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Die Vor- und Nachteile der Wassergeburt

t-online, Simone Blaß

Aktualisiert am 02.01.2018Lesedauer: 5 Min.
Mit der richtigen Vorbereitung kann eine Wassergeburt ohne Komplikationen stattfinden
Auch bei Wassergeburten eine verlässliche Hilfe: Die Hebamme (Quelle: science photo library/imago-images-bilder)
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Eine Wassergeburt bedeutet für den Säugling einen sanften Übergang aus dem Mutterbauch hinein in die Welt. Die werdende Mutter hat weniger Geburtsschmerzen und das Kind weniger Stress. Es finden sich zahlreiche Geburtskliniken, die es möglich machen, im Wasser zu entbinden.

Das Wichtigste im Überblick


  • Vor-und Nachteile auf einen Blick
  • Wie läuft eine Wassergeburt ab?
  • Kann das Baby bei der Geburt ertrinken?
  • Wann ist eine Geburt im Wasser möglich?
  • Besteht im Wasser Infektionsgefahr?

Sein Baby im Wasser zu gebären ist an sich nichts Neues und wird bereits seit Jahrtausenden praktiziert. Die Geburt im Wasser gilt als eine der sanftesten und natürlichsten Möglichkeiten. Wassergeburt bedeutet, dass die Gebärende von der Eröffnungs- bis zur Austreibungsphase - also tatsächlich vom Beginn der Geburt an bis zu dem Moment, in dem das Baby auf der Welt ist - im Wasser ist. Doch es gibt natürlich auch die Möglichkeit, das Wasser nur in den einzelnen Phasen der Geburt zu nutzen. Nicht jede Frau empfindet gleich und sehr häufig verbringen Frauen zur Schmerzlinderung lediglich einen Teil der Eröffnungsphase im Geburtsbecken.

Vor-und Nachteile auf einen Blick

Vorteile Nachteile
warmes Wasser wirkt krampflösend nur für problemlose Schwangerschaften geeignet
eine der sanftesten und natürlichsten Geburtsmöglichkeiten erst ab Schwangerschaftswoche 37 möglich
Geburtsvorgang wird oft beschleunigt bei zu hohem Blutdruck wird davon abgeraten
deutlich seltener Einsatz von Schmerzmitteln nicht bei Mehrlingsgeburten
Dammschnitt so gut wie ausgeschlossen nicht bei vaginalen Infektionen
Baby arbeitet aktiv mit nicht bei Beckenendlage

Wie läuft eine Wassergeburt ab?

In vielen Kliniken gibt es die sogenannten Geburtsbecken, die mit Stützen und Griffen versehen sind. Vor der Geburt muss die Gebärende sich nicht festlegen, ob sie die gesamte Geburtsphase im Becken verbringen möchte, oder nicht. Wenn während der Geburt bemerkt wird, dass die Wanne oder das Wasser als unangenehm empfunden werden, kann selbstverständlich jederzeit "an Land" gewechselt werden. Die Wassertemperatur beträgt zwischen 36 und 38 Grad Celsius, sprich Körpertemperatur und wird auch konstant beibehalten. Wird das Kind im Wasser geboren, kann die Mutter das Neugeborene direkt zu sich auf die Brust legen.

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Wasser hat einen krampflösenden Effekt

Warmes Wasser gilt seit jeher als krampflösend, nicht umsonst nehmen viele Frauen bei Menstruationsschmerzen ein Bad. Diese krampflösende Eigenschaft wirkt sich natürlich auch bei einer Geburt positiv aus. Die Beckenmuskulatur entspannt sich, der Geburtsvorgang wird dadurch erleichtert und normalerweise auch beschleunigt. Ein Dammschnitt kann bei einer Wassergeburt fast ausgeschlossen werden und Studien haben gezeigt, dass auch Schmerzmittel deutlich seltener zum Einsatz kommen.

Es gelingt den Frauen bei einer Wassergeburt oft leichter, der Natur ihren Lauf zu lassen und sich komplett dem Rhythmus der Wehen hinzugeben. Dabei bietet das runde, geräumige Geburtsbecken die optimale Umgebung, um auch während starker Wehen problemlos die Position zu wechseln und sich entsprechend im Wasser zu bewegen. Das Gefühl der Eigenständigkeit wird dadurch verstärkt.

Eine Wassergeburt wird oft als entspannend gesehen
Das Wasser soll Schmerzen der Entbindung lindern (Quelle: science photo library/imago-images-bilder)

Frauen gebären selbstbestimmter

Dass die Geburten im Wasser im Durchschnitt einfacher und schmerzfreier verlaufen als die an Land könnte man auch darauf zurückführen, dass sich die Frauen als selbstbestimmter erleben, mehr Unterstützung durch ihre Hebammen erfahren. Dem allerdings widerspricht die in Wassergeburten erfahrene Cornelia Enning von der gleichnamigen Hebammenpraxis im Enzkreis. "Wassergeburtsfrauen entbinden oft ohne Hebamme. Schmerzfreiheit und kommunikative Interaktion bei verzögerter Austreibungsphase sind das Geheimnis.“ Die Autorin zahlreicher Ratgeber zum Thema Wassergeburt ist seit Jahrzehnten von der Methode überzeugt. "Die vielen klinik-ausgelösten Risiken sind bei der ungestörten Wassergeburt nicht zu befürchten!“

