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Nasenbluten bei Kindern: Das kann dahinter stecken

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 (Quelle: Archiv)

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Nasenbluten bei Kindern: So reagieren Sie richtig

17.01.2018, 12:33 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Nasenbluten bei Kindern: Das kann dahinter stecken. Nasenbluten bei Kindern: Meistens, aber nicht in allen Fällen harmlos. (Quelle: Getty Images/anurakpong)

Meistens, aber nicht in allen Fällen ist Nasenbluten bei Kindern harmlos. (Quelle: anurakpong/Getty Images)

Kinder und Jugendliche haben immer mal Nasenbluten. Meist sieht das dramatischer aus als es ist: Schon fünf Milliliter Blut können ein ganzes Taschentuch rot einfärben. Unterschätzen sollte man Nasenbluten allerdings nicht. Hier finden Sie sechs Fälle, in denen Nasenbluten gefährlich sein kann.

Häufige Ursachen für Nasenbluten bei Kindern

Die meisten Ursachen für Nasenbluten sind recht alltäglich und vergleichsweise harmlos. Häufig handelt es sich um eine Verletzung in einem Bereich der Nase, der sich Locus Kiesselbachii nennt. Die sich dort befindlichen, feinen Adern der Nasenschleimhaut können schon durch Nasebohren, kräftiges Naseputzen bei einem Schnupfen oder Stoßen der Nase beim Spielen verletzt werden und die Nase fängt an zu bluten.

Aber Nasenbluten kann auch andere Gründe haben: Stürze mit Frakturen der Schädelbasis, Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck, Leberschäden, Gefäßkrankheiten, Vitaminmangelkrankheiten wie Skorbut, akute Infektionskrankheiten, chemische Reizstoffe und im schlimmsten Fall sogar Tumore. Das meiste davon allerdings ist bei Kindern extrem selten.

Blut aus der Nase – ein großer Schreck, aber meist harmlos

"In der Mehrzahl der Fälle ist das kindliche Nasenbluten völlig harmlos und sieht schlimmer aus als es ist", erklärt Michael Deeg. Der Freiburger Hals-Nasen-Ohren-Arzt warnt aber auch davor, zu bagatellisieren: "Wenn ein Kind innerhalb von ein, zwei Wochen immer wieder Nasenbluten hat und dabei auch kräftig blutet, dann kann es schon problematisch werden. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, dass sich ein Facharzt des Problems annimmt.".

Fremdkörper vom Arzt entfernen lassen

Bei kleinen Kindern und Babys kommt es auch vor, dass sie sich einen Fremdkörper in die Nase gesteckt haben. Dessen Entfernung überlassen Eltern am besten einem HNO-Arzt, denn der hat die nötigen Instrumente dafür.

Fließt Blut, weil das Kind beim Spielen einen Ball auf die Nase bekommen hat, muss man sich in der Regel keine großen Sorgen machen, sofern die Nase weder verschoben noch geschwollen ist.

Auch Nasenbluten im Schlaf, das bei einem Kind auftritt, ist meist kein Grund zur Sorge. Vor allem in den kalten Monaten können Infekte der oberen Atemwege die Blutgefäße in der Nase schädigen und beim Kind zu starkem Nasenbluten führen.

Wachstumsschübe können Nasenbluten auslösen

Nasenbluten, von den Fachleuten auch als Epistaxis bezeichnet, geht manchmal auch mit dem Wachstum einher. Bei einem Wachstumsschub, kann es sein, dass das Gefäßwachstum nicht nachkommt  oder der Blutdruck etwas ansteigt. Auch diese Blutung ist völlig harmlos und dauert nur wenige Minuten.

Sofortmaßnahmen, um das Nasenbluten zu stoppen

Viele Kinder bekommen einen großen Schreck, wenn sie Blut sehen. Es ist daher wichtig, dass Sie das Kind beruhigen und ihm deutlich sagen, dass Sie das Nasenbluten stoppen werden. Dazu setzen Sie sich kleine Kinder auf den Schoß oder ein älteres Kind auf einen Stuhl und lassen es den Kopf leicht nach vorne beugen. Auf gar keinen Fall zurücklehnen! Es besteht nämlich die Gefahr, dass Blut in den Rachen läuft und das kann vor allem bei Kindern schnell zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Mehr Erfolg verspricht das Zuhalten des betroffenen Nasenflügels bei Atmen durch den Mund. Zumindest dann, wenn es sich um eine Verletzung der Äderchen im vorderen Nasenbereich handelt. Man klemmt diese so ab und kittet sozusagen das entstandene Löchlein. Zudem können Sie dem Kind einen kühlen Lappen auf den Nacken legen. Alternativ funktioniert es mit einem Cool-Pack oder einem in ein Tuch gewickeltem Eisbeutel. Die Kälte drosselt die Durchblutung der Nase.

Sobald es aufgehört hat zu bluten, ist die Sache erledigt. Das Kind sollte an diesem Tag nicht mehr allzu wild herumtoben und nicht an der Blutkruste kratzen, damit die Nase wieder verheilt.

Bei längerem Nasenbluten Arzt rufen

Wenn das Nasenbluten gar nicht aufhört, muss man aber auch daran denken, dass eine Gerinnungsstörung oder eine andere Erkrankung dahinter stecken könnte. Grundsätzlich kann man sich daran orientieren, wie lange die Blutung anhält, beziehungsweise ob es immer wieder beginnt, stark zu bluten. Ist das Nasenbluten nach einer Viertelstunde nicht vorbei, dann sollte man zur Sicherheit einen Arzt kontaktieren oder bei Verdacht auf eine schlimmere Verletzung den Rettungsdienst rufen.

In diesen Situationen sollten sie einen Arzt rufen:

  • Das Kind hat sich zuvor den Kopf angeschlagen.
  • Das Kind hat sich möglicherweise die Nase gebrochen.
  • Das Kind hat Atembeschwerden.
  • Das Kind blutet auch an anderen Stellen (z. B. Rachen, Ohren).
  • Das Kind hat einen Fremdkörper (z. B. Spielzeug) in der Nase.
  • Das Nasenbluten lässt sich nicht stoppen – es dauert länger als 15 Minuten an.

Nasenbluten vorbeugen

Hat häufiges Nasenbluten seinen Ursprung in trockenen Schleimhäuten, kann man diese mit speziellen Salben oder Nasenöl aus der Apotheke feucht halten, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung mit einem Luftbefeuchter erhöhen und darauf achten, dass das Kind ausreichend trinkt. Neigt das Kind zum Nasenbluten, sollten Eltern ihm vermitteln, dass es sich Nasebohren und kräftiges Schnäuzen abgewöhnen sollte.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender

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