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Historische Wand- und Bodenfliesen und französische Kamine aus dem 19. Jahrhundert

Landhausliebhaber lieben historische Baustoffe

11.04.2011, 19:36 Uhr | js, zuhause.de, t-online.de

Historische Wand- und Bodenfliesen und französische Kamine aus dem 19. Jahrhundert. 't Achterhuis in den Niederlanden vertreibt historische Baustoffe. (Foto: 't Achterhuis)

't Achterhuis in den Niederlanden vertreibt historische Baustoffe. (Foto: 't Achterhuis)

Die Wiederverwendung historischer Baustoffe hat in den letzten Jahren einen Boom erfahren. Anstatt Baumaterialien achtlos dem Abriss zu überlassen, werden sie werterhaltend geborgen und dann originalgetreu restauriert. Einige europäische Händler haben es sich zur Berufung gemacht, historische Baustoffe aus dem 17. und 19. Jahrhundert in ganz Europa zusammenzutragen und liebevoll instandzusetzen, um Liebhabern den Zugriff auf Altbewährtes zu ermöglichen. In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen einige Projekte, die die Firma 't Achterhuis in den Niederlanden bereits umgesetzt hat. Vielleicht geben Ihnen diese Arbeiten einige Ideen, wie Sie ihrem Zuhause durch historische Baustoffe einen nostalgischen Charakter verschaffen können.

Historische Baustoffe erfahren einen Boom

Wer ein neues Haus baut oder ein altes renoviert, muss dazu nicht zwingend neue Bauteile verwenden. Die Suche nach alten Türen, Holzbohlen, Fliesen oder Dachschindeln kostet zwar Zeit, aber die gebrauchten Fundstücke sind meist preiswerter als neue Ware. Und der Hauch von Geschichte ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Jeder historische Baustoff aus Stein hat eine einzigartige und unverwechselbare Beschaffenheit und ist Zeuge unserer Geschichte. Je nach Region und geschichtlicher Epoche wurden Bruchstein, Sandstein und Granit als Bau– und Architekturelement für Fenster- und Türgewände, Säulen, Gesimse, Treppenlauf, Pflaster und Kamine von Steinmetzen verwendet. Besonders wertvoll waren Granit, Kalkstein und Marmor.

Typischerweise sucht ein Bauherr über Bauteilebörsen ein einzelnes Schmuckstücke für sein neues Haus oder ein Ersatzteil für ein altes Gebäude: eine alte Eingangstür, von der Zeit gezeichnete Holzdielen, schmückende Fliesen oder Torbögen aus Fachwerkhäusern, seltene Dachziegel. Doch die lange und aufwändige Suche lohnt sich trotz steigender Preise immer noch: "Eine robuste alte Tür kostet bei uns zwischen 200 und 240 Euro, beim Tischler bezahlen Sie locker 1200 Euro", erklärt Andrea Weiß von Bauteilebörse Bremen. 

Neidvoll schauen die Betreiber der Bauteilbörse aber nach Holland und in die Schweiz. In Deutschland sieht das Abfallwirtschaftsgesetz die Trennung von Rohstoffen vor; es fehlt der Zwang zur Wiederverwertung. "Das ist in unseren Nachbarländern ganz anders. In Holland zum Beispiel sind die Abrissunternehmen verpflichtet, ein Lager zu halten und zu handeln." Und nach Weiß' Beobachtung ist auch in der Schweiz das Verhältnis zu alten Bauteilen viel positiver: "Bei uns gilt ja oft, was alt ist, hat einen Makel. Darüber schütteln die Schweizer nur den Kopf."      

Barocke Gärten

Wer einmal einen Garten mit barocken Gartenornamenten besucht hat, träumt von romantischen Nischen mit Skulpturen, Brunnen, Balustraden, Skulpturen und Vasen aus Naturstein, romantisch gefüllt. In vergangenen Tagen gaben sie Herren- und Schlossgärten in ihrer Gesamtheit ein unverwechselbares Kolorit. Aufgrund seiner Wetterfestigkeit wurden Gartenornamente häufig aus Granit gemeißelt. Heute lässt sich der Zauber barocker Gärten durch die Rekonstruktion von Sandsteinbänken, Rosenbögen oder Sandsteinlöwen wieder erwecken und entzücken jeden, der einen Blick für die Schönheit der Architektur hat.

Heute werden meist für die Erhaltung von historischen Zäunen Konstruktionsunterlagen benötigt, für den Fall, dass Originalornamente fehlen. In der Vergangenheit wurde ein Ornament geschmiedet und beliebig kopiert. Einzelstücke der schmiedeeisernen Kunstwerke mit antiker Patina entlehnen den Charme des historischen Baustoffes und geben jedem Garten eine malerische Atmosphäre. 

Längst haben Natursteinliebhaber und Architekten die historischen Gartenornamente und Architekturelemente des 17. bis 19. Jahrhunderts, aus versunkenen Zeiten Europas, für das Leben im stillvollen Ambiente wiederentdeckt.

Artefakte aus Keramik

Gesammelt werden meist historische Terrakotten aus dem 17. und 19. Jahrhundert. So werden gebrannte unglasierte Tonerzeugnisse in Form von Gefäßen, Plastiken und Baukeramik in natürlich warmen Farbtönen und Nuancen bezeichnet.

Für die Inneneinrichtung werden antike Wand- und Bodenfliesen aus Klöstern, Landhäusern und Weinkellern Europas in mühevoller Handarbeit zusammengetragen und nach Dekors sortiert. Typisch für die Gründerzeit ist die Vielfalt von farbenprächtigen Dekors, die die Eingangshallen, Fluren und Küchen schmückten. Sogar Friedrich Wilhelm IV. erwarb Terrakotta, um dem Schlosspark von Sanssouci einen südländischen Charakter zu verleihen.

Gehölze aus vergangener Epochen

Liebhaber alter Baustoffe und Bauteile suchen sich diese auch aus ökologischen Gründen zusammen. Historische Hölzer tragen die Vorzüge von Althergebrachtem in sich. Vorhandene Baumbestände werden geschont und der Charme von historischen Fenstern, Treppen, Türen, Böden und aufwändig geschnitzten Möbelstücken kann in Ihr Haus einziehen. Durch das sachgerechte Ausheben von Fußbodendielen und Parkettböden bleiben historische Baumaterialien erhalten und können in Küche und Wohnlandschaften formschön integriert werden.

Andrea Weiß von der Bauteilebörse Bremen nennt das auch "graue Energie": Alle Teile seien bereits einmal verbaut worden, hätten Transportwege hinter sich, und auch bei ihrem Abriss sei viel Energie verbraucht worden. Weiß ist daher der Ansicht: "Es ist einfach eine Schande, wenn diese Materialien auf der Müllkippe landen." Lassen Sie sich inspirieren!    

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