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Tut das Wachsen wirklich weh?

t-online, Jenni Zwick

Aktualisiert am 19.09.2017Lesedauer: 3 Min.
Wachstumsschmerzen sind harmlos, aber Eltern m├╝ssen sie von Symptomen f├╝r ernste Erkrankungen unterscheiden.
Wachstumsschmerzen sind harmlos, aber Eltern m├╝ssen sie von Symptomen f├╝r ernste Erkrankungen unterscheiden. (Quelle: Hoch Zwei Stock/Angerer/imago-images-bilder)
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Wenn Kinder nachts aufwachen und ├╝ber schmerzende Gelenke klagen, kann es sich um Wachstumsschmerzen handeln. L├Ąnger anhaltende Gelenkschmerzen sollte allerdings ein Arzt untersuchen, um harmlosen Schmerzen von ernsten Krankheiten des Skelettsystems zu unterscheiden. Worauf Eltern achten m├╝ssen.

Etwa 30 Prozent aller Vorschul- und Schulkinder leiden laut Sch├Ątzungen an sogenannten Wachstumsschmerzen. Betroffen sind Kinder in den Wachstumsphasen ÔÇô zwischen dem vierten bis sechsten und dem zehnten bis 16. Lebensjahr. Die Schmerzen treten oft zwei- bis dreimal im Jahr w├Ąhrend einiger Wochen auf. Von Wachstumsschmerzen k├Ânnen Sie ausgehen, wenn Ihr Kind ├╝ber Schmerzen in den Beinen zur abendlichen Zubettgehzeit oder auch mitten in der Nacht klagt.

Die Schmerzen treten vor allem in den Muskeln und Gliedma├čen auf, meistens in den Beinen, aber auch in den Knien, F├╝├čen, Armen, Waden und Schienbeinen. Besonders w├Ąhrend der Ruhephase machen sich diese Schmerzen bemerkbar, deshalb treten diese Schmerzen auch am h├Ąufigsten abends und nachts auf. Ab und zu k├Ânnen auch akute Muskelkr├Ąmpfe vorkommen.

Diese Anzeichen sind typisch f├╝r Wachstumsschmerzen

  • Die Schmerzen treten abends oder nachts auf, h├Ąufig nach ausgiebiger Bewegung am Tag. Sie werden als ziehend oder brennend beschrieben.
  • W├Ąhrend der k├Ârperlichen Belastung selbst hat Ihr Kind keine Beschwerden.
  • Der Schmerz ist nicht exakt lokalisierbar, betrifft haupts├Ąchlich die Waden, Kniekehlen, Schienbeine oder Vorderseiten der Oberschenkel in beiden Beinen gleichzeitig. Gelenke sind eher nicht betroffen.
  • Der Schmerz wandert oder wechselt die Seiten.
  • Die Schmerzdauer schwankt zwischen wenigen Minuten und einer Stunde.
  • Am n├Ąchsten Morgen ist Ihr Kind beschwerdefrei.

Unerforscht aber harmlos

Die Ursache der Schmerzen ist bis heute unerforscht. Doch die Schmerzen sind zum Gl├╝ck meistens harmlos. Als Ausl├Âser wird eine Dehnung von Sehnen und B├Ąndern vermutet, die nicht so schnell mitwachsen, wenn sich die Knochen w├Ąhrend der n├Ąchtlichen Mini-Wachstumssch├╝be bis zu 0,2 Millimeter pro Tag ausdehnen.

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Es k├Ânnte ebenso sein, dass die Knochenhaut unter Spannung ger├Ąt, wenn ein Kind w├Ąchst. M├Âglich w├Ąre auch, dass die Knochen beim Wachsen erm├╝den.

Der Begriff Wachstumsschmerzen ist daher eigentlich falsch gew├Ąhlt, da das Wachsen an sich nicht weh tut. Was schmerzt, sind die Muskeln und Gliedma├čen.

Doch bei den Schmerzph├Ąnomen finden sich keinerlei Ver├Ąnderungen an den Knochen oder Gelenken in Labortests. Mediziner gehen mittlerweile davon aus, dass die Schmerzen nicht unbedingt vom Prozess des Wachsens hervorgerufen werden, sondern dass sie von einer ├ťberlastung der noch nicht voll entwickelten Muskulatur verursacht werden beziehungsweise einer Kombination aus Wachsen und ├ťberlastung. Deshalb sollte gerade bei sportlich sehr ehrgeizigen Kindern und Jugendlichen darauf geachtet werden, ob die Schmerzen in einer stark trainingsintensiven Zeit auftauchen.

Schmerzen nicht ignorieren

Nehmen Sie Ihr Kind ernst! Meistens sind die Schmerzen real und r├╝hren nicht daher, dass das Kind keine Lust hat zu laufen oder am n├Ąchsten Tag in die Schule zu gehen. Wichtig ist, diese harmlosen, wenn auch st├Ârenden Schmerzen von gef├Ąhrlichen Krankheiten des Skelettsystems, wie beispielsweise Knochenentz├╝ndungen, rheumatischen Erkrankungen oder gar Knochenkrebs zu unterscheiden. Diese ernsten Erkrankungen im Skelettbereich m├╝ssen unverz├╝glich erkannt und behandelt werden. Deshalb sind Wachstumsschmerzen eine sogenannte "Ausschlussdiagnose".

Das hei├čt, dass zuerst andere, ernste Ursachen f├╝r die Schmerzen ausgeschlossen werden m├╝ssen. Sollten die Beschwerden nach zwei Wochen nicht verschwinden, sollten Sie deshalb unbedingt zum Arzt gehen. Auch, wenn der Schmerz nur an einer Stelle auftaucht und nicht "wandert" oder Ihr Kind dauerhaft ein Bein nicht belasten kann oder sichtbare oder schmerzhafte ├Ârtliche Ver├Ąnderungen wie Schwellungen und R├Âtungen zu sehen sind, ist das nat├╝rlich ein Grund, unverz├╝glich den Arzt aufzusuchen.

Bei diesen Symptomen sollte das Kind zum Arzt:

  • Wenn Ihr Kind nicht auftreten kann.
  • Wenn es einen Bluterguss hat, der nicht weggeht.
  • Wenn Ihr Kind ├╝ber Schmerzen klagt, wenn sein Bein passiv bewegt wird.
  • Wenn ein Gelenk hei├č und/oder geschwollen ist.
  • Wenn am K├Ârper R├Âtungen oder Schwellungen auftauchen.
  • Wenn Ihr Kind dauerhaft ├╝ber Schmerzen nur an einer bestimmten Stelle klagt.
  • Wenn Ihr Kind im Bein nichts mehr sp├╝rt (auch wenn Sie es beispielsweise piksen).
  • Wenn Ihr Kind Fieber hat und/oder ├╝ber starke Kopfschmerzen klagt.

Wie kann ich meinem Kind bei Wachstumsschmerzen helfen?

Wenn sich die Schmerzen als harmlose Wachstumsschmerzen herausgestellt haben, k├Ânnen Sie die Schmerzen nur lindern. Geben Sie Ihrem Kind viel Zuwendung und beruhigen Sie es. Eine W├Ąrmflasche auf der schmerzenden Stelle oder ein warmes Bad kann gegen die Schmerzen helfen. Reiben Sie die Gelenke mit einem ├ľl ein (beispielsweise Johanniskraut├Âl oder eine Sportsalbe) und lesen Sie Ihrem Kind vielleicht etwas vor, wenn es Ihre N├Ąhe braucht.

Sind die Schmerzen sehr stark, kann der Arzt in seltenen F├Ąllen auch ein Schmerzmitteel verordnen.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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