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So bringen Sie Ihren Kaktus zum Blühen

Besondere Bedingungen sind nötig  

Was Ihr Kaktus zum Wachsen und Erblühen braucht

26.07.2018, 07:12 Uhr | Dorothée Waechter, dpa-tmn, jb, t-online.de

So bringen Sie Ihren Kaktus zum Blühen. Kakteen: Mit der richtigen Pflege werden Kakteen sehr groß.  (Quelle: Getty Images/Creative-Family)

Kakteen: Mit der richtigen Pflege werden Kakteen sehr groß. (Quelle: Creative-Family/Getty Images)

Beim Kaktus denken viele an einen asketischer Wüstenbewohner, der mit dem, was ihm die karge Umwelt bietet, auskommt. Es gibt aber Kakteen, die in sehr feuchter Umgebung gedeihen. So vielfältig sind daher auch ihre Ansprüche an die Pflege.

Wer nicht mit Pflanzen kann, braucht einen Kaktus – so heißt es oft. Das stachelige Wüstengewächs hat den Ruf, besonders für bequeme Hobbygärtner die ideale Zimmerpflanze zu sein. Die heißen, trockenen Witterungsbedingungen kann man in der eigenen Wohnungen aber kaum bieten. Doch: All das stimmt gar nicht unbedingt.

Wie viel Wasser brauchen Kakteen?

Kakteen können Wasser sehr gut speichern, was sich in schlechten Zeiten als gute Überlebensstrategie erweist. Das ermöglicht ihnen das Überleben in Halbwüsten, wo längere Zeit Trockenheit herrscht. Dennoch sollte die Bewässerung von Kakteen nicht vernachlässigt werden – regelmäßiges und ausreichendes Gießen fördert das Wachstum der Pflanzen. Zu viel Wasser ist jedoch schädlich. Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie lieber auf das Gießen verzichten.

Experten empfehlen als Merkformel: Kakteen werden nach sieben Sonnentagen erneut gegossen.

Jahreszeit

Gießrhythmus

Frühling

einmal pro Woche

Sommer

alle zwei Wochen

Winter

alle vier Wochen

Unser Tipp
Wer sich diesen Zyklus nicht merken kann, sollte durchdringend gießen. Das bedeutet, den Untertopf so lange in eine Schale mit Wasser stellen, bis das Substrat keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt, aber auch anschließend kein Wasser im Übertopf steht. Anschließend warten Sie mit der nächsten Bewässerung, bis das Substrat vollständig durchgetrocknet ist.

Wer einmal vergisst, seinen Kaktus zu gießen, kann unbesorgt sein. Kakteen kommen über einen gewissen Zeitraum mit ungünstigen Lebensbedingungen klar. Kleine Fehler bei der Pflege tolerieren sie. Das macht sie zu dankbaren Zimmerpflanzen.

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Wie häufig wird der Kaktus gedüngt?

Kakteen benötigen keine übermäßige Düngerzugabe. Zu viele Nährstoffe können sogar schaden. Ein idealer Rhythmus ist einmal im Monat. Ein spezieller Kaktusdünger ist nicht nötig. Wichtiger ist die Zusammensetzung der Nährstoffe im Düngemittel.

Für Kakteen, die den Sommer über im Freien stehen, ist düngen nicht notwendig. Bei anderen Arten sollten Sie beim Dünger auf den Phosphor- und Kaliumanteil achten. Dieser sollte im Düngemittel ein ausgewogenes Mischverhältnis haben. Der Stickstoffanteil sollte ebenfalls nicht nicht zu hoch sein. Das Verhältnis 4-6-6 oder 4-6-7 von Phosphor, Kalium und Stickstoff ist optimal.

Braucht der Kaktus im Winter Sonnenlicht?

Wie auch beim Gießen muss man bei der Frage nach dem richtigen Maß an Sonnenlicht eines beachten: Kakteen sind Wüstenpflanzen, aber nicht nur. Es gibt zahlreiche Gattungen und Arten, die an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Böden wachsen.

So gibt es zum Beispiel Kakteen, die nicht im Boden, sondern auf Bäumen in feuchten Klimaten wachsen. Sie benötigen grundsätzlich einen halbschattigen Standort. Zu den bekanntesten dieser epiphytisch wachsenden Kakteen zählen Oster- und Weihnachtskaktus.

Weihnachtskaktus mit Blüte (Quelle: Getty Images/alexmak72427)Weihnachtskaktus: Diese Kaktusart blüht ab November. (Quelle: alexmak72427/Getty Images)

Diese eher sonnenhungrige Exemplare werden im Winter, wenn ihnen das Sonnenlicht fehlt, weniger gegossen. Hierdurch stellt sich ihr Wachstum ein. Die ungünstigen Lichtbedingungen werden somit umgangen. Auch die Temperatur spielt für das Gedeihen eine Rolle. So können viele Gattungen problemlos kühl stehen, wenn die Lichtsituation ungünstig ist. Ein Treppenhaus oder der Dachboden sind Standorte, an denen Kakteen dann mit wenig Licht und kaum Wasser auskommen.

Wüstenrose mit Blüten (Quelle: Getty Images/pichaitun)Wüstenrose: Diese Kakteenart liebt vor allem warme Standorte. (Quelle: pichaitun/Getty Images)

Grundsätzlich werden Kakteenarten nach ihrem Standort ausgewählt. Das erleichtert ihre Pflege. Wenn man einen dauerhaft warmen Standort hat, dann ist etwa die Wüstenrose (Adenium) ideal. Winterharte Kakteen dagegen bekommen einen Platz im Freien. In Wohnungen werden diese Arten sonst von Schädlingen wie Wollläusen befallen.

Wie lässt man seinen Kaktus erblühen?

Mancher Kaktus erblüht zu einer richtigen Schönheit. Rebutien und Mammillarien zeigen sich zum Beispiel dann von einer besonders farbenfrohen Seite. Allerdings brauchen viele Kakteen dafür besondere Bedingungen, wie eine Winterruhe. Sie brauchen es währenddessen kühl und verhältnismäßig trocken. Auch eine ausreichende Nährstoffzufuhr in der vorangegangenen Saison ist wichtig. Das ermöglicht den Kakteen, Reserven für die Blütenbildung einlagern zu können.

Am Ende der Ruhezeit, etwa ab März, werden die Wassergaben wieder gesteigert, kombiniert mit einem Umzug an ein Südfenster. Das löst die Knospenbildung aus. Sind die Bedingungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ideal, kann die Ruhezeit durch Dunkelheit und wenig Wasser künstlich verlängert werden. 

Brauchen Kakteen spezielle Erde?

Mineralische Erde, durch die Wasser gut abfließen kann, ist für Kakteen ideal. Die Wurzeln der Wüstenpflanze haben hier ausreichend Luft und faulen nicht. Wichtig für die Durchlässigkeit ist nicht nur sandiges Material im Substrat, sondern auch eine ausreichende Größe der Körner. Als Beimischung eignen sich vor allem Lava, Bims und gebrochener Blähton.

Auf einen höheren Humusanteilen sollte bei Kakteen verzichtet werden. Erde mit Humus enthält zu viel Feuchtigkeit. Das begünstigt das Faulen der Wurzeln. Aber auch hier gilt wie immer: Kaktus ist nicht gleich Kaktus. So vertragen Weihnachts- und Binsenkakteen durchaus anhaltende Feuchtigkeit.

Wie hoch kann ein Kaktus wachsen?

Die Größe von Kakteen ist von der Art und der Pflege sowie dem zur Verfügung stehenden Platz abhängig. Vor allem Säulenkakteen erreichen bei entsprechender Pflege und Topfgröße schnell die Höhe des Raumes. Andere Exemplare wuchern gerne in die Breite, sodass ihr Topf umzukippen droht. Ein Kakteenrückschnitt ist daher oft sinnvoll. Auch bei schlecht verheilten Verletzungen durch äußere Einflüsse oder Schädlinge, sollten Sie zu einem Messer mit einer scharfen, glatten Klinge greifen und das Gewächs stutzen. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist zwischen März und Juli.

  • Gliederkakteen: Rückschnitt an der schmalsten Stelle. Dies ist häufig die Stelle des Austriebs. Achten Sie darauf, dass trotz Rückschnitt genügend Knospen zum Austrieben vorhanden sind.
    Beispiel: Weihnachtskaktus, Osterkaktus   
  • baumähnlich, kandelaberartig verzweigte Säulen: Stutzen Sie die Haupttrieb. Idealerweise auf halber Höhe zum Seitentrieb. Verzweigungen werden direkt ab Stamm abgetrennt.
    Beispiel: Browningia, Carnegiea, Jasminocereus, Pachycereen  
  • faulende Stellen, Schädlingsbefall: Der Rückschnitt erfolgt bis zum gesunden Pflanzenteil.   

Busch eines Pachycereus Kaktus auf Fuerteventura (Quelle: Getty Images/Sunlight19)Busch eines Pachycereus: Dieser Kaktus wird direkt am Haupttrieb abgeschnitten. (Quelle: Sunlight19/Getty Images)

Unser Tipp
​Achten Sie darauf, dass trotz Rückschnitt die Struktur und der Großteil der Pflanze erhalten bleibt. Versorgen Sie nach dem Schnitt die Wunde mit Holzkohlepuder. So verhindern Sie, dass Pilze in das Innere der Pflanze dringen können. Das Puder ist im Fachhandel erhältlich. 

Wie kann man einen Kaktus vermehren?

Zwar können Sie Kakteen mithilfe von Samen züchten, schneller gelingt bei einigen Sorten jedoch die vegetative Vermehrung. Hierfür werden Teile der Mutterpflanze abgetrennt, in ein Gefäß mit Wasser gegeben und zum Wurzeln gebracht. Wichtig ist, dass die Mutterpflanze sowie der abgeschnittene Pflanzenteil groß und kräftig genug sind. 

Eine weitere Möglichkeit der Vermehrung ist es, die Seitensprossen – die so genannten Kindel – einzupflanzen. 

Kakteen auf der Fensterbank (Quelle: Getty Images/FeelPic)Kakteen: Mit Seitensprossen lassen sich Kakteen vermehren. Sie sind Abbildungen von der Mutterpflanze und werden auch Kindel genannt. (Quelle: FeelPic/Getty Images)

Haben Kakteen essbare Früchte?

Nicht alle Kakteen haben essbare Früchte. Am bekanntesten sind die des echten Feigenkaktus (Opuntia ficus indica Mill.). Aber auch die Rote Pitahaya (Drachenfrucht) und die Gelbe Pitahaya tragen essbare Früchte. 

Was sind Sukkulenten?

Bei Sukkulenten handelt es sich um saftreiche Pflanzen, die ihren Wasservorrat in ihrem Stamm, ihren Blättern und Wurzeln speichern. Sie sind die Oberart von Kakteen. Dennoch werden die Begriffe "Sukkulent" und "Kaktus" häufig getrennt voneinander genutzt.

Bekannte Sukkulenten sind unter anderem Aloe, Fetthenne, Hauswurz oder Echeveria.

Sukkulenten in einem Topf (Quelle: Getty Images/jatrax)Sukkulenten: Auch Aloe, Fetthenne und Co. werden als Zimmerpflanze immer beliebter. (Quelle: jatrax/Getty Images)

Eignen sich Kakteen als Geschenk?

Momentan erfreuen sich Kakteen wieder steigender Beliebtheit. Sie werde daher auch gerne zum Geburtstag verschenkt – schließlich symbolisieren Sie Reichtum und Wärme, aber auch Standfestigkeit. Häufig kann es auch missverstanden werden, wenn als Geschenk ein Kaktus überreicht wird. Schließlich hat er Stacheln beziehungsweise Dornen und ist für viele – solange er nicht blüht – eine unansehnliche Pflanze. Wenn Sie also gerne einen Kaktus verschenken möchten, seien Sie sich sicher, dass der Beschenkte diese Geste nicht falsch versteht, Kakteen mag und sie entsprechend pflegen kann. 

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Uhlig Kakteen
  • Mein schöner Garten
  • Kübelpflanzeninfo.de
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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