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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Tomaten selbst ziehen: So gedeihen die Pflanzen

Von dpa-tmn, jb

Aktualisiert am 21.05.2021Lesedauer: 5 Min.
Tomaten am Strauch: Eine ĂŒppige Ernte erhalten Sie vor allem mit selbst veredelten Tomatenpflanzen.
Tomaten am Strauch: Eine ĂŒppige Ernte erhalten Sie vor allem mit selbst veredelten Tomatenpflanzen. (Quelle: fotokostic/getty-images-bilder)
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Wer seine Tomaten selbst zieht, hat nicht nur immer kostengĂŒnstiges GemĂŒse frisch zur Hand. Man kann auch sicher sein, dass die Pflanzen nicht mit Schadstoffen belastet sind. Tomaten selbst anzubauen ist nicht schwer.

Das Wichtigste im Überblick


Unter den richtigen Bedingungen zieht der GĂ€rtner mindestens genauso schöne Tomaten heran, wie es sie im Handel zu kaufen gibt. Und wer diese Tipps fĂŒr den Tomatenanbau beachtet, kann auch fast nichts mehr falsch machen.


Das beste GemĂŒse fĂŒr Balkon und Terrasse

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In einem kleinen GewĂ€chshaus kann die Aufzucht der Tomatenpflanzen bereits ab Mitte MĂ€rz beginnen. Bei Freilandtomaten oder Pflanzen fĂŒr den FrĂŒhbeetkasten kann man mit der Vorkultur auf der Fensterbank bis Ende MĂ€rz warten. Wie Sie mit einem FrĂŒhbeet mit Vorsprung ins Gartenjahr starten, erfahren Sie hier.

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Tomatensamen brauchen Temperaturen um 24 Grad

Damit Sie Erfolg bei Ihrer Anzucht haben, benötigen Sie neben gutem Saatgut auch ein hochwertiges Substrat und eine gute Aussaatkiste. Das Substrat, in das Sie die Samen geben, sollte faserig, locker und nĂ€hrstoffarm sein. Eine gute Aussaatkiste hat eine Höhe zwischen drei und fĂŒnf Zentimetern. Sie sollte zudem Abzugslöcher haben, damit ĂŒberschĂŒssiges Wasser abfließen kann. Zum Keimen benötigen die Tomatensamen Temperaturen um 24 Grad.

Sind die ersten KeimblĂ€tter sichtbar, können Sie die Jungpflanzen an einen hellen Ort stellen und die Temperatur auf 21 Grad reduzieren. An einem hellen, etwas kĂŒhleren Standort wachsen die Keimlinge kompakter heran. Wichtig ist zu wissen, dass selbst gezogene Pflanzen schnell zu lang werden, wenn sie bei warmen Temperaturen zu wenig Licht bekommen. Dem können HobbygĂ€rtner vorbeugen, indem sie möglichst lange mit der Anzucht warten. Sind die Tage lĂ€nger, gelingt dies besser.

Wann ist beste Zeit, um Tomaten zu pflanzen?

Tomaten können Sie schon Ende MĂ€rz auf der Fensterbank oder in Ihrem GewĂ€chshaus vorziehen. Wichtig ist, dass die Temperaturen bei etwa 21 Grad liegen. Verwenden Sie am besten nĂ€hrstoffarme Anzuchterde fĂŒr die Tomatensamen und achten Sie darauf, dass die Erde nicht zu trocken oder zu feucht wird. Schimmelbildung sollte unbedingt vermieden werden.

Nach etwa zehn Tagen sollten sich die ersten Keimlinge zeigen. Sind diese etwa groß genug – nach rund drei Wochen – können Sie die Keimlinge pikieren.

Tomatenpflanzen pikieren

Es ist wichtig, die SĂ€mlinge frĂŒhzeitig zu pikieren, also auseinanderzusetzen, wenn sie zu dicht stehen. Andernfalls wĂŒrden sie sich gegenseitig im Wachstum behindern. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie, wenn sich nach den KeimblĂ€ttern das erste BlĂ€tterpaar ausgebildet hat. Einige Stunden vor dem Umsetzen sollte man die PflĂ€nzchen gut wĂ€ssern.

Beim Pikieren sollten Sie unbedingt darauf achten, die kleinen Wurzeln nicht zu verletzen. Im Handel gibt es dafĂŒr spezielle Hilfen wie den Pikierstab. Es eignet sich aber auch ein Teelöffel oder ein alter Kugelschreiber.

Tomatenpflanze wird pikiert: Pflanzen Sie junge Tomatenpflanzen in eine Schale mit Anzuchterde.
Tomatenpflanze wird pikiert: Pflanzen Sie junge Tomatenpflanzen in eine Schale mit Anzuchterde. (Quelle: Waldemar Boegel/imago-images-bilder)

TomatensÀmlinge in KrÀutererde topfen

In den nĂ€chsten Tagen sollten die PflĂ€nzchen nicht in der vollen Sonne stehen. Setzen Sie die Pflanzen in ein Substrat fĂŒr TopfkrĂ€uter in BioqualitĂ€t. Dieses enthĂ€lt viele NĂ€hrstoffe, sodass das Wachstum nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig angekurbelt wird. Mehr als einen Sack mit solchem Substrat können Sie dafĂŒr innerhalb eines Jahres aufbrauchen.

Pflanzen lieber etwas trocken halten

WĂ€hrend der sogenannten Anwuchsphase werden die Jungpflanzen nicht nur mĂ€ĂŸig mit NĂ€hrstoffen versorgt, sondern auch eher etwas zu trocken gehalten. Die Pflanzen wachsen dann gedrungen – und das legt den Grundstein fĂŒr einen frĂŒhen BlĂŒtenansatz.

Tomaten erst nach den Eisheiligen auspflanzen

Die kleinen Pflanzen kommen erst um den 15. Mai ins Freie, also erst nach den Eisheiligen. Tomaten im KĂŒbel beziehungsweise im Topf können bereits frĂŒher ins Freie. Wird es noch mal kalt, kommen die GefĂ€ĂŸe nah an die Hauswand oder werden mit Vlieshauben geschĂŒtzt.

Möchten Sie Ihre Tomatenpflanzen in einen Topf und nicht ins Beet pflanzen, sollten Sie die Keimlinge in einen ausreichend großen Topf setzen. Pro Pflanze wird ein GefĂ€ĂŸ mit einem Volumen von bis zu zwölft Litern empfohlen. Verwenden Sie am besten spezielle Tomaten- oder GemĂŒseerde. Sie ist locker, sandig und enthĂ€lt nur wenig Torf. Besser ist es jedoch, auf Erde mit Torf vollstĂ€ndig zu verzichten. Wichtig ist, dass die Erde fĂŒr Ihre Tomatenpflanzen nĂ€hrstoffreich und durchlĂ€ssig ist. Bei Bedarf können Sie diese zusĂ€tzlich mit Hornmehl oder organischem DĂŒnger anreichern.

Tomatensamen selbst ernten

Mit der Ernte der Tomaten sorgt der HobbygĂ€rtner auch gleich wieder fĂŒr die nĂ€chste Generation im kommenden Jahr. Bei einer samenfesten Sorte – also keine F1-Hybridsorte – können Sie die Samen selbst ernten und daraus die gleiche Sorte erhalten. Die so gewonnenen Tomatensamen halten zwischen zwei und sechs Jahren, wenn sie an einem dunklen Ort bei niedrigen Temperaturen gelagert werden.

Krankheiten: BraunfĂ€ule und BlĂŒtenendfĂ€ule

Ist das Wetter zu feucht und die Temperaturen zu gering, kann es schnell zu BraunfĂ€ule an den Tomaten kommen. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der sowohl die BlĂ€tter als auch die StĂ€ngel der Pflanze belagert. Sie erkennen eine Erkrankung an braunen Flecken am StĂ€ngel und an den BlĂ€ttern. Vorbeugen können Sie die BraunfĂ€ule, indem Sie erkrankte Pflanze umgehend aussortieren und die entsprechenden Pflanzutensilien – wie Töpfe, Rankhilfen oder Erde – desinfizieren. Eine Verbreitung kann zudem eingedĂ€mmt werden, wenn die einzelnen Pflanzen nicht zu dicht beieinanderstehen. Entfernen Sie zudem BlĂ€tter, StĂ€ngel und BlĂŒten umgehend, wenn Sie an ihnen braune Flecken erkennen.

Auch die BlĂŒtenendfĂ€ule ist ein Pilz. Ein Befall zeigt sich an den veralteten BlĂŒtensatzstellen. Dort bilden sich graue oder braune Flecken, die mit fortschreitendem Verlauf der Erkrankung grĂ¶ĂŸer werden. Vorbeugen können Sie die Pilzerkrankung mit der richtigen NĂ€hrstoffzugabe. Vor allem Calcium kann die BlĂŒtenendfĂ€ule vorbeugen.

Veredelung fĂŒr Experimentierfreudige

HobbygĂ€rtnern, die Freude am Experimentieren haben, können Ihre Tomaten auch veredeln. Diese Pflanzen sind teilweise gesĂŒnder, ertragreicher und sie wachsen besser. Im Handel gibt es dafĂŒr fertige Sets. Zur Veredelung werden zwei verschiedene Tomaten ausgesĂ€t. Die eine ist die Unterlage, und die andere bildet die Veredelung. Die Unterlagensorte muss vor allem eine krĂ€ftige Wurzel ausbilden, die Edelsorte dagegen sollte in erster Linie hochwertige FrĂŒchte bringen.

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ZunĂ€chst wird die Unterlage ausgesĂ€t. HĂ€ufig ist bei den Pflanzen die KeimfĂ€higkeit etwas schlechter. Aus diesem Grund sollten Sie diesen Pflanzen einen kleinen Vorsprung geben. Bei der Aussaat der Edelsorte achten HobbygĂ€rtner am besten auf einen weiten Abstand zwischen den einzelnen Samen, um die Pflanzen spĂ€ter nicht vereinzeln zu mĂŒssen.

Hat die Unterlage vier BlĂ€tter ausgebildet, wird sie unterhalb der KeimblĂ€tter waagerecht geköpft. Nun steckt der HobbygĂ€rtner einen Keramikstift zur Stabilisierung in den Trieb. Darauf kommt der abgeschnittene Kopf des SĂ€mlings der Edelsorte. Nach fĂŒnf Tagen sind die beiden Teile zusammengewachsen. Bis dahin mĂŒssen die Pflanzen mit Wasser besprĂŒht werden, damit sie nicht welk werden. Gut ist ein heller Standort. Vermeiden Sie allerdings pralle Mittagssonne.

Balkontomaten sind perfekt fĂŒr AnfĂ€nger

Die Sorten sollten HobbygĂ€rtner auch danach aussuchen, wie sie die FrĂŒchte verwenden möchten.

FĂŒr AnfĂ€nger eignen sich Balkontomaten. Sie sind pflegeleicht, und die Seitentriebe mĂŒssen nicht regelmĂ€ĂŸig ausgebrochen, also ausgegeizt, werden. Die Pflanzen werden so groß wie Geranien.

Welche Tomatensorte soll es sein?

Allgemein werden Tomatenpflanzen in zwei Gruppen eingeteilt: Buschtomaten und Stabtomaten. Buschtomaten wachsen eher – wie der Name bereits sagt – buschig, also auch in die Breite. Stabtomaten hingegen wachsen in die Höhe. Sie benötigen daher auch eine Kletterhilfe oder eine entsprechende StĂŒtze. Bei Buschtomaten beziehungsweise Strauchtomaten mit prallen und großen FrĂŒchten ist es allerdings auch nicht auszuschließen, dass diese ab einem bestimmten Zeitpunkt gestĂŒtzt werden mĂŒssen, damit die Triebe nicht abbrechen.

Weitere Artikel

Wenn Sie sich darĂŒber bewusst sind, wie viel Platz Sie fĂŒr Ihre Tomaten brauchen oder erĂŒbrigen können, können Sie die entsprechende Tomatensorte auswĂ€hlen. Auf der Verpackung der Samen sind entsprechende Hinweise vermerkt. Hier können Sie auch entnehmen, ob bei der Aussaat Besonderheiten zu beachten sind – vor allem bei robusteren Sorten ist dies möglich. Sie können teilweise eher gesĂ€t und ins Freie gepflanzt werden.

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