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Virologe Streeck: Pandemie erinnert an Thesen von Sigmund Freud

Es fehlt an Souveränität  

Pandemie erinnert Streeck an Thesen von Sigmund Freud

03.02.2021, 09:31 Uhr | dpa, t-online

Virologe Streeck: Pandemie erinnert an Thesen von Sigmund Freud. Hendrik Streeck: Der Virologe kritisiert, dass es an langfristigen Plänen mangelt. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Hendrik Streeck: Der Virologe kritisiert, dass es an langfristigen Plänen mangelt. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Deutschland lebt seit rund einem Jahr mit der Corona-Pandemie. Es ist auch das Jahr gewesen, das den Virologen Hendrik Streeck zum großen Erklärer gemacht hat – und mitunter zum Hassobjekt. Die aktuelle Situation macht ihm zusätzlich Sorgen.

Über die aktuelle Situation und die gefühlte Ohnmacht vieler Menschen in der Corona-Pandemie macht sich Hendrick Streeck, Virologe des Uniklinikums Bonn, Gedanken: "Manchmal kommt es mir vor wie die vierte Kränkung der Menschheit. Freud hat das formuliert: Die ersten Kränkungen waren, dass der Mensch doch nicht im Mittelpunkt des Universums steht, dass wir irgendwie vom Affen abstammen und dass wir triebgesteuert sind", sagte Streeck.

"Gerade kränkt uns, dass wir als technologisierte Gesellschaft nicht Herr über dieses kleine Virus werden." Die notwendige Souveränität, mit der Pandemie umzugehen, sei noch nicht erlernt worden.

Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum Bonn, hat ein Buch über die Corona-Pandemie und seine Erlebnisse geschrieben. Vielfach hat er kritisiert, dass es an längerfristigen Plänen mangle, mit der Pandemie umzugehen. "Momentan hangeln wir uns von Verordnung zu Verordnung", sagte er.

In Gangelt feierten mehrere Infizierte

Auch über den Ausbruch der Pandemie in Deutschland macht sich der Virologe Gedanken. Auf der berühmten Karnevalssitzung von Gangelt am Anfang der Corona-Pandemie feierten nach seinen Erkenntnissen wohl mehrere Infizierte – und nicht nur einer.

"Die Kappensitzung ist schwierig zu rekonstruieren. Was wir mittlerweile ziemlich klar sagen können: Es war nicht so, dass nur ein Mensch das Virus an dem Abend hatte", sagte Streeck. "Wir nehmen an, dass es an dem Abend mehrere Infizierte gegeben hat." Das mache die Analyse allerdings nicht einfacher.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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