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Nachhaltigkeitsfaktor: Wie er funktioniert | Definition


Rentenanpassung im Juli  

Was diese Zahl mit der Höhe Ihrer Rente zu tun hat

30.06.2021, 13:27 Uhr
Nachhaltigkeitsfaktor: Wie er funktioniert | Definition. Enkeltochter mit Großmutter (Symbolbild): Der Nachhaltigkeitsfaktor ist ein Teil der Rentenanpassungsformel. (Quelle: Getty Images/Westend61)

Enkeltochter mit Großmutter (Symbolbild): Der Nachhaltigkeitsfaktor ist ein Teil der Rentenanpassungsformel. (Quelle: Westend61/Getty Images)

Jedes Jahr im Sommer werden die Renten angepasst. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Nachhaltigkeitsfaktor. Das sollten Sie darüber wissen.

Spätestens seit der Fridays-for-Future-Bewegung versuchen viele Menschen, nachhaltig zu leben – etwa beim Einkaufen darauf zu achten, weniger Plastikverpackungen zu kaufen oder auf Fleisch zu verzichten. Doch Nachhaltigkeit gibt es nicht nur bei der Umwelt.

Auch in der Rente spielt sie eine wichtige Rolle, allerdings in einem etwas anderen Sinne: mit dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor. t-online erklärt, wofür dieser Faktor gut ist, wie er wirkt – und was er genau mit Ihrer Rente zu tun hat.

Was ist der Nachhaltigkeitsfaktor?

Der Nachhaltigkeitsfaktor ist Teil der Rentenanpassungsformel, also der Formel, die berechnet, wie stark die Rentenerhöhung Mitte des Jahres ausfällt.

Denn: Die Höhe der jährlichen Rentensteigerungen hängen nicht nur von der durchschnittlichen Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland ab. Auch das Verhältnis von Rentenbeziehern zu Beitragszahlern spielt eine wichtige Rolle. Das bildet der Nachhaltigkeitsfaktor ab. Er sorgt also dafür, dass die Rente langfristig finanzierbar bleibt und die Rentenanpassung die Rentenkasse nicht übermäßig belastet.

Gut zu wissen: Die Rentenanpassungsfomel ist eine komplitzierte Rechnung. Sie besteht aus vielen Faktoren, etwa dem Riesterfaktor oder dem Nachholfaktor.

Warum gibt es den Nachhaltigkeitsfaktor?

Aus einem einfachen Grund: Wegen des demografischen Wandels. Die gesetzliche Rente in Deutschland hat nämlich ein Finanzierungsproblem. Auf immer mehr Rentner kommen immer mehr Beitragszahler. Denn die Geburtenraten sind seit Jahren rückläufig, während die Lebenserwartung ansteigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt diese Entwicklung.

Die jährliche Rentenanpassung ist daher nicht allein von der Lohnentwicklung abhängig – sondern auch davon, wie viele Beitragszahler es gibt. So soll die Rentenkasse geschont werden.

Welche Auswirkungen hat der Nachhaltigkeitsfaktor?

Da der Nachhaltigkeitsfaktor das Verhältnis von Rentenempfängern zu Beitragszahlern abbildet, wirkt er folgendermaßen: Steigt die Zahl der Einzahler gegenüber der der Rentenbezieher, wird der Nachhaltigkeitsfaktor größer, die Renten steigen.

Anders sieht es aus, wenn das Verhältnis der Beitragszahler gegenüber der Rentenempfänger sinkt. In diesem Fall wird der Nachhaltigkeitsfaktor kleiner. Die Folge: Auch die Rentenanpassung wird gedämpft und fällt kleiner aus.

In diesem Jahr hätte der Nachhaltigkeitsfaktor die Rentenanpassung gesenkt – um 0,92 Prozentpunkte, zumindest, wenn man ihn für sich betrachtet hätte. Da die Renten im Westen jedoch ohnehin nicht steigen und im Osten nur minimal mehr Rente gezahlt wird, wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor nicht aus. Renten dürfen nämlich nicht gesenkt werden. Dazu gibt es eine staatliche Rentengarantie.

Verwendete Quellen:

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