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Warum Slow Jogging nicht nur langsames Laufen ist

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Laufen: Slow Jogging weist mehr Unterschiede zum Joggen auf als nur das Tempo.
Laufen: Slow Jogging weist mehr Unterschiede zum Joggen auf als nur das Tempo. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
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Höher, schneller, weiter – wer mit diesem Konzept nicht viel anfangen kann, für den ist Slow Jogging vielleicht das Richtige. Die Idee: langsam laufen, die Gelenke schonen und dabei trotzdem fit werden.

Lächeln bitte! So ungefähr könnte man beschreiben, wie der Slow-Jogger idealerweise aussieht. "Man läuft so langsam, dass man sich dabei richtig wohlfühlt", erklärt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband, der das Konzept auf der Fitnessmesse Fibo in Köln vorgestellt hat. Erfunden hat Slow Jogging der japanische Sportphysiologe Prof. Hiroaki Tanaka schon vor vielen Jahren.

Das ist der Unterschied zum Joggen

Der entscheidende Unterschied zum Joggen ist nur vordergründig das Tempo. Viel wichtiger: Statt wie beim Rennen zuerst mit der Ferse aufzusetzen, setzt der Slow Jogger die Füße mit dem Mittelfuß auf – also da, wo man auch beim Hüpfen landet. Durch diese Art zu laufen werden Knie, Hüften und Wirbelsäule deutlich weniger belastet, sagt Hertel.

Dass man nicht so schnell vorankommt, liegt auch an der Schrittlänge. "Man macht viele kleine Schritte", sagt Hertel. Mindestens 180 pro Minute sollten es sein. Für jemanden, der normales Jogging gewohnt ist, ist das eine ganze Menge. Wer seine Schritte nicht zählen möchte, sucht sich einfach Musik mit 180 bpm und trabt dann im Takt. Ansonsten läuft der Slow-Jogger aufrecht, die Arme schwingen angewinkelt locker mit, und er schaut beim Laufen in die Ferne.

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"Es kann gar nicht langsam genug sein"

Angst, dass man durch das Slow Jogging keinen echten Trainingseffekt erzielt, müsse man nicht haben, sagt Hertel. "Mit der Zeit werden Sie auf jeden Fall fitter und schulen die Ausdauer." Das bestätigt auch Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln, der selbst am liebsten trabt, statt mit anderen um die Wette um den Park zu rennen.

Froböse empfiehlt diese Art zu laufen unbedingt. "Es kann gar nicht langsam genug sein", sagt er. Ein guter Richtwert: Wer sich noch unterhalten kann, läuft in gesundem Tempo. Dafür sollte die Joggingrunde insgesamt nicht zu kurz sein, findet er. "30 Minuten sind das Minimum." Gut sei, wenn man irgendwann bei einer Stunde ankommt.

Slow Jogging beansprucht die Waden sehr

Routinierte Läufer allerdings dürfen auf keinen Fall gleich eine Stunde Slow-Joggen, warnt Hertel. Denn der Stil beansprucht Achillessehnen und Waden extrem. Er rät: Erst mal eine Minute Slow-Joggen, dann eine halbe bis eine Minute gehen, immer im Wechsel. Das ungefähr ein bis zwei Wochen lang beim Training so machen, bis sich der Körper an die ungewohnte Gangart gewöhnt hat. "Wer zu schnell umsteigt, riskiert eine Wadenentzündung."

Einsteiger können mit kurzen Strecken anfangen, sagt Froböse. "Gehen Sie ruhig zwischendurch, ihre Körperzellen wissen nicht, wie sie sich bewegen – nur dass Sie in Bewegung sind." Peu a peu lässt sich die Strecke dann verlängern.

Zur Belohnung gibt es ein angenehmes Gefühl

Wer eine halbe Stunde schafft, dem verspricht Hertel eine kleine Belohnung: Der Körper schütte Anandamid aus, das im Körper an den gleichen Stellen andockt wie der Hauptwirkstoff von Cannabis – ein schönes Gefühl, findet Hertel, der selbst passionierter Langsamläufer ist.

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Wichtig fürs Slow-Joggen sind wie beim normalen Joggen die richtigen Schuhe. Klassische Joggingschuhe mit gut gepolsterter Ferse eignen sich für den Mittelfußlauf nicht, betont Hertel. Stattdessen sollte man zu einem Schuh mit biegsamer Sohle und wenig Nivauunterschied zwischen Ferse und Spitze greifen. Diese sogenannte Sprengung sollte nicht mehr als acht Millimeter betragen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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