WHO untersucht Mu

Weitere Corona-Variante: Impfstoffe weniger wirksam?

01.09.2021, 11:38 Uhr | AFP

Kolumbien: Ist die neue Coronavirus-Variante gegen den Impfstoff womöglich resistent? (Quelle: Camila Díaz/colprensa/dpa)

In den vergangenen Monaten sind immer wieder neue Varianten des Coronavirus bekannt geworden. Nun ist eine weitere als "besorgniserregend" eingestuft worden: Mu. Wie gefährlich ist sie? Und wo kommt sie vor?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine weitere Corona-Variante als "Variante von Interesse" eingestuft. Die auch als Mu bezeichnete Variante B.1.621 weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnten, teilte die WHO am Dienstag mit. Erstmals aufgetreten war die Variante im Januar in Kolumbien.

"Die Mu-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen", erklärte die WHO. Inzwischen sei die Variante außer in Kolumbien auch in weiteren südamerikanischen Ländern sowie in Europa aufgetreten. Während in Kolumbien 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die Mu-Variante zurückgehen, liege die globale Verbreitung der Variante jedoch bei unter 0,1 Prozent.

Corona-Impfstoffe im Vergleich: Wie wirksam sind sie?

Astrazeneca: Nach Herstellerangaben schützt der Impfstoff zu 76 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen. Gegen schwere Covid-Erkrankungen sei der Impfstoff zu 100 Prozent wirksam, erklärte das Unternehmen. (Quelle: Stefan Sauer/dpa)

Moderna: Laut dem US-Biotechkonzern schützt der mRNA-Impfstoff zu 90 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung und zu 95 Prozent vor einem schweren Verlauf. (Quelle: Mike Segar/Reuters)

Biontech /Pfizer: Die Impfung mit dem Präparat zeigt Studien zufolge eine Wirksamkeit von 95 Prozent – gemessen sieben Tage nach der zweiten Dosis. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Johnson & Johnson: Die Wirksamkeit des Vakzins liegt nach Angaben der Europäischen Arzneimittelagentur Ema bei etwa 67 Prozent. Bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien sogar bei mehr als 85 Prozent – und das gilt auch für Ältere. (Quelle: Jessica Hill/FR125654 AP/dpa)

Vier Varianten gelten als "besorgniserregend" 

Dass Viren mutieren, ist normal. Die meisten Mutationen sind ungefährlich und verändern die Eigenschaften von Erregern nicht. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Infektionszahlen befürchten Experten im Falle des Coronavirus SARS-CoV-2 jedoch die Entstehung einer neuen Virusvariante, die Auswirkungen auf die Effektivität der verfügbaren Corona-Impfstoffe haben könnte.

Derzeit stuft die WHO vier Corona-Varianten als "besorgniserregend" ein, darunter die in 193 Ländern vertretene Alpha-Variante und die in 170 Ländern präsente Delta-Variante, die besonders ansteckend ist und inzwischen auch in Deutschland die Oberhand hat.

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Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp
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