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Unbemerkte Schwangerschaft: Wie kann das sein?


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Schwangerschaft bis zur Geburt unbemerkt: Wie kann das sein?

t-online, Simone Blaß

Aktualisiert am 09.03.2015Lesedauer: 4 Min.
Unbemerkte Schwangerschaft: Nur Bauchschmerzen? In einem von 500 Fällen bleibt die Schwangerschaft unbemerkt.
Nur Bauchschmerzen? In einem von 500 Fällen bleibt die Schwangerschaft unbemerkt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Immer wieder hört man von Frauen, die mit Bauchschmerzen in die Klinik gehen und dann erfahren, dass sie bereits seit mehreren Monaten schwanger sind. Aber vorstellbar ist das eigentlich nicht. Wie kann es sein, dass auf 500 Schwangerschaften eine kommt, die nicht bemerkt wird?

Eine Studie, die man vor einigen Jahren an allen Berliner Klinikgeburten durchgeführt hat, zeigte: Frauen, die nicht merken, dass sie schwanger sind, lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Sie zeigen keine besonderen Merkmale, gehören nicht ausschließlich einer gewissen Schicht an und sind sich auch darüber im Klaren, wie man schwanger werden kann.

27.000 Schwangere haben in dem untersuchten Zeitraum entbunden und immerhin 65 davon haben die Schwangerschaft erst nach der 20. Woche bemerkt. Manche auch erst bei der Geburt. Erstaunlicherweise lebte das Gros der Frauen in einer stabilen Beziehung, nur ein Drittel war vorher noch nie schwanger gewesen und rund die Hälfte hatte mindestens einen Realschulabschluss. Auch war den meisten bewusst, dass es unbemerkte Schwangerschaften gibt. Doch wie kommt es dann zu so einem Ergebnis?

Verdrängen, was nicht sein darf

Nicht selten liegt der Grund für eine unbemerkte Schwangerschaft in der Tatsache begründet, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Entweder weil die Frau felsenfest davon ausgeht, dass sie gar nicht oder aufgrund von Wechseljahren nicht mehr schwanger werden kann. Oder weil das in ihre Lebens- und Beziehungsplanung überhaupt nicht hineinpassen würde beziehungsweise in die ihres Partners. Manchmal steckt familiärer Druck dahinter, manchmal eine soziale Notsituation, oft genug übertriebene religiöse Vorstellungen. Aber es gibt auch gesundheitliche Gründe, die rational gegen eine Schwangerschaft sprechen.

Der seelische Abwehrmechanismus wird hochgefahren

Schwangerschaftsanzeichen, die für andere eindeutig sind, werden einfach umgedeutet, um einem inneren Konflikt aus dem Weg zu gehen. Kommt zum Beispiel die Periode nicht, so liegt es am Stress oder an zu viel Sport. Das Zunehmen fällt aufgrund von Übergewicht nicht auf oder wird auf falsche Essgewohnheiten zurückgeführt, die dann auch gleich als Erklärung für Kindsbewegungen dienen. Unterscheiden sie sich zumindest anfangs tatsächlich nicht sehr von reger Darmtätigkeit.

Kommen dann die ersten Wehen, so glaubt ein Teil der Frauen an Koliken. Die Kinder sind oft bei der Geburt besonders klein. Ihre Mütter, die die Schwangerschaft nicht bemerkt haben, haben möglicherweise all das gemacht, was man in diesem Zustand nicht machen sollte: geraucht, das eine oder andere Glas Alkohol getrunken, sich nicht ausreichend geschont, das Falsche gegessen und oft auch radikale Diäten durchgeführt, um das vermeintlich Übergewicht wieder loszuwerden.

Der innere Konflikt

Eine Schwangerschaft ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem Körper und Seele eng zusammenspielen. Hormone, organische und psychische Veränderungen stehen in Wechselwirkung zueinander. Da kann es schon mal passieren, dass die Seele dem Körper etwas vorgaukelt, um etwas anderes zu vertuschen. Wobei man hier zwischen verleugneten und verdrängten Schwangerschaften unterscheidet. Denn die einen ahnen durchaus, was los ist, wollen es nur nicht wahrhaben beziehungsweise verstecken es.

