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Heuschnupfen und Corona: Darum sollten Allergiker mehrere Masken dabei haben

Pollenflugsaison ist gestartet  

Corona-Infektion oder Allergie? Wie Sie die Symptome unterscheiden

11.04.2021, 09:46 Uhr
Heuschnupfen und Corona: Darum sollten Allergiker mehrere Masken dabei haben. Allergiker: Wenn es draußen wärmer wird, beginnt die Pollenflugsaison. (Quelle: Getty Images/FTiare)

Allergiker: Wenn es draußen wärmer wird, beginnt die Pollenflugsaison. (Quelle: FTiare/Getty Images)

Die ersten Pollen lassen Menschen mit Heuschnupfen leiden. Doch nicht nur juckende Augen, Schnupfen und Niesen bereiten vielen Probleme – in der Pandemie sind es auch Masken. Darauf sollten Allergiker achten.

In vielen Regionen Deutschlands gibt es schon eine mittlere bis hohe Belastung durch Hasel-, Erlen- und Birkenpollen. Dies zeigt der Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Für Pollenallergiker heißt das: juckende und tränende Augen, ständiges Niesen, allergischer Schnupfen, Atemnot und weitere Beschwerden. Immerhin fast 15 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland haben laut Allergieinformationsdienst mit Heuschnupfen-Symptomen zu kämpfen.

Doch manche Betroffene könnten die Pollenbelastung in diesem Jahr weniger stark wahrnehmen als noch im Frühjahr 2020. Der Grund dafür: Die Maskenpflicht, die je nach Bundesland an verschiedenen Orten zum Schutz vor Corona gilt, könnte einen positiven Nebeneffekt haben.

FFP2- und OP-Masken: Schützen sie auch vor Pollen?

Das Tragen einer Maske trägt nachweislich auch dazu bei, dass sich eine Allergie nicht so bemerkbar macht. Und dabei ist es sogar unerheblich, welche Art von Maske getragen wird. Ob FFP2-Maske oder OP-Maske – die Filterwirkung kann nicht nur Viren vom Eindringen in die Atemwege abhalten, sondern auch den direkten Kontakt von Pollen mit Mund und Nase verhindern, erklärt der Deutsche Allergie- und Asthmabund.

Beim Aufenthalt im Freien, wo bisher keine generelle Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken besteht, könnten sich Allergiker demnach mit Masken als wirksame mecha­nische Barriere vor Pollen schützen. Denn Blütenpollen weisen in der Regel einen größeren Durchmesser als Aerosolpartikel auf.

Eine Angriffsfläche für Pollen bleibt dennoch erhalten

Allerdings betrifft der klassische Heuschnupfen nicht nur die Nasenschleimhaut und Atemwege, die durch eine Corona-Maske geschützt sind. Bei der Mehrheit der Pollenallergiker sind vor allem die Augen von einer sogenannten allergischen Konjunktivitis, einer Reizung der Bindehaut, betroffen. Die Augen können nicht von der Maske bedeckt werden.

FFP2-Maske: Allergiker sollten vorsichtshalber immer mehrere Schutzmasken als Ersatz dabei haben. (Quelle: imago images/Eibner)FFP2-Maske: Allergiker sollten vorsichtshalber immer mehrere Schutzmasken als Ersatz dabei haben. (Quelle: Eibner/imago images)

Darum sollten Allergiker mehrere Masken dabei haben

Eine weitere negative Auswirkung: Viele Heuschnupfen-Patienten berichten von Atemnot beim Masketragen und einem unangenehmen Gefühl, wenn die Nase zu laufen beginnt oder sie mehrmals hintereinander niesen müssen. Was dann zu tun ist?

Experten des Deutschen Allergie- und Asthmabunds empfehlen, nicht in die Maske zu niesen oder zu husten – es sei denn, Sie sind in direkter Nähe zu anderen Menschen. Stattdessen sollten Sie die Maske kurz absetzen, sich abwenden und in die Armbeuge oder direkt ins Taschentuch niesen. Denn sonst wäre die Maske nach mehrmaligem Niesen schnell durchnässt und würde somit weniger Schutz bieten.

Kommt es aber zu einer Niesattacke in direkter Nähe zu Menschen, sollten Sie die Maske aufbehalten und diese hinterher durch eine Ersatzmaske austauschen. Generell wird Pollenallergikern empfohlen, Masken regelmäßig auszutauschen und immer mehrere Exemplare parat zu haben.

Wichtig: Ist die Maske durchfeuchtet, kann sie keine weiteren Tröpfchen mehr aufhalten – und bietet weder Schutz vor Corona noch vor Pollen.

Corona-Infektion oder Allergie? Wie Sie die Symptome unterscheiden

Bei bestimmten Symptomen denken Betroffene in der aktuellen Zeit vielleicht zuerst nicht an ihre Allergie, sondern an eine mögliche Corona-Infektion. Schließlich rufen beide Erkrankungen teils ähnliche Beschwerden hervor. Dazu zählen etwa trockener Husten, Kopfschmerzen und Schnupfen.

Der größte Unterschied zwischen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und einem saisonalen Heuschnupfen: Allergiker klagen meistens über Niesreiz, juckende Augen- und Nasenschleimhäute sowie tränende Augen. "Das kommt bei Infekten inklusive Covid-19 nicht vor", erklärt der Allergologe Prof. Jörg Kleine-Tebbe.

Entscheidend sei zudem das Krankheitsgefühl. Corona-Infizierte leiden demnach häufig unter Fieber, Gliederschmerzen und fühlen sich müde und schwach. Allergiker hingegen fühlen sich nicht wirklich krank. "Außerdem sind Infektsymptome dauerhaft – also den ganzen Tag – vorhanden und nicht wie bei Allergien spontan einsetzend mit Pausen dazwischen", erklärt Kleine-Tebbe.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt, im Zweifelsfall den telefonischen Kontakt zum Hausarzt zu suchen.

Verwendete Quellen:
  • Deutscher Wetterdienst (DWD): Pollenflug-Gefahrenindex
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund
  • Robert Koch-Institut
  • Weser Kurier: "Wie Corona-Masken vor Pollen schützen", 24. Februar 2021
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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