Der Säugling arbeitet aktiv mit

Einen besonderen Vorteil sieht sie darin, dass das Baby aktiv an der Geburtsarbeit teilnimmt, was wiederum für die Mutter durch das Wasser deutlicher zu spüren ist. Die Schwerelosigkeit im Wasser ermöglicht es dem Kind, seine Drehbewegung aus dem Geburtskanal heraus selbstständig und aktiv auszuüben. Sobald der Kopf des Kindes auf der Welt ist, versucht das Baby Blickkontakt mit der Mutter aufzunehmen und zu ihr zu kommen. Dieser besonders innige Moment ist für viele Frauen ein wichtiges Argument für die Wassergeburt. "Die Schmerzen sind reduziert und das Wasser befähigt das Kind, seine biologischen Geburtsaktivitäten selbst auszuüben. Eingriffe und Übergriffe sind unnötig. Die Trigger werden vom Kind gesetzt und die Frau reagiert darauf. Die Interaktion wird nicht gestört. Das nennt man in der Fachpresse undisturbed birth.“ So erklärt Cornelia Enning die ungestörte, selbstbestimmte Wassergeburt, sie ist sich sicher: "Die Weisheit in der Geburtshilfe liegt in der Untätigkeit.“

Kann das Baby bei der Geburt ertrinken?

Wird das Baby geboren, so verhindert der sogenannte "Diving-Reflex", dass es unter Wasser einatmet. Es wird dann an die Oberfläche gehoben und die Nabelschnur noch in der Wanne durchtrennt. Treten allerdings Komplikationen auf, dann muss die Gebärende die Wanne verlassen und auf das bereitstehende Geburtsbett umziehen, auch darf die Frau im Wasser nicht allein gelassen werden. In manchen Geburtswannen ist sogar Platz für den werdenden Vater.

Wann ist eine Geburt im Wasser möglich?

Um eine Wassergeburt durchzuführen, sollte die Schwangerschaft, da sind sich die meisten Ärzte einig, risikofrei verlaufen sein. Die Frau muss sich mindestens in der 37. Schwangerschaftswoche befinden, sollte nicht unter Infektionen leiden und keine Mehrlinge erwarten. Bei hohem Blutdruck, starkem Übergewicht oder schlechten Herztönen des Kindes wird ebenfalls allgemein von einer Wassergeburt abgeraten. Auch bei besonders großen Kindern ist man skeptisch. Dabei würden wahrscheinlich gerade diese von der entspannten Beckenmuskulatur besonders profitieren.

Besteht im Wasser Infektionsgefahr?

Gegner der Methode befürchten immer wieder Kreislaufprobleme bei der Mutter und sehen den nicht genau bestimmbaren Blutverlust als Gefahr an. Auch die Tatsache, dass das Wasser durch Blut, Ausscheidungen und Fruchtwasser verunreinigt sein könnte, wird immer wieder als Kritikpunkt angebracht. Dabei hat man inzwischen festgestellt, dass bei einer Wassergeburt bei einer gesunden Frau unter Einhaltung aller Hygienestandards keine höhere Infektionsgefahr für das Neugeborene besteht, als es "an Land" der Fall wäre. Und was noch vor einigen Jahren teils als "unsinnige" Modeerscheinung abgetan wurde, setzt sich inzwischen immer mehr durch. Schließlich ist sogar die im Kreißsaal übliche Überwachung des Babys jederzeit auch bei einer Wassergeburt durchführbar.

Vorbereitung auf die Wassergeburt ist von Vorteil

Wer sich für eine Wassergeburt entscheidet, sollte sich bereits während der Schwangerschaft ausführlich darüber informieren, im optimalen Fall auch einen entsprechenden, vorbereitenden Kurs besuchen. Und man sollte sich darüber im Klaren sein, dass, hat man es sich auch noch so schön ausgemalt, während einer Geburt alles anders kommen kann und sich die Schwangere vielleicht im Wasser in diesem Moment gar nicht wohlfühlt. Erfahrung im Gebären muss man aber für eine Wassergeburt nicht mitbringen. Im Gegenteil: "Diese Geburtsmethode eignet sich besonders gut für Erstgebärende, da diese den größten Vorteil bei der hormonellen Steuerung und Schmerzlinderung erzielen“, erklärt Cornelia Enning. "Die weiteren Geburten finden dann sowieso im Wasser statt. Die Ersterfahrung ist die prägende Erfahrung und ermöglicht der Frau eine Autonomie, die sie in der Wahrnehmung ihrer biologisch vorgegebenen Ressourcen unterstützt.“

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Gute Prognosen für im Wasser geborene Kinder

Die Hebamme, die Wassergeburten auch bei den Frauen zuhause durchführt, hat im Lauf der Jahre beobachtet, dass Babys, die auf diese Weise auf die Welt gekommen sind, im späteren Leben stabiler und gelassener auftreten und sie sieht hier einen direkten Zusammenhang zur stressfreien Geburt. Auch Kinderärzte stellen immer wieder erstaunt fest, dass Wasserbabys nach der Geburt nicht an Gewicht verlieren, in den ersten Monaten schneller wachsen und sich außergewöhnlich gut entwickeln.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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