Wohingegen die anderen tatsächlich nichts bemerken. Man geht davon aus, dass der Großteil der betroffenen Frauen dem Thema "Baby" äußerst zwiespältig gegenübersteht. Der Wunsch nach einem Kind duelliert sich unterbewusst mit dem Wunsch, nicht schwanger zu werden. Schleicht sich das Baby dann ein, müssen die Frauen nicht bewusst eine Entscheidung für oder gegen die Schwangerschaft treffen.

Schwangerschaft nicht bemerkt: Konfliktscheue Frauen sind eher betroffen

Eine Schwangerschaft nicht zu bemerken oder nicht wahrhaben zu wollen, ist also im Normalfall ein Schutzmechanismus. "Wir Menschen sind so vielschichtig", sagt Peter Rott, Gynäkologe und Psychotherapeut im Gespräch mit t-online.de. "Bei einer solchen Ambivalenz zwischen dem Wunsch nach einem Kind und dem, dass es gesundheitlich oder gesellschaftlich nicht machbar scheint, ist es doch am besten, man bekommt es überhaupt nicht mit." Man geht davon aus, dass Frauen, die nicht gelernt haben, Konflikte auszutragen, ein größeres Risiko eingehen, unter solchen Umständen die Schwangerschaft sich gar nicht bewusst zu machen. Sie sind mental überfordert.

Die Risiken sind nicht zu unterschätzen

"Wir bestehen aus Körper und Seele, doch gerade in der Schulmedizin haben wir verlernt, die beiden als Einheit zu sehen", erklärt Rott. "Frauen, die eine Schwangerschaft nicht bemerkt haben, brauchen dringend therapeutische Hilfe, um mit der Situation klarzukommen. Je reifer eine Frau in ihrer Persönlichkeitsstruktur ist, desto eher fragt sie sich auch hinterher, warum ihr das passiert ist. Das für sich zu sortieren, ist nicht einfach und alleine nur schwer machbar."

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Vor allem, weil nicht alle Familien unterstützend hinter der so plötzlich frischgebackenen Mutter stehen und oft auch kein Partner da ist. In diesem Zusammenhang verweist der Frauenarzt und Psychotherapeut auf eine weitere Gefahr: "Viele dieser Babys werden zu Hause geboren, die Frauen stehen unter Schock, sind allein während der Geburt und fühlen sich von der Welt im Stich gelassen - wir alle wissen, dass es dann zu dem Wunsch kommen kann, das Geschehene ungeschehen zu machen."

Diese Mütter haben die gleichen Rechte wie alle anderen

Das Nichtbemerken einer Schwangerschaft hat natürlich auch berufliche Auswirkungen. Denn ein Baby, von dem niemand weiß, kann auch nicht per Mutterschutz geschützt werden. Das betrifft vor allem Mütter, die ihre Schwangerschaft erst sehr spät realisieren. Schließlich gibt es Berufe, bei denen der Schutz recht früh greift.

Hier gilt: Sofort ab Bekanntwerden der Situation muss der Arbeitsplatz entsprechend angepasst werden. In allen anderen Fällen gilt das Gleiche wie bei Frühgeburten: Die vor der Entbindung nicht in Anspruch genommene Zeit wird nach der Geburt hinzuaddiert. Elterngeld und Kindergeld werden sowieso erst beantragt, wenn das Kind schon da ist und auch die Elternzeitregelung ist für solche "Spezialfälle" flexibel. Denn, so steht es in Artikel 6 des Grundgesetzes: "Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft."

Vertrauliche Geburt für Schwangere in Notlagen

Für Schwangere, die um ihre Lage wissen, sich aber dennoch ein Leben mit Kind nicht zutrauen, gibt es seit 2014 die Möglichkeit der vertraulichen Geburt. Bei dieser Art der Entbindung bringt die Mutter ihr Kind unter Pseudonym zur Welt. Das Baby wird dann zur Adoption freigegeben. Ist das Kind 16 Jahre alt, hat es allerdings das Recht, seine Herkunft zu erfahren. Die Daten werden dafür beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Daten aufbewahrt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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