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Neurodermitis bei Babys und Kindern: Was tun?

Juckende Ekzeme  

So äußert sich Neurodermitis bei Babys und Kindern

Von Lydia Klöckner, Medizinredakteurin

24.09.2021, 12:04 Uhr
Neurodermitis bei Babys und Kindern: Was tun?. Ekzeme auf den Wangen: Bei Babys beginnt Neurodermitis oft im Gesicht. (Quelle: Getty Images/ leadenpork)

Ekzeme auf den Wangen: Bei Babys beginnt Neurodermitis oft im Gesicht. (Quelle: leadenpork/Getty Images)

Trockene, schuppige Haut und ein quälender Juckreiz: Wenn Babys und Kinder Ekzeme bekommen, steckt meist eine Neurodermitis dahinter. Wie Eltern die Erkrankung erkennen können und was dagegen hilft.

Neurodermitis ist eine nicht ansteckende Hautkrankheit, bei der die Haut trocken wird, sich immer wieder entzündet und stark juckt. Bei Babys und Kinder kommt sie besonders häufig vor: Etwa 10 bis 20 von 100 Kindern werden von dem juckenden Hautausschlag geplagt, manche bereits ab dem Säuglings- oder Kleinkindalter.

Die gute Nachricht: Die Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, "wächst" sich häufig "raus". Im Erwachsenenalter sind daher nur noch 1 bis 3 von 100 Menschen betroffen.

Neurodermitis bei Babys und Kindern: Symptome erkennen

Neurodermitis macht sich durch trockene Haut und juckende Entzündungen (Ekzeme) bemerkbar, die typischerweise in Schüben auftreten. Während eines Schubs verstärkt sich der Juckreiz und die Haut ist gerötet. Manchmal bilden sich auf den Ekzemen Bläschen, die aufplatzen und nässen können.

Zwischen den Schüben lassen die Rötungen nach, und die Haut wird trocken und schuppig. Je länger die Krankheit besteht, umso stärker zeichnet sie das Hautbild: Durch die ständigen Entzündungen wird die Haut dicker und gröber. Wo am Körper die Ekzeme auftreten und wie genau sie aussehen, hängt vom Alter ab.

Wie sieht Neurodermitis beim Baby aus?

Bei Babys beginnt die Erkrankung meist im zweiten oder dritten Lebensmonat mit Rötungen an den Wangen und auf der Kopfhaut. Diese entwickeln sich zu nässenden, mit Bläschen bedeckten Ekzemen, welche jucken und später verkrusten.

Die Krusten sind gelblich und erinnern an verbrannte Milch, daher wird Neurodermitis bei Babys auch Milchschorf genannt. Im weiteren Verlauf kann sich die Neurodermitis auf den gesamten Körper erstrecken, nur die Windelregion ist meist nicht betroffen.

Milchschorf wird mitunter mit Kopfgneis verwechselt, der sich bei Babys ebenfalls auf der Kopfhaut bilden kann, manchmal auch im Gesicht, am Hals und im Windelbereich.

Im Gegensatz zum Milchschorf ist Kopfgneis aber fettig. Da er nicht juckt und normalerweise nicht stört, ist keine Behandlung nötig. Die Krusten verschwinden von selbst – meist bis zum ersten Geburtstag, spätestens aber bis zum zweiten.

So äußert sich Neurodermitis bei Kleinkindern und Kindern

Ab dem Kleinkindalter werden die Symptome häufig schwächer: Von den Babys, die im ersten Lebensjahr Neurodermitis entwickeln, hat drei Jahre später nur noch die Hälfte Beschwerden. Die Erkrankung kann aber auch erst im Kleinkindalter in Erscheinung treten.

Bei Kleinkindern und Kindern bilden sich vorwiegend Ekzeme in den Gelenkbeugen, also in der Kniekehle, der Innenseite der Ellenbogen und an den Handgelenken. Häufig betroffen sind zudem die Schienbeine, der Nacken und das Gesicht, die Oberschenkel und der Po sowie die Füße und Hände.

