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Corona-Impfung: Können Biontech und Moderna den weiblichen Zyklus verändern?

Mögliche Nebenwirkungen  

Verändern die Corona-Impfstoffe den weiblichen Zyklus?

02.07.2021, 13:23 Uhr
Corona-Impfung: Können Biontech und Moderna den weiblichen Zyklus verändern?. Schutzimpfung gegen Covid-19: Mit dem Fortschreiten der Impfungen werden immer mehr Impfreaktionen gemeldet. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Schutzimpfung gegen Covid-19: Mit dem Fortschreiten der Impfungen werden immer mehr Impfreaktionen gemeldet. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Einige Frauen bemerken nach der Corona-Impfung Veränderungen bei ihrem Zyklus. Handelt es sich dabei tatsächlich um Impfreaktionen? Ein Experte klärt auf.

Kopfschmerzen, Müdigkeit und ein schmerzender Arm gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen nach der Covid-19-Impfung. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) handelt es sich dabei um "vorübergehende Lokalreaktionen und Allgemeinreaktionen". Sei seien harmlos und nicht mit schwereren oder länger andauernden Erkrankungen verbunden. Es gibt aber auch Fälle von seltenen und schweren Nebenwirkungen, die an das PEI gemeldet werden.

Seit einiger Zeit tauchen vor allem in den sozialen Netzwerken vermehrt Berichte von Frauen auf, die einen veränderten Monatszyklus im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung schildern. Auffällig dabei: Vor allem waren die Betroffenen mit mRNA-Impfstoffen von Biontech oder Moderna geimpft worden. Was bisher über einen möglichen Zusammenhang bekannt ist.

Nach Corona-Impfung: Frauen berichten über unregelmäßigen Zyklus

Bereits Anfang des Jahres fragte die Wissenschaftlerin Dr. Kate Clancy von der University of Illinois mit einem Twitterbeitrag nach Erfahrungen von Frauen, die nach der Impfung Zyklusveränderungen bemerkten – und bekam darauf viele Reaktionen.

Die Beschwerden der Frauen fielen dabei ganz unterschiedlich aus. Einige berichteten von einem verfrühten Eisprung, andere von unregelmäßigen beziehungsweise schwachen oder sehr starken Blutungen. Wieder andere klagten über verstärkte Unterleibsschmerzen.

Experte: Stress als Auslöser für Menstruationsveränderungen?

Warum es nach der Corona-Impfung bei einigen Frauen zu Periodenveränderungen kommt, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend geklärt werden.

Professor Christian Albring, Vorsitzender des Berufsverbands der Frauenärzte, sieht die Ursache im Stress, den die Corona-Impfung bei den Frauen auslösen kann. "Alles, was das Gehirn beeinflusst, kann zu Blutungen führen. Und so ist es für Frauenärzte überhaupt nichts Besonderes, dass Frauen durch Stress mit Blutungen reagieren", erklärte er dem "SWR". Einen direkten Zusammenhang mit der Impfung halte er für unwahrscheinlich.

Klar sei auch, dass sich die betroffenen Frauen Zyklusstörungen nicht einbildeten, doch diese könnten auch unabhängig von einer direkten Ursache vorkommen. Möglich ist nach Meinung des Gynäkologen, dass geimpfte Frauen ihren Körper nach der Impfung genauer als sonst beobachten würden und nun – durch Berichte über Blutungsstörungen aufgeschreckt – mögliche Schwankungen des eigenen Zyklus stärker wahrnehmen würden.

Kekulé: Fälle weiter verfolgen und an das PEI melden

Auch der Virologe Professor Alexander Kekulé äußerte sich zu diesem Thema. "Die Ärzte, die darüber nachdenken, welche Ursache das haben könnte, sind ein bisschen ratlos", sagte er im MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass". Es gelte daher herauszufinden, ob die Symptome statistisch korrelierten. Laut Kekulé sei dies schwierig, "weil es natürlich viele, viele Frauen gibt, die immer mal wieder Zyklusstörungen haben".

Die Theorie, dass die Aufregung rund um die Corona-Impfung Einfluss auf die Periode haben könnte, hält er für unwahrscheinlich und verweist darauf, dass die beschriebenen Veränderungen gynäkologisch gesehen sehr unterschiedlich seien. Eine weitere mögliche Erklärung liefert der Virologe aber nicht: "Ich bin an der Stelle völlig blank", so Kekulé.

Frauen, die solche Veränderungen des Zyklus feststellen, rät Kekulé, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Wichtig sei auch, dass solche Fälle als mögliche Nebenwirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet würden.

Paul-Ehrlich-Institut: Kaum Meldungen zu Menstruationsbeschwerden

Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte auf Anfrage der "Deutschen Apotheker Zeitung", dass das Institut nur untersuchen und beurteilen könne, was auch gemeldet werde. Bisher scheine es so, dass sich die Diskussion auf die (sozialen) Medien beschränke. Der aktuelle Sicherheitsbericht, der Daten bis Ende Mai umfasst, lasse keine konkrete Beurteilung zu.

"Uns wurden – insbesondere nach Vaxzevria (Astrazeneca) – auch klinisch relevante Blutungen gemeldet, darunter auch vereinzelt gestörte oder verstärkte Menstruationsblutungen [...] Das aber nicht in einem Ausmaß, dass man es zahlenmäßig einzeln ausweisen könnte. Solange wir keine entsprechenden Meldungen erhalten, können wir das leider nicht beurteilen", so das PEI.

In den Auflistungen der Nebenwirkungen einer Corona-Impfung sind Menstruationsbeschwerden und unregelmäßige Blutungen daher bislang nicht aufgeführt. Dennoch wird weiter untersucht, ob und inwiefern Zyklusveränderungen und Corona-Impfung zusammenhängen. Die University of Illinois etwa plant dazu eine Studie.

Verwendete Quellen:
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
  • Deutsche Apotheker Zeitung: "Verstärkte Menstruationsblutungen besser den Arzneimittelbehörden melden?", 18. Juni 2021
  • SWR: "Verändert eine mRNA-Impfung die Menstruation?", 10. Juni 2021
  • MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass" vom 5. Juni 2021
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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