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Impfstoff AstraZeneca: Kommt ein neues Corona-Medikament mit Sofortwirkung?

Antikörper-Mittel von AstraZeneca  

Kommt bald ein Corona-Medikament mit Sofortwirkung?

04.01.2021, 10:34 Uhr
Großbritannien: Erste Impfung mit AstraZeneca-Wirkstoff

In Großbritannien wurden die ersten Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca durchgeführt. Er wurde mit der Universität Oxford entwickelt. (Quelle: Reuters)

Corona-Wirkstoffe von AstraZeneca: Die ersten Imfpungen des Unternehmens wurden in Großbritannien bereits durchgeführt. (Quelle: Reuters)


Corona-Impfungen haben einen Haken: Sie schützen nicht sofort. Doch ein neues Antikörper-Medikament des Pharmakonzerns AstraZeneca könnte sofort gegen Covid-19 immun machen. Forscher hoffen auf eine baldige Zulassung.

Bei AstraZeneca dürften die meisten Menschen an den Corona-Impfstoff denken, den der britisch-schwedische Pharmakonzern mit der Universität Oxford entwickelt – und der inzwischen schon in mehreren Staaten zugelassen wurde. Doch AstraZeneca forscht noch an einem weiteren Hoffnungsträger gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Dabei handelt es sich um ein Medikament, das sofort nach dem Verabreichen eine Covid-19-Erkrankung bei Menschen verhindern soll, die dem Coronavirus ausgesetzt waren. Der Wirkstoff mit dem Namen AZD7442 könnte Experten zufolge eine wichtige Ergänzung zu den zugelassenen Impfstoffen bedeuten und in der Corona-Pandemie helfen, vielen Menschen das Leben zu retten. 

AstraZeneca-Medikament gegen Corona: Gute Ergänzung zur Impfung?

Denn auch wenn Impfungen einen wichtigen Beitrag zum Beenden der Corona-Pandemie leisten können, haben sie doch einen Haken: In der Regel entfalten sie erst nach mehreren Wochen ihre Wirkung und der Schutz setzt somit erst verzögert ein. Insbesondere wenn wie etwa beim Biontech-Wirkstoff für den vollen Schutz zwei Impfungen nötig sind, besteht für einige Zeit weiter das Risiko einer schweren Erkrankung. Das vom University College London Hospitals NHS Foundation Trust (UCLH) und AstraZeneca entwickelte Corona-Medikament hingegen würde sofort immunisieren.

Das Prinzip hinter dem Präparat: AZD7442 nutzt eine Kombination aus zwei langlebigen Antikörpern, die genesenen Covid-19-Patienten entnommen und im Labor hergestellt wurden. Wer SARS-CoV-2 direkt ausgesetzt war, könnte durch den Wirkstoff davor bewahrt werden, an Covid-19 zu erkranken.

"Spannende Ergänzung" im Kampf gegen das Virus

"Wenn wir nachweisen können, dass diese Behandlung funktioniert und verhindert, dass Menschen, die dem Virus ausgesetzt sind, weiter an COVID-19 erkranken, wäre das eine spannende Ergänzung des Arsenals an Waffen, die zur Bekämpfung dieses schrecklichen Virus entwickelt werden", wird die Virologin Dr. Catherine Houlihan vom University College London Hospitals NHS Trust (UCLH), die eine Studie namens Storm Chaser (deutsch: Sturmjäger) zum Medikament AZD7442 leitet, in der britischen Zeitung "The Guardian" zitiert. 

AstraZeneca hatte Ende Au­gust mit Unterstützung der US-Regierung mit der Erprobung an Freiwilligen begonnen. Mitte Oktober startete die dritte und entscheidende Studienphase III an mehr als 1.100 Probanden. In dieser letzten Phase soll der Wirkstoff auf Wirksamkeit und Sicherheit abgeklopft werden.

Erprobung auch an Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Die beteiligten Forscher hoffen auf eine Notfallzulassung bereits im Frühjahr, sollte sich das Medikament in der Studie als wirksam und sicher erweisen. Laut dem "Guardian" könnten damit beispielsweise Pflegeheimbewohner oder Patienten in Krankenhäusern behandelt werden.

Das Londoner UCLH untersucht zudem in einer weiteren Studie der Phase III, ob das potenzielle Corona-Medikament auch bei Betroffenen mit geschwächtem Immunsystem angewendet werden könnte, die etwa wegen Krebs oder einer anderen abwehrschwächenden Erkrankung nicht geimpft werden können. 


Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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