Anders als bei Babys ist der Hautausschlag im Kleinkind- und Kindesalter eher trocken, nässt also meist nicht mehr. Da der Juckreiz weiterhin heftig ist, lässt es sich kaum vermeiden, dass die Kinder sich kratzen. Auf den Ekzemen sind daher häufig Striemen zu sehen.

Auch im Laufe der Kindheit und Pubertät kann die Erkrankung von selbst abklingen. Bei den meisten Kindern, die im Alter zwischen zwei und fünf Jahren erkranken, bessert sich das Hautbild bis zum Jugendalter deutlich. Viele von ihnen haben zehn Jahre später keine Ekzeme mehr.

Es sind aber auch andere Verläufe möglich: Die Erkrankung kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Sie kann auch erst abklingen und später wieder auftreten.

Neurodermitis: Behandlung bei Babys und Kindern

Für Babys, Kleinkinder und Kinder ist Neurodermitis oft besonders belastend. Der Juckreiz stört sie beim Spielen und Schlafen, und meist lässt es sich nicht verhindern, dass sie sich an den entzündeten Hautstellen kratzen – was die Beschwerden leider noch verstärkt.

Deshalb ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass es möglichst selten zu akuten Entzündungsschüben kommt. Ganz verhindern lassen sich diese zwar in der Regel nicht. Eltern können aber mit verschiedenen Maßnahmen dazu beitragen, dass sich der Hautzustand des Kindes bessert und die Zeit zwischen den Schüben länger wird.

Dazu gilt es zum einen, das Kind von allem fernzuhalten, was seine Haut reizen und neue Entzündungen auslösen könnte. Zu meiden sind etwa folgende "Trigger":

  • sehr trockene oder sehr feuchte Luft
  • Duftstoffe, Farbstoffe und Konservierungsstoffe, etwa in Seifen und Pflegeprodukten
  • Schweiß
  • zu enge Kleidung aus synthetischen Materialien oder Wolle (besser ist Baumwoll-Kleidung)
  • Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, wenn das Kind eine Allergie dagegen hat
  • bestimmte Lebensmittel wie Nüsse und Obst, aber ebenfalls nur, wenn das Kind eine Allergie dagegen hat

Zum anderen ist die tägliche Hautpflege von großer Bedeutung. Denn je stärker die Haut austrocknet, umso durchlässiger wird ihre natürliche Schutzbarriere – und umso mehr entzündet sie sich. Die richtige Pflege zielt darauf ab, die Hautbarriere zu unterstützen:

  • Cremen Sie Ihr Kind täglich mindestens zweimal und nach jedem Duschen, Baden und Händewaschen mit einer fetthaltigen Creme ein. (Mehr zur Auswahl der Creme erfahren Sie im Kapitel "Cremes zur Basispflege")
  • Duschen ist hautschonender als Baden. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein.

Tipp: In fast jeder Stadt gibt es Schulungen für Eltern, deren Kinder von Neurodermitis betroffen sind. Teilnehmende erfahren dort alles, was im Umgang mit der Erkrankung wichtig ist. Bei der Suche nach einer Neurodermitis-Schulung kann Sie zum Beispiel die Kinderärztin, der Kinderarzt oder die Krankenkasse unterstützen. 

Was hilft bei akuten Neurodermitis-Schüben?

Ekzeme lassen sich nicht allein durch normale Cremes lindern. Deshalb verschreibt die Kinderärztin oder der Kinderarzt zur Behandlung akuter Ekzeme zusätzlich entzündungshemmende Salben. Diese werden ein- oder zweimal täglich auf die Ekzeme aufgetragen, am besten in zeitlichem Abstand von etwa 15 Minuten zur Pflegecreme.

Gängige Neurodermitis-Salben enthalten Glukokortikoide (Kortison). Diese Wirkstoffe helfen gut gegen Entzündungen, haben aber keinen guten Ruf. Eine gefürchtete Nebenwirkung von Kortison ist etwa, dass es die Haut dünner macht. Dieses Risiko besteht allerdings nur, wenn der Wirkstoff in zu hoher Dosis oder zu lange angewendet wird.

Bei Neurodermitis genügen meist niedrige Kortisondosen, um die Ekzeme unter Kontrolle zu bringen. Die Behandlung dauert nur so lange, bis die Entzündungen abgeheilt sind.

Wichtig: Die Salbe aus Sorge vor Nebenwirkungen schon frühzeitig abzusetzen, ist keine gute Idee: Dann verschlimmern sich die Ekzeme womöglich wieder und die Kortison-Behandlung muss doch fortgesetzt werden. Sie dauert dann unter Umständen insgesamt länger, als nötig gewesen wäre.

Was hilft gegen Neurodermitis im Gesicht?

Wenn Eltern bei ihrem Baby oder Kind Ekzeme im Gesicht entdecken, sollten sie sich an die Kinderärztin oder den Kinderarzt wenden. Denn zunächst muss geklärt werden, ob es sich wirklich um Neurodermitis handelt und nicht um eine andere Hautkrankheit, die auch eine andere Behandlung erfordern würde.

Ist es eine Neurodermitis, sind zur Behandlung zwei Maßnahmen wichtig:

1. eine konsequente Pflege mit rückfettenden Cremes (mehr dazu im Kapitel "Cremes zur Basispflege")

2. bei akuten Entzündungen eine (meist niedrig dosierte) Kortisonsalbe

Für Kinder ab zwei Jahren kommt bei stärkeren Ekzemen alternativ eine Salbe mit einem anderen Wirkstoff in Frage: Pimecrolimus. Er hilft wie Kortison gegen die Entzündungen, wirkt aber anders.

Die Anwendung kann zwar auch Nebenwirkungen mit sich bringen, allerdings besteht – anders als bei einer Kortisonbehandlung – nicht das Risiko, dass die Haut dünner wird. Deshalb ist Pimecrolimus gerade für die Behandlung empfindlicher Hautstellen wie dem Gesicht geeignet.

Ist Neurodermitis beim Baby heilbar?

Neurodermitis ist nicht heilbar, aber sie verschwindet häufig von selbst. Beginnt die Erkrankung bereits im Säuglingsalter, stehen die Chancen dafür sogar recht gut: Von allen Babys, die im ersten Lebensjahr Neurodermitis bekommen, haben drei Jahre später etwa die Hälfte keinerlei Beschwerden mehr.

Bei den anderen Kindern bessern sich die Ekzeme teilweise bis zum Jugendalter. Einige haben allerdings noch länger damit zu tun. Die Symptome können auch in der Pubertät abklingen und im Erwachsenenalter wieder in Erscheinung treten.

Neurodermitis bei Babys und Kindern: Cremes zur Basispflege  

Die richtige Hautpflege ist bei Neurodermitis überaus wichtig. Denn einerseits kann sie dazu beitragen, dass sich der Zustand der Haut dauerhaft bessert und es seltener zu Schüben kommt. So lässt sich eine Behandlung mit Kortison häufig vermeiden oder zumindest hinauszögern. Andererseits können ungeeignete Pflegeprodukte die Erkrankung verschlimmern.

Deshalb gilt es bei der sogenannten Basispflege der Neurodermitis ein paar Grundregeln zu beachten:

  • Wählen Sie eine Creme ohne hautreizende Substanzen wie Konservierungsstoffe, Duftstoffe oder Farbstoffe. Das Produkt muss nicht teuer sein. Auch günstige Produkte können gut verträglich sein. Eine Orientierung bietet das Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB).
  • Die Creme sollte Stoffe enthalten, die Feuchtigkeit in der Haut binden, zum Beispiel Glycerin und/oder Harnstoff (Urea). Letzterer ist aber nur für Kleinkinder und Kinder geeignet, Säuglinge vertragen Urea in der Regel nicht.
  • Im Winter ist Creme mit höherem Fettgehalt empfehlenswert.
  • Tragen Sie die Creme mindestens zweimal am Tag und nach dem Duschen oder Baden auf. 

Manchmal müssen Eltern mehrere Produkte ausprobieren, bis sie eines gefunden haben, welches ihr Kind verträgt. Wie die Haut auf eine Creme reagiert, hängt nämlich von vielen individuellen Voraussetzungen ab und lässt sich im Vorhinein nie sagen. Es gibt somit auch keine Creme, die sich pauschal für alle Babys und Kinder empfehlen ließe.

Neurodermitis bei Babys und Kindern: Hausmittel

Das wohl bekannteste Hausmittel bei Neurodermitis sind feuchte Umschläge: Die Ekzeme werden mit einer fetthaltigen Creme (ohne Kortison oder andere Wirkstoffe) bestrichen.

Anschließend befeuchtet man einen Wundverband mit lauwarmem Wasser und legt ihn auf die eingecremten Hautstellen. Zum Schluss wird der feuchte Verband mit einem trockenen Verband abgedeckt.

Die Verbände wirken zwar nicht der Erkrankung entgegen. Sie helfen aber dabei, die Haut feucht zu halten. Auf diese Weise können sie den Juckreiz lindern und dazu beitragen, dass sich der Hautzustand insgesamt bessert.

Es gibt auch noch andere Hausmittel, die beispielsweise in Artikeln und Foren im Internet empfohlen werden. Die meisten davon sind jedoch nicht in wissenschaftlichen Untersuchungen erprobt. Es ist also nicht klar, ob sie tatsächlich helfen.

Bei einigen hat sich gezeigt, dass sie womöglich sogar schaden. Apfelessig zum Beispiel wird auf einigen Seiten als hilfreich angepriesen, weil er angeblich den Entzündungen entgegenwirkt. In Studien hat sich allerdings gezeigt, dass er bei Menschen mit Neurodermitis zusätzliche Hautreizungen hervorruft – was sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken dürfte.

Neurodermitis bei Babys und Kindern: Stillen, Milch und Milchnahrung

Stillen ist aus vielerlei Gründen gut fürs Baby. Idealerweise sollte die Stillzeit mindestens vier Monate dauern. Ob und inwieweit Stillen auch vor Neurodermitis schützen kann, ist aber umstritten.

Die Idee ist im Prinzip schlüssig: In Muttermilch stecken – anders als etwa in Kuhmilch – hauptsächlich körpereigene Stoffe, gegen die das Kind keine Allergie entwickeln kann.

Demnach hätte ein Kind, das gestillt wird, ein geringeres Risiko für Allergien als ein Kind, das Milch auf Kuhmilch-Basis erhält. Da Allergien wiederum die Entstehung der Neurodermitis begünstigen, wäre auch das Neurodermitis-Risiko des gestillten Kindes geringer.

Andererseits spielen Allergien nur bei etwa 30 bis 40 von 100 Menschen mit Neurodermitis eine Rolle. Bei der Mehrheit der Erkrankten stehen also andere Ursachen im Vordergrund, auf die das Stillen keinen Einfluss hat.

Außerdem hat sich gezeigt, dass auch Kinder, die ausschließlich gestillt werden, an einer Allergie erkranken können – selbst wenn die Mutter während der Stillzeit Lebensmittel, die Allergien auslösen können, meidet.

Das heißt: Stillen hat wahrscheinlich nur einen sehr begrenzten Einfluss auf das Neurodermitis-Risiko des Kindes – wenn überhaupt. Die Forschung liefert dafür bislang jedenfalls keine eindeutigen Belege.

Zwar hat sich in einigen Studien gezeigt, dass Babys, die in den ersten Monaten ihres Lebens ausschließlich gestillt werden, seltener an Neurodermitis erkranken als Babys, die nur oder zusätzlich Formula-Milch zu trinken bekommen. Andere Untersuchungen bestätigten das jedoch nicht.  

Ebenfalls ungewiss ist, inwieweit sich die mütterliche Ernährung während der Stillzeit auf das Neurodermitis-Risiko des Kindes auswirkt. Eine vorsichtige Empfehlung lässt sich für Fisch aussprechen: Es gibt Hinweise darauf, dass Kinder, deren Mütter in der Stillzeit regelmäßig Fisch essen, ein geringeres Allergierisiko haben.

Eine gute Faustregel ist: Zweimal pro Woche sollte Seefisch auf dem Speiseplan stehen – zum Beispiel Wildlachs, Makrele oder Hering. Abzuraten ist von Thunfisch und Schwertfisch, weil diese mit Schadstoffen belastet sein können.

Welche Milchnahrung ist empfehlenswert?

Normale Milchnahrung für Babys enthält Kuhmilch-Eiweiße, die Allergien hervorrufen können. Für Säuglinge, die erblich bedingt ein erhöhtes Risiko für eine Kuhmilchallergie haben, wird daher oft hydrolysierte Säuglingsnahrung (HA-Nahrung) empfohlen.

Darin stecken zwar auch Eiweiße aus Kuhmilch, diese werden aber bei der Herstellung in kleinere Eiweiße gespalten, welche weniger problematisch sein sollen. Ob das wirklich etwas bringt, ist aber nicht ausreichend erforscht.

Das heißt: Für die meisten Babys ist normale Milchnahrung für Säuglinge gut geeignet. Bei Babys, deren Mutter oder Vater eine Kuhmilchallergie haben, besteht ein erhöhtes Risiko für diese Allergie. Für sie ist hydrolysierte Säuglingsnahrung somit womöglich die bessere Wahl. Ob und inwieweit sie das Allergierisiko mindert, lässt sich jedoch nicht sicher sagen.

Neurodermitis bei Babys und Kindern: Ernährung

Der Verzicht auf bestimmte Speisen oder Getränke ist für die meisten an Neurodermitis erkrankten Babys und Kinder nicht notwendig, sondern eher riskant. Schließlich birgt eine einseitige Kost immer das Risiko eines Nährstoffmangels.

Sinnvoll sind sogenannte Auslassdiäten nur für Kinder, die eine Allergie gegen gewisse Stoffe in Lebensmitteln haben. Bei ihnen kann der Verzehr dieser Nahrungsmittel die Erkrankung verschlimmern und neue Schübe auslösen. Das ist bei etwa 30 von 100 Babys und Kindern mit Neurodermitis der Fall.

Bei den meisten handelt es sich um eine Allergie gegen

  • Kuhmilch,
  • Soja,
  • Weizen,
  • Fisch,
  • Nüsse,
  • Erdnüsse und/oder
  • rohes Stein- und Kernobst.  

Eine Nahrungsmittel-Allergie ist jedoch nicht so einfach festzustellen. Ein positiver Allergietest sagt nicht viel aus: Er zeigt zwar, dass das Immunsystem des Kindes sensibel auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Diese Empfindlichkeit geht aber nicht zwangsläufig mit allergischen Beschwerden einher und muss auch keinen Einfluss auf die Neurodermitis haben. 

Um herauszufinden, ob bestimmte Speisen oder Getränke die Hautprobleme verstärken, kann ein Ernährungstagebuch helfen. Eltern schreiben darin täglich auf, was ihr Kind gegessen hat und wie seine Haut aussieht.

Zeigt sich nach einigen Wochen bis Monaten, dass bestimmte Nahrungsmittel Schübe auslösen oder verstärken, kann es sinnvoll sein, diese – vorübergehend – vom Speiseplan zu streichen. Um einem Mangel vorzubeugen, sollte das jedoch in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt geschehen.  

Wichtig: Bei Kindern verschwinden Allergien gegen Nahrungsmittel häufig wieder. Daher ist es für sie meist nicht nötig, dauerhaft auf etwas zu verzichten. Nach ein bis zwei Jahren können sie – unter ärztlicher Aufsicht – ausprobieren, ob sie weiterhin empfindlich auf das Nahrungsmittel reagieren oder es inzwischen vertragen.

Welches Brot und welches Obst bei Neurodermitis?

Babys und Kinder mit Neurodermitis können grundsätzlich alle Brot- und Obstsorten essen, sofern sie keine Allergie dagegen haben. Für Kinder mit Nahrungsmittelallergien sind nur die Getreidesorten und Früchte zu meiden, auf die sie allergisch reagieren.

Dazu zählen oft

  • Brot und andere Getreideprodukte aus Weizen,
  • Steinobst (etwa Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche) sowie
  • Kernobst wie Äpfel und Birnen.

Neurodermitis bei Babys und Kindern: Die richtige Kleidung

Das Kind sollte so angezogen sein, dass die Kleidung seine Haut so wenig wie möglich reizt. Dazu sollte sie zum einen nicht zu eng anliegen und nicht zu warm sein, damit das Kind nicht übermäßig schwitzt – Schweiß kann die Ekzeme und den Juckreiz nämlich verschlimmern.

Zum anderen sollte die Kleidung aus hautfreundlichen Materialien bestehen, zum Beispiel aus reiner, möglichst fein gewebter Baumwolle. Wolle und synthetische Stoffe sind dagegen nicht zu empfehlen, weil sie die Haut zusätzlich strapazieren können und Schwitzen begünstigen.

Unklar ist, ob Anziehsachen aus bestimmten Textilien die Erkrankung auch aktiv lindern können. Mitunter bekommen Eltern den Rat, ihrem Kind antimikrobielle Kleidung zu kaufen. 

Diese besteht aus Textilien, die die Ausbreitung von Bakterien auf der Haut hemmen. Das hilft zwar nicht direkt gegen die Ekzeme, soll diese aber vor bakteriellen Infektionen schützen. Für solche Infekte sind Menschen mit Neurodermitis besonders anfällig, weil ihre natürliche Hautbarriere geschwächt ist.

Ob die antimikrobielle Kleidung wirklich zur Besserung des Hautzustandes beiträgt, ist aber fraglich. Einige Untersuchungen sprechen zwar dafür. Getestet wurde darin unter anderem silberhaltige Unterwäsche.

Allerdings waren diese Studien klein und somit von begrenzter Aussagekraft. Zudem waren die beobachteten Effekte nicht dramatisch. Die ärztliche Leitlinie zur Neurodermitis stuft die Wirkung der keimtötenden Textilien daher als "moderat" ein – und verweist auf die hohen Kosten der Produkte.

Verwendete Quellen:
  • Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de (Abrufdatum: 23.7.2021)
  • Online-Informationen von Deximed: www.deximed.de (Abrufdatum: 23.7.2021)
  • Online-Informationen von Amboss: www.amboss.com (Abrufdatum: 23.7.2021)
  • Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB): www.daab.de (Abrufdatum: 23.7.2021)
  • Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 23.7.2021)
  • Online-Informationen des Helmholtzzentrums München: allergieinformationsdienst.de (Abrufdatum: 23.7.2021)
  • Immunsuppressivum: Pimecrolimus und Tacrolimus. Online-Informationen der Stiftung Warentest: www.test.de (Stand: 1.7.2021)
  • Trikamjee, T., et al. Nutritional Factors in the Prevention of Atopic Dermatitis in Children. Frontiers in Pediatrics, Vol. 8, Nr. 577413 (Januar 2021)
  • Luu, L. A., Flowers, R. H. et al.: Apple cider vinegar soaks [0.5%] as a treatment for atopic dermatitis do not improve skin barrier integrity. Pediatric Dermatology, Vol. 36, Iss. 5, pp 634-639 (September 2019)
  • Osborn, D.A. et al.: Infant formulas containing hydrolysed protein for prevention of allergic disease. Cochrane Database of Systematic Reviews, Nr. CD003664 (Oktober 2018)
  • Atopisches Ekzem. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2016)
  • Cury Martins, J., Martins, C. et al.: Topical tacrolimus for atopic dermatitis. Cochrane Database of Systematic Reviews, Nr. CD009864 (Juli 2015)
  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): Neurodermitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/027 (Stand: 31.3.2015)
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Allergieprävention. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/016 (Stand: Juli 2014)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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