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In Coronavirus-Zeiten: Wie waschen Sie sich die Hände?

"Wischi-waschi" in Coronavirus-Zeiten  

Wie waschen Sie sich eigentlich die Hände?

Von Larissa Koch

05.03.2020, 12:13 Uhr
Richtiges Händewaschen: Diese fünf Fehler sollten Sie vermeiden

Viren und Bakterien lauern auf Oberflächen, mit denen unsere Hände ständig in Kontakt geraten. Um sich selbst und andere nicht anzustecken, sollte man sich regelmäßig und richtig die Hände waschen. Folgende fünf Fehler sollten Sie dabei vermeiden. (Quelle: t-online.de)

Richtiges Händewaschen: Diese fünf Fehler sollten Sie vermeiden. (Quelle: t-online.de)


Coronavirus und Influenza: Unsere Hände übertragen jede Menge Krankheitserreger. Gründliches Händewaschen ist daher wichtig. Doch leider tun es nur wenige regelmäßig – und richtig, beobachtet unsere Autorin.

Ich habe mich letztens mal in einem Kaufhaus in der öffentlichen Toilette postiert und konnte so Damen wie Herren beim Händewaschen beobachten. Das war gruselig! Denn die meisten betreiben diesen wichtigen Akt der Hygiene nur "wischi-waschi". Kaum einer wäscht sich korrekt die Hände! Stattdessen verlassen die Leute mit einer vollen Tüte Shoppingbeute völlig verkeimt das Kaufhaus. Auf dem Weg reibt er oder sie sich die Augen, popelt im Auto oder noch schlimmer, in der S-Bahn in der Nase und trägt alles, was er oder sie an den Fingern hat in den Organismus ein. 

Eine Hand wäscht die andere 

Dabei dachte ich, Händewaschen lernt doch schon jedes Kind. Leider halt von Erwachsenen und deshalb nicht richtig – mal von der Berufsgruppe der Chirurgen abgesehen. Ich beobachte Leute, die zunächst Seife auftragen und erst dann die Hände nass machen. Die Hälfte der Seife ist nun erstmal schon wieder weg. Jetzt sehen sie zu, die Seife so schnell wie möglich wieder runterzuwaschen, bevor sie sie richtig verteilt haben, greifen schnell zum Papierhandtuch, schmeißen es halbtrocken wieder weg und ziehen mit halbnassen Händen weiter.

Auf diese Weise sichern Millionen Menschen in Deutschland einer Vielzahl von Keimen das Überleben, denn diese lieben ein feuchtes Milieu. Damit setzen wir ganz freiwillig Tag für Tag einen Hygienestandard, der eher dem eines Entwicklungslandes gleicht.

Und noch erschreckender finde ich, dass es sich bei der breiten Wischi-Waschi-Fraktion in unserer Bevölkerung manchmal um dieselben Leute handelt, die Desinfektionsmittel-Regale leerkaufen. Dabei reicht Seife vollkommen aus, um die Membran von Viren zu zerstören und damit die Gefahr zu bannen.

Desinfektionsmittel hingegen sind geeignet, Resistenzen zu erzeugen. Wer also ständig zur Händedesinfektion greift, der treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus und leistet der Anpassung von Keimen durch Mutationen Vorschub. Am schlimmsten finde ich die Leute, die ein Fläschchen Desinfektionsgel an ihrem Rucksack baumeln haben, damit sie sich bei jeder Gelegenheit die Hände desinfizieren können – als wären sie Entwicklungshelfer im Cholera-Gebiet.

Anleitung zum Händewaschen 

Und nun zu den Fakten. Es ist ganz einfach: Sie machen Ihre Hände nass. Die Wassertemperatur ist übrigens egal. Dann greifen Sie zur Seife. Genügend Seife haben Sie, wenn es gut schäumt. Dann verteilen Sie das Waschmittel sorgfältig auf Vorder- und Rückseite der Hände, zwischen den Fingern, auf den Fingerspitzen und idealerweise auch mal mithilfe einer Bürste unter den Nägeln. Das ganze sollte zwischen 20 und 30 Sekunden dauern, denn erst dann sollten alle Keime dahingerafft sein. Und genau hier steigen die meisten aus. Mehr als zehn Sekunden wäscht kaum jemand seine Hände.

Sie können auch zweimal das Lied "Happy Birthday" singen – irgendjemand hat schließlich immer Geburtstag. In öffentlichen Einrichtungen oder am Arbeitsplatz sollten Sie den Wasserhahn mit dem Ellenbogen schließen oder dazu ein Papiertuch verwenden. Am besten öffnen Sie damit auch die Toilettentür und nehmen es bis zum nächsten Abfalleimer mit.

Händewaschen: Wer es regelmäßig und richtig tut, senkt seine Ansteckungsgefahr. (Quelle: Getty Images/domin_domin)Händewaschen: Wer es regelmäßig und richtig tut, senkt seine Ansteckungsgefahr. (Quelle: domin_domin/Getty Images)

Die Hände sollten gewaschen werden nach: 

  • dem Nach-Hause-kommen
  • dem Toilettengang
  • dem Naseputzen, Husten oder Niesen sowie dem Kontakt mit Abfällen
  • dem Kontakt mit Tieren oder Tierfutter sowie dem Windelnwechseln 

Die Hände sollten gewaschen werden vor:

  • dem Essen
  • dem Zubereiten von Speisen und dem Benutzen von Kosmetika
  • der Einnahme von Medikamenten 

Die Hände sollten immer gewaschen werden vor und nach: 

  • der Zubereitung von Nahrungsmitteln, insbesondere bei rohem Fleisch, Fisch und Eiern
  • dem Kontakt mit Kranken
  • der Behandlung von Wunden 

Und im Augenblick auch gern einfach mal zwischendurch, um mögliche Ansteckungsketten zu unterbrechen. Und gründlich abtrocknen nicht vergessen!

Mundpropaganda reicht nicht

Arbeitgeber und öffentliche Einrichtungen haben eine Fürsorgepflicht. Gesetzlich vorgeschrieben ist es leider nicht, aber wenn jede Firma und jede Institution eine Anleitung zum Händewaschen aufhängt, können auf diese Weise viele Menschen vor Krankheitserregern geschützt werden. Und auch die Zahl der ganz normalen Erkältungsinfekte würden damit deutlich zurückgehen und viele andere Erkrankungen auch. Aber es ist wohl zu einfach, um wahr zu sein.

Wer seine Hände vernünftig wäscht, Desinfektionsmittel den Kliniken überlässt, aufs Händeschütteln verzichtet und in die Armbeuge niest, der hat einen großen Anteil geleistet, Viren auf ihrer Reise zu stoppen. Das ist der mit Abstand wirksamste Pandemieplan. Ich entschuldige mich für all die Zeilen mit erhobenem Zeigefinger, aber es muss manchmal sein. Und eines kann ich versichern: Der Finger ist garantiert keimfrei.

Oben im Video sehen Sie, welche fünf Fehler Sie beim Händewaschen vermeiden sollten, oder klicken Sie hier.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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