Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Coronavirus: Hobbysportler können trotzdem fit bleiben

Erlaubter Stimmungsaufheller  

Corona-Krise: So bleiben Sie fit und stecken sich nicht an

30.03.2020, 18:09 Uhr | dpa, sms

Coronavirus: Hobbysportler können trotzdem fit bleiben . Joggen: Mit reichlich Anstand zu anderen Läufern ist die beliebte Sportart weiterhin erlaubt. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

Joggen: Mit reichlich Anstand zu anderen Läufern ist die beliebte Sportart weiterhin erlaubt. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Fitnessstudios und Sportvereine haben geschlossen und Jogger, Radfahrer, Inline-Skater, Walker, ja sogar vereinzelt schon die ersten Kitesurfer versuchen jetzt, sich trotzdem fit zu halten. Welche Regeln sind zu beachten?

Jetzt erst recht "auf in die Natur" heißt es, auch notgedrungen, für viele Breitensportlerinnen und -sportler durch die Corona-Krise. Sportvereine kämpfen um ihre Existenz, Sporthallen sind geschlossen, Schwimmbäder haben zu, Sportplätze sind abgeriegelt. Doch mit einigen Tipps können Sie sich trotzdem sportlich betätigen, auch an der frischen Luft. 

Abstand halten bleibt die wichtigste Regel

Radfahren im Windschatten war gestern. Radtouren in Gruppen sind nicht erlaubt. Das gleiche gilt für Lauf- oder Walkingtreffs. "Maximal zwei Personen, zwei Meter Abstand zu anderen halten und die Hygienevorgaben beachten", erklärt Andreas Silbersack, Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes für die Bereiche Breitensport und Sportentwicklung die Regeln zum Sporttreiben in der Natur.

Der 52-Jährige aus Halle an der Saale betont: "Grundsätzlich kann, darf und sollte auch jeder und jede weiterhin trainieren." Er selbst geht unter anderem zweimal in der Woche zehn Kilometer Joggen.

Sport: Ausgleich, Ablenkung und Bewegung

Sport und Bewegung können erst recht in diesen Zeiten zum Stimmungsaufheller werden. "Je schlechter wir uns fühlen, desto mehr profitieren wir von körperlicher Aktivität", sagt Professor Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln: "Das gilt gleichermaßen für die Stimmungslage und für das körperliche Befinden."

Vielfältiger Sport und regelmäßige Bewegung würden das Immunsystem stärken und seien deshalb "gerade jetzt unverzichtbar", betont DOSB-Vizepräsident Silbersack.

Inline-Skating: Auch auf Rollschuhen, Skateboard und Co. können Sie sich an der frischen Luft fit halten, ohne anderen zu nahe zu kommen.  (Quelle: imago images/Panthermedia)Inline-Skating: Auch auf Rollschuhen, Skateboard und Co. können Sie sich an der frischen Luft fit halten, ohne anderen zu nahe zu kommen. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Der Sportsoziologe Hans-Jürgen Schulke (74) geht in einem Interview des "Hamburger Abendblatt" noch weiter: "Der Sport kann wiedererstarken oder sogar durch die Krise stärker werden, wenn er sich zukunftsgerichtet als Feld versteht, in dem Menschen ihre körperliche und soziale Immunkompetenz, sprich Resilienz stärken", so der Sportsoziologe. "Das fehlt mir derzeit in der öffentlichen Debatte: Welche Traditionen, Strukturen, Potenziale, welche Stärken hat der Sport, die er präventiv für solche Krisen einbringt?"

Trotzdem keine unnötigen Risiken eingehen

Experten raten, bei den Sportarten zu bleiben, die man sonst auch ausübt. Andernfalls droht auch ein höheres Verletzungs- oder auch Unfallrisiko. Zudem gilt: Moderates Training, sprich keine extremen Belastungen insbesondere im Ausdauerbereich.

Leistungs- ebenso wie und Freizeitsportlerinnen und -sportler seien während und nach hohen Belastungen besonders anfällig für Viren, erklärt die Leiterin des Lehrstuhls für Sportmedizin und Sporternährung an der Sportfakultät der Ruhr-Universität Bochum, Petra Platen.

Fahrradfahrer: Das Zweirad bietet sich als optimaler Sport an, den Sie allein, mit Ihrem Partner oder Ihrer Familie ausüben können, um fit zu bleiben und gleichzeitig Abstand zu halten.  (Quelle: imago images/MaBoSport)Fahrradfahrer: Das Zweirad bietet sich als optimaler Sport an, den Sie allein, mit Ihrem Partner oder Ihrer Familie ausüben können, um fit zu bleiben und gleichzeitig Abstand zu halten. (Quelle: MaBoSport/imago images)

Motivation dank Stundenplan

Der Virus Sars-CoV-2 hat die Sportwelt zum kompletten Stillstand gebracht, eine Wiederaufnahme des Sportbetriebs ist nicht wirklich absehbar. Keine Wettkämpfe in Sicht, wofür dann trainieren? Da kommen auch Motivationsprobleme bei manchen auf.

"Vor allem in den nächsten Tagen und Wochen ist es wichtig, die über den Sport verinnerlichten und immer wiederkehrenden und damit vertrauten Abläufe, stärker denn je, auf das alltägliche Leben zu übertragen", rät das Institut für Trainingsoptimierung für Sport und Gesundheit IQ Athletik.

"Hierbei kann es hilfreich sein, einen konkreten Plan mit täglich, zu einer möglichst feststehenden Uhrzeit, wiederkehrenden Aktivitäten zu etablieren und sich diszipliniert an diesen zu halten." Kurzum: Einen Stundenplan wie zu Schulzeiten.

Sport in den eigenen vier Wänden 

Wer nicht draußen Laufen, Radfahren, Walken oder Skaten will, dem bleibt das Training daheim.

Online-Sport: Wenn Sie gern Sport in Kursen machen möchten, bieten unzählige Studios, Vereine und Einzelpersonen aktuell besonders viele Kurse im Internet an.  (Quelle: imago images/Peter Kovalev)Online-Sport: Wenn Sie gern Sport in Kursen machen möchten, bieten unzählige Studios, Vereine und Einzelpersonen aktuell besonders viele Kurse im Internet an. (Quelle: Peter Kovalev/imago images)

Vom DOSB über Vereine bis zu Fitnessstudios: Online werden unzählige Kurse und Trainingsideen vermittelt. "Wer jetzt Sport-Tipps sucht, wird mehr finden als jemals zuvor", sagt DOSB-Vizepräsident Silbersack.

Klassische Übungen von Liegestütz über Kniebeugen, dazu improvisiertes Schwimmen mit Gummibändern für die Arme, Seilspringen oder wer hat: Radfahren auf der Rolle, Laufen auf dem Laufband. Und wer gefühlt dann doch nicht alleine vor sich hin schwitzen will, für den gibt es diverse Hilfsmittel, zumindest virtuell zusammen zu trainieren.

Kann ich mich beim Sport an der frischen Luft anstecken?

Auch beim Sport oder beim Spazierengehen im Wald, im Park oder der Innenstadt gilt: Halten Sie so gut es geht Abstand zu anderen Menschen. Das muss allerdings nicht so weit gehen, dass Sie beispielsweise die Straßenseite wechseln, wenn Ihnen ein anderer Jogger entgegenkommt. Vor allem bei Wind verfliegen möglicherweise infizierte Tröpfchen schnell und stellen kaum noch eine Gefahr dar, wenn Sie ausreichend Abstand halten. Das gilt auch für Radfahrer oder Inline-Skater. 

Auch, wenn Sie oder andere möglicherweise beim Sport schneller aus der Puste geraten, als beim normalen Spaziergang, ist das kein Grund zur Sorge. Durch Sport steigern Sie die Gesundheit Ihrer Lunge und während Sie schnaufen, stoßen Sie nicht bedeutend mehr Tröpfchen aus als beim normalen Atmen. Sie sollten allerdings darauf verzichten, Bekannte, Nachbarn oder Freunde, die Sie zufällig treffen mit einem Handschlag oder einer Umarmung zu begrüßen. Zusätzlich sollten Sie auch bei Gesprächen auf einen Abstand von mindestens 1,5 Metern achten. Halten Sie bei allem, was Sie tun diesen Abstand zu anderen Sportlern oder Spaziergängern ein, ist die Wahrscheinlichkeit, sich bei der Bewegung an der frischen Luft anzustecken, gering.  

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal