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Wie sinnvoll sind antivirale Handschuhe gegen SARS-CoV-2?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 20.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Einkaufen mit Einweghandschuhen: Viele Menschen glauben, sie könnten sich mit Handschuhen vor Viren schützen.
Einkaufen mit Einweghandschuhen: Viele Menschen glauben, sie könnten sich mit Handschuhen vor Viren schützen. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)
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Für einige gehören Handschuhe mittlerweile genauso zum Einkauf dazu wie die Maske. Eine Firma aus Österreich wirbt jetzt mit Handschuhen, die Viren reduzieren sollen. Das sagt ein Experte dazu.

Sie sehen zunächst aus wie normale Handschuhe, sollen allerdings behüllte Viren wie SARS-CoV-2 auf ihrer Oberfläche "stark reduzieren" und somit eine Übertragung eingrenzen: sogenannte "Elephantskin-Handschuhe". Der Hygieniker Dr. Peter Walger erklärt im Gespräch mit t-online, ob die Handschuhe vor dem Coronavirus schützen können und für wie sinnvoll er generell Handschuhe im Umgang mit der Pandemie hält.


FFP2-Masken: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

In Bayern sind FFP2-Masken Pflicht in ÖPNV und Einzelhandel. In anderen Bundesländern werden sie neben OP-Masken empfohlen. Beachten Sie also die bei Ihnen geltende Regel.
FFP2-Masken schützen besser als Einweg- und Stoffmasken vor dem Coronavirus. Achten Sie beim Kauf auf die Angaben auf der Verpackung. Bei qualitativ hochwertigen Produkten befindet sich dort eine Kombination aus CE-Kennzeichnung und vier Zahlen.
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(Quelle: Peter Walger/privat)


Dr. Peter Walger ist Intensivmediziner und Infektiologe in Bonn und Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).

Wie sollen die speziellen Handschuhe funktionieren?

Wie einer der österreichischen Entwickler, Ingomar Lang, erklärt, sollen die Handschuhe behüllte Viren und Bakterien auf ihrer Oberfläche stark reduzieren und damit die Ansteckungsgefahr verringern. Dafür werden die Handschuhe mit einer Antiviren-Technologie bearbeitet und mit dem Wirkstoff Silberchlorid behandelt. Die Silberionen dringen demnach in die behüllten Viren und Bakterien ein und verhindern dort die Zellteilung und töten das Virus ab. Nach wenigen Minuten soll so der größte Teil der Viren und Bakterien auf dem Handschuh abgebaut sein.

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Damit das funktioniert, wird die Silberchlorid-Lösung in die Handschuhe eingewaschen, das sei vergleichbar mit einer Imprägnierung von Schuhen. So sollen die Handschuhe mindestens für 30 Schonwaschgänge schützend bleiben.

Elephantskin-Handschuh: Der Hersteller verspricht Sicherheit vor Viren und Bakterien.
Elephantskin-Handschuh: Der Hersteller verspricht Sicherheit vor Viren und Bakterien. (Quelle: Elephantskin/Hersteller-bilder)

Welchen Nutzen haben Handschuhe generell gegen das Coronavirus?

Abgesehen von den speziellen Handschuhen aus Österreich tragen viele auch Einweghandschuhe, beispielsweise zum Einkaufen. Dr. Peter Walger erklärt, worauf es aber eigentlich ankommt: "Die Übertragung des neuen Coronavirus erfolgt durch Eintrag in den Mund-Nasen-Rachenraum", sagt er. Das geschehe überwiegend durch das Einatmen virushaltiger Tröpfchen. "Ein geringer Anteil von Ansteckungen erfolgt durch Berührung der Schleimhäute mit den Händen, an denen virushaltige Verschmutzungen kleben, beispielsweise nach Anfassen von Hustensekreten", gibt Walger zu bedenken, "auch ein Eintrag über die Augen könnte so erfolgen."

Der Hygieniker bekräftigt aber auch: "Ob die Hände nun selbst durch Handschuhe bedeckt sind oder nicht, macht keinen Unterschied. Ohne Berührung der Mund-Nasen-Augen-Schleimhäute kommt es nicht zu Übertragungen. Der einzige indirekte Unterschied könnte vielleicht darin bestehen, dass man sich mit Handschuhen weniger oft ins Gesicht fasst. Über die Haut der Hände kann es nicht zur Übertragung kommen."

Sind Stoffhandschuhe besser als Plastikhandschuhe?

Da es beim Tragen der Handschuhe vor allem wichtig ist, die Viren auf der Außenseite der Handschuhe nicht in die Schleimhäute zu tragen, ist es im Grunde nicht wichtig, welches Material die Handschuhe haben. Das bekräftigt auch Walger: "Die Frage erübrigt sich eigentlich, da es darauf ankommt, wie oft man sich ins Gesicht fasst. Das wird jeder selbst entscheiden, was ihn mehr hindert, Plastik oder Stoff."

Was sagt der Experte zu den neuen Handschuhen?

Walger hält die neuen Handschuhe für eine "Irreführung" der Werbung. "In der Medizin sind Schutzhandschuhe ein Einmalartikel. Sie werden nach Gebrauch verworfen. Die Desinfektion der Hände erfolgt vor und nach kritischer Berührungen mit speziellen Händedesinfektionsmitteln. Im normalen Alltag reicht das Händewaschen mit Seife völlig aus, um kritische Virenmengen an den Händen zu beseitigen", betont der Hygieniker. "Der behauptete Selbstdesinfektionseffekt ist in Bezug auf das Übertragungsrisiko 'Fassen ins Gesicht' unbedeutend."

Was ist der sicherste Weg zum Schutz vor SARS-CoV-2?

Wenn letztlich Handschuhe gar nicht so schützen können wie gewünscht, bleibt wieder einmal das Händewaschen als eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung.

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"Regelmäßiges Händewaschen nach Berührung von verschmutzten Gegenständen oder Oberflächen der Umgebung ist der einzige praktikable Weg", betont auch Walger, "solange dazu keine Möglichkeit besteht, sollte das Berühren des Gesichtes durch die Hände vermieden werden."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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