: Wer im Antrag angibt, Nichtraucher zu sein und nach Abschluss der Police Raucher wird, ist je nach Vertragsbedingungen dazu verpflichtet, der Versicherung Bescheid zu geben. Andersherum kann es sich lohnen, den Tarif zu wechseln, falls Sie nach Vertragsbeginn Nichtraucher werden. Raucher zahlen oft dreimal so hohe Beiträge